FC Bayern München vor Hoffenheim-Spiel - Krise oder Kehrtwende?
Der Vorsprung schmilzt, die Abwehr wackelt. Lothar Matthäus erklärt die Gründe für die Schwächephase des FC Bayern München, sagt aber auch, warum der Rekordmeister wieder in die Erfolgsspur findet.
04.02.2026 | 23:41 Uhr
Vor dem Duell gegen Hoffenheim kontert Bayerns Abwehrstar Jonathan Tah die Meister-Ansage von Dortmunds Nico Schlotterbeck.
Nur einen Punkt holte der FC Bayern München aus den vergangenen beiden Bundesliga-Spielen. Der Vorsprung auf den zweiten Platz ist auf sechs Zähler geschrumpft.
"Vielleicht fangen sie an, langsam zu überlegen", meinte BVB-Star Nico Schlotterbeck und machte dem Rekordmeister eine Ansage im Titelkampf.
Matthäus sieht Bayern-Schwächephase entspannt
Lothar Matthäus glaubt jedoch nicht, dass der deutsche Rekordmeister in der Meisterschaft etwas anbrennen lässt. "Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen", erklärt der Sky Sport Experte.
Bayern spiele weiterhin attraktiven Offensiv-Fußball und erarbeite sich viele Torchancen, "aber sie haben Probleme in der Defensive", ergänzt Matthäus. "Besonders, wenn der Gegner mit schnellem Umschaltspiel und über die Flügel mutig nach vorne stößt" tue sich die Mannschaft schwer. "Das hat man schon bei Union Berlin (2:2), gegen Mainz (2:2), gegen Augsburg (1:2) und auch beim 2:2 in Hamburg gesehen", führt Matthäus aus.
Tah wehrt sich gegen Krisen-Gerede
Wie der FCA eine Woche zuvor, zeigte auch der HSV einen couragierten Auftritt und hatte die Münchner am Rande einer erneuten Niederlage. Stecken die Bayern in einer Abwehr-Krise?
"Wir haben ein paar mehr Gegentore bekommen - mehr Gegentore aus dem Spiel. Vorher sind die Hälfte unserer Gegentore aus Standard-Situationen entstanden. Daran müssen wir arbeiten", erklärt Innenverteidiger Jonathan Tah im exklusiven Interview bei Sky Sport.
"Es fühlt sich aber nicht so an, als würden wir in einer schlechten Phase stecken", betont der Nationalspieler: "Die anderen Teams passen sich ebenfalls an - versuchen andere Dinge gegen uns zu machen, weil sie jetzt ausreichend Zeit hatten, sich anzuschauen, was Vincent Kompany möchte. Da müssen wir uns wieder adaptieren."
Warnung vor Überraschungsteam Hoffenheim
Am Sonntag müssen sich die Bayern steigern, denn es kommt die Mannschaft der Stunde in die Allianz Arena. Die TSG Hoffenheim feierte zuletzt fünf Siege in Serie, seit Oktober verloren die Kraichgauer nur ein Spiel (0:2 in Dortmund am 7. Dezember) und holten elf Dreier.
"Hoffenheim ist für mich die positivste Überraschung der Saison", meint Matthäus: "Ihre Ergebnisse sind kein Zufall, sondern das Produkt von harter Arbeit, Leistung und Qualität. Sie spielen einen offensiven, mutigen Fußball, bei dem das Zuschauen Spaß macht. Das erinnert mich an ihre Aufstiegssaison."
TSG auf Champions-League-Kurs
Mit dem damaligen Trainer Ralf Rangnick wurde die TSG in der Spielzeit 2008/09 sensationell Herbstmeister, am Ende reichte es aufgrund vieler Verletzungsprobleme dann nur noch für Platz sieben. Unter Julian Nagelsmann wurde Hoffenheim 2017 Vierter, ein Jahr später sogar Dritter. Aktuell ist Christian Ilzer mit seiner Mannschaft auf Champions-League-Kurs.
"Sie haben eine klare Idee, was sie machen wollen - das wird kein einfaches Spiel", stellt Tah fest. Zumal die Belastung für seine Mannschaft zuletzt deutlich höher war.
"Glaube, dass Bayern wieder zu sich findet"
Während sich die TSG auf die Bundesliga konzentrieren kann, haben die Bayern seit Juni vergangenen Jahres 37 Pflichtspiele absolviert.
"Die Pause im Sommer war durch die Klub-WM verkürzt, die vergangenen Monate waren anstrengend, zuletzt hatten sie mehrere englische Wochen", zählt Matthäus auf. In dieser Woche standen keine Reisestrapazen an. "Trainer Vincent Kompany kann mit der Mannschaft an Feinheiten arbeiten und den Spielern den einen oder anderen Ruhetag geben. Wenn ihre Akkus wieder richtig aufgeladen sind, glaube ich, dass die Bayern wieder zu sich finden werden", erklärt der Experte.
Tah kontert Schlotterbeck-Ansage
"Unser Anspruch ist, dass wir mit drei Punkten aus dem Spiel gehen", blickt Tah auf die Partie gegen Hoffenheim. Die Meister-Ansage seines Dortmunder Nationalmannschaftskollegen Schlotterbeck kontert der 29-Jährige süffisant.
"Ich finde es schön, wenn es Teams in der Liga gibt, die versuchen, erfolgreich zu sein", sagt Tah: "Wir verfolgen weiter unseren Weg. Wir wissen, wo wir hinwollen - wo wir am Ende stehen wollen."
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