Wieder Chaos in Hoffenheim: Dieser Ultra will Schicker stürzen
Sportlich läuft es aktuell besser als je zuvor. Die TSG Hoffenheim spielt mitreißenden Fußball und hat am Sonntag gegen den FC Bayern München nicht nur die Chance, Platz drei in der Bundesliga zu festigen, sondern auch das Meisterrennen wieder spannend zu machen.
05.02.2026 | 20:52 Uhr
Genau in dieser Phase eskaliert nun erneut ein Machtkampf hinter den Kulissen, der Andreas Schicker - den Architekten dieses radikalen TSG-Aufschwungs - den Kopf kosten könnte.
Was die Bild zuerst berichtete, deckt sich mit Informationen von Sky Sport. Der Interims-Vereinsvorsitzende Christoph Henssler, der ursprünglich aus der Ultra-Szene stammt, will den Sport-Geschäftsführer absägen.
Am Montag soll bei der TSG eine außerordentliche Gesellschaftersitzung stattfinden, die Schickers Abberufung als Tagesordnungspunkt eins aufführt.
Warum soll Schicker abberufen werden?
Die Gründe dafür sind schwer nachzuvollziehen. Vordergründig geht es um einen Formfehler bei der externen Vergabe einer internen Hinweisgeberstelle. Ein Vorwurf, der nicht nur wie eine Lappalie wirkt, sondern auch für einige Mitarbeiter der TSG wie ein konstruierter Vorwand erscheint, um den Österreicher loszuwerden. Dazu passt, dass Schicker angeboten wurde, seinen Job als Sportdirektor weiterzuführen.
Als neue Geschäftsführer hätten in diesem Szenario Arno Metz und Asmahan Gamgami eingesetzt werden sollen. Beide gelten als Henssler-nah und wurden nach Sky Sport Informationen bereits am Donnerstag vom Verein freigestellt - die Bild berichtete zuerst.
Warum drängt Henssler auf den Rauswurf des Sportchefs?
Henssler war schon vor Schickers Zeit bei der TSG gegen ein Engagement des Österreichers im Kraichgau. Unter anderem zeigt ein Bild aus der PreZero-Arena, wie Henssler als Mitglied der Ultra-Gruppierung "Young Boyz 2007" ein Banner mit der Aufschrift "Schicker bleib fort" in die Höhe streckt. Als interimistischer e.V.-Vorsitzender - und damit als Vertreter des Mehrheitsgesellschafters - sieht sich Henssler nun in der Position, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Dass der 29-Jährige im November noch einen Abgang Schickers zum VfL Wolfsburg durch sein Veto verhindert hatte, lässt sich damit erklären, dass es um mehr zu gehen scheint - nämlich um die Macht über die TSG Hoffenheim. Mäzen und Minderheitsgesellschafter Dietmar Hopp (49 Prozent der Anteile) hätte einem Wechsel damals zugestimmt. Durch sein Veto hatte Henssler den damaligen Machtkampf "gewonnen".
Ist ein Schicker-Aus schon beschlossen?
Nein. Für eine Abberufung des Geschäftsführers sind zwei Unterschriften der Gesellschafter nötig. Christoph Henssler ist klar dafür, den Sportboss abzusetzen. Dietmar Hopp ist klar dagegen. Das Zünglein an der Waage ist somit Frank Engelhardt, der zweite geschäftsführende Vorsitzende des TSG 1899 Hoffenheim e.V. - verweigert er seine Zustimmung, kann Schicker bleiben. Stimmt er der Abberufung zu, muss der Erfolgsmanager gehen.
Zudem wird nach Sky Sport Informationen intern noch geprüft, ob die einberufene Gesellschaftersitzung überhaupt rechtens ist. Sollten bei der Einberufung Fehler gemacht worden sein - etwa nicht eingehaltene Fristen -, findet die Sitzung nicht statt und Schicker ist vorerst sicher.
Warum ausgerechnet jetzt?
Im März stehen Präsidentschaftswahlen bei der TSG Hoffenheim an. Henssler, der dieses Amt interimistisch ausübt, darf nach Sky Sport Informationen selbst nicht antreten, da er nicht lange genug Mitglied im Verein ist und somit laut Satzung nicht wählbar ist. Das erklärt, warum Henssler sein Vorhaben noch jetzt umsetzen will.
Es ist davon auszugehen, dass im März sowohl die Ultras als auch Dietmar Hopp jeweils einen eigenen, ihnen gewogenen Kandidaten für das Amt des e.V.-Vorsitzenden ins Rennen schicken werden.
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.