Höhenflug der PSV Eindhoven unter Peter Bosz scheint kein Ende zu nehmen
Im Sommer 2023 übernahm Peter Bosz das Traineramt in Eindhoven. Seitdem dominiert der Klub die niederländische Eredivisie nach Strich und Faden. Es stellt sich die ernsthafte Frage: Wer soll diese PSV eigentlich noch stoppen?
05.02.2026 | 21:24 Uhr
Bereits in den beiden Vorjahren durfte der ehemalige BVB-Coach die Meisterschale in die Höhe strecken. Spätestens nach dem berauschenden Sieg im Klassiker gegen Verfolger Feyenoord scheint die Messe erneut frühzeitig gelesen zu sein.
Von Louis Möldner
Schon weit im Vorfeld des Eredivisie-Spitzenspiels war klar, dass nur eine Niederlage der PSV einen Hauch von Spannung ins Titelrennen zurückkehren lassen würde. Satte 14 Punkte waren die Bosz-Schützlinge dem Rest der Liga bis dato enteilt. Doch diese machten das, was sie augenscheinlich am besten können: nämlich siegen. Gerade einmal 17 Minuten brauchte der Klub aus dem Südosten der Niederlande, um dem ärgsten Konkurrenten klarzumachen, dass auch in dieser Saison kein Kraut gegen die Überfliegermannschaft aus Eindhoven gewachsen ist.
Nächster Titel fast schon in trockenen Tüchern
Mit 3:0 überrollten die Rood-witten (Deutsch: Rot-Weißen) Feyenoord in der Anfangsphase. Anschließend nahm der Spitzenreiter den Fuß vom Gas, brachte den 18.(!) Saison-Dreier im 21. Spiel souverän ins Ziel. Vergegenwärtigt man sich all diese beeindruckenden Zahlen, muss man wahrlich kein Mathe-Ass sein, um zu dem Entschluss zu gelangen, dass es mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit auch in dieser Spielzeit niemand schaffen wird, den Primus zu stoppen.
Es wird somit aller Voraussicht nach die bereits dritte Meisterschaft am Stück sein, die der Verein aus der 250.000-Einwohner-Stadt bejubeln darf. Der Aufschwung des Spitzenklubs, der in der Liga zuvor fünf Jahre lang leer ausgegangen war, ist eng mit dem Namen Peter Bosz verbunden. Der heute 62-Jährige, einst beim rund fünfmonatigen Intermezzo in der Saison 2017/18 bei Borussia Dortmund glücklos geblieben, schaffte es auf Anhieb, wieder den Erfolg ins Philips Stadium zurückzubringen.
Offensivmotor läuft heiß
Besonders auffällig dabei ist die saisonübergreifend brutale Torgefährlichkeit. 111-mal netzte das Team in Boszs Debütsaison 2023/24 ein, im vergangenen Jahr waren es noch immerhin 103 Treffer. Auch in dieser Spielzeit liegt die Philips' Sport Verenigung mit mehr als durchschnittlich drei Einschlägen pro Partie auf Kurs.
Der Ex-Coach von Bayer 04 Leverkusen (2018-2021) setzt kontinuierlich auf ein System mit einem Stürmer, zwei Flügeln und einer Vierer-Abwehrkette, variierend im 4-2-3-1 oder im 4-3-3. Mechanismen schliffen sich mit der Zeit ein, die Rädchen greifen bestens ineinander. Das Gerüst der harmonierenden Mannschaft besteht auch aus einer Reihe aus der Bundesliga bekannten Profis. Da wären beispielsweise Ex-Bayern-Juwel Paul Wanner, Altstar Ivan Perisic (BVB und Wolfsburg) oder der ehemaliger Leverkusener Matej Kovar im Kasten.
Wie soll die Phalanx durchbrochen werden?
Egal, welches Personal kommt oder geht. Bosz und die PSV bleiben ihrer Spielidee treu und sorgen durchweg für Furore. Der Niederländer steht in Eindhoven noch bis Sommer 2028 unter Vertrag. Kaum auszudenken, wenn der Sympathieträger diesen erfüllen oder gar noch verlängern sollte. So oder so: Die Erzrivalen Ajax oder Feyenoord müssen sich ernsthafte Gedanken darüber machen, wie die Dominanz der PSV Eindhoven auch nur ansatzweise gestoppt werden kann.
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