Florian Wirtz, Gnabry oder Schlotterbeck? Klopp braucht einen neuen Kapitän
Joshua Kimmich ist wie geplant aus dem DFB-Quartier abgereist. Für die Spiele gegen Serbien und Griechenland muss Jürgen Klopp deshalb einen neuen Kapitän bestimmen. Sky Sport Experte Lothar Matthäus hätte den Bayern-Star lieber im Kader behalten.
29.09.2026 | 13:09 Uhr
Mit dem personellen Wechsel zur zweiten Länderspiel-Woche steht Jürgen Klopp vor einer interessanten Personalentscheidung. Nach der Abreise von Joshua Kimmich wird die Kapitänsbinde neu vergeben. Mehrere Kandidaten bringen Argumente mit.
Vor den Länderspielen gegen Serbien und Griechenland wechselt Bundestrainer Jürgen Klopp wie geplant einen großen Teil seines Aufgebots aus. Auch DFB-Kapitän Joshua Kimmich ist nach den ersten beiden Partien wie vorgesehen abgereist, obwohl er nach Informationen aus dem Umfeld der Mannschaft gerne geblieben wäre.
Klopp wollte in der zweiten Woche bewusst mit einem anderen Spielerkreis arbeiten. Damit braucht die neu formierte Nationalmannschaft nun einen neuen Anführer auf dem Platz.
Für Sky Sport Experte Lothar Matthäus ist dieser Punkt nicht ganz nachvollziehbar. In seiner Kolumne stellt der Rekordnationalspieler die Kimmich-Entscheidung infrage: "Kimmich ist nicht nur der Kapitän der 22 Spieler im ersten Kader, sondern auch der Kapitän der anderen Spieler, die sich am Montag in Herzogenaurach getroffen haben. Ich hätte ihn bei allen vier Spielen im Kader gelassen, damit die Neulinge auch ihn kennenlernen. Denn der Kapitän ist der Spieler, der neben dem Trainer mitverantwortlich ist für die Mannschaft."
Wird Wirtz jetzt zum DFB-Anführer?
Klopp muss die Binde nun neu vergeben. Eine spannende Option könnte Florian Wirtz heißen. Der Offensivstar zählt trotz seines vergleichsweise jungen Alters bereits zu den erfahrensten Nationalspielern im aktuellen Aufgebot - hat mit 46 Länderspielen die zweitmeisten DFB-Einsätze auf dem Konto - und hat das Potenzial, sportlich einer der wichtigsten Akteure der Nationalmannschaft zu sein.
Die Kapitänsrolle könnte zugleich ein bewusstes Signal des Bundestrainers sein. Wirtz erlebte in Liverpool keinen einfachen Start. Zusätzliches Vertrauen von Klopp könnte das Selbstbewusstsein stärken und ihm helfen, seine Qualitäten auch im DFB-Team wieder voll auf den Platz zu bringen.
Gleichzeitig sprechen nicht alle Argumente für Wirtz. Der Offensivspieler ist bislang nicht als klassischer Führungsspieler oder Lautsprecher bekannt. Die Kapitänsbinde bedeutet mehr als sportliche Klasse. Gerade in einer neu zusammengestellten Mannschaft sind Kommunikation, Präsenz und Orientierung gefragt.
Mehrere Routiniers als Alternativen
Deshalb könnten auch erfahrenere Kandidaten in den Vordergrund rücken. Serge Gnabry ist mit 61 Länderspielen der Routinier mit den meisten DFB-Einsätzen im aktuellen Kader. Auch Nico Schlotterbeck bringt Führungsqualitäten mit und vertritt bei Borussia Dortmund regelmäßig Kapitän Emre Can.
David Raum kennt die Rolle als Kapitän von RB Leipzig. Zudem gehört Waldemar Anton zu den Spielern mit Führungserfahrung in der Kabine. Der Innenverteidiger war bei seinem Ex-Klub VfB Stuttgart bereits Spielführer und bekleidet nun beim BVB hinter Can und Schlotterbeck das Amt des dritten Kapitäns.
Matthäus sieht genügend Führungsspieler
Für Matthäus ist die Auswahl groß genug: "Du hast schon Einige, die Persönlichkeit und Qualität mitbringen, eine Mannschaft auf den Platz zu führen. So schwierig ist es nicht, zehn Jungs hinter sich zu versammeln und zu sagen: 'Jetzt folgt ihr mir, wir gehen jetzt auf den Platz und wir schlagen die Serben!'"
Wer gegen Serbien als Kapitän aufläuft, wird mehr als eine Randnotiz sein. Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Griechenland wird genau zu beobachten sein, auf wen Klopp in dieser Rolle setzt. Die Entscheidung könnte erste Hinweise darauf geben, welche Führungsspieler künftig hinter Kimmich die Hierarchie in der Nationalmannschaft prägen sollen.
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