Vitaly Janelt spricht über Shisha-Eklat: Vom DFB-Rauswurf zum Nationalspieler
Vom Problem-Teenager zum Nationalspieler! Jahrelang flog Vitaly Janelt unter dem Radar, jetzt hat ihn Bundestrainer Jürgen Klopp erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert.
29.09.2026 | 14:59 Uhr
Vor seinem möglichen Debüt muss sich der Mittelfeldspieler des FC Brentford aber zu einem dunklen Kapitel seiner Karriere äußern.
Aus Herzogenaurach berichten Fabian Schreiner & Kerry Hau
"Shisha-Brand auf Länderspielreise! RB Leipzig wirft zwei Talente aus Akademie", lautete die Schlagzeile im Oktober 2016.
Der damalige U19-Nationalspieler Janelt hatte während der EM-Qualifikation in Albanien mit Teamkollege Idrissa Toure für einen Eklat mit weitreichenden Folgen gesorgt.
Was war passiert? Die beiden haben in ihrem Hotelzimmer eine Shisha genutzt. Als die Spieler mit der deutschen Auswahl auf dem Trainingsplatz standen, bemerkte eine Hotel-Mitarbeiterin Rauchentwicklung beziehungsweise einen Brand im Zimmer. Die mutmaßliche Ursache: eine Shisha.
DFB greift hart durch
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Der DFB schickte beide Spieler umgehend aus dem Teamquartier nach Hause. U19-Trainer Frank Kramer machte damals deutlich, dass es aus Verbandssicht keine Alternative gegeben habe.
"Am Ende des Tages bin ich jetzt zehn Jahre älter als damals, habe eine kleine Tochter. Jeder wird irgendwann erwachsen. Ich muss gar nicht viel dazu sagen. Gerade Jungs, Frauen sind da ruhiger, was scheiße bauen angeht", sagte Janelt nun am Dienstag in Herzogenaurach. "Jeder muss seine Lehren daraus ziehen. Ich habe das schnell erkannt und bin darüber glücklich. Was war, das war."
2016 war das Länderspiel-Kapitel für Janelt nach dieser Aktion aber vorerst beendet gewesen. Auch bei seinem Klub RB Leipzig folgten drastische Konsequenzen.
Janelt und Toure waren vorübergehend vom Trainingsbetrieb ihrer Mannschaften ausgeschlossen worden. Zudem kassierten beide die höchstmögliche vereinsinterne Geldstrafe im fünfstelligen Bereich. Das Geld sollte sozialen Projekten zugutekommen.
Darüber hinaus mussten die Nachwuchsspieler soziale Arbeit leisten und unter anderem in einer Kindertagesstätte mithelfen.
Janelt blickt nach vorne
Die Vergangenheit hat Janelt jetzt aber längst hinter sich gelassen. Statt Schlagzeilen abseits des Platzes schreibt er inzwischen sportliche Erfolgsgeschichten in England. Als Kapitän von Brentford hat er sich in der Premier League etabliert und sich nun den Traum von der Nationalmannschaft erfüllt. "Ich bin sehr happy, dass ich jetzt hier dabei bin mit meinen 28 Jahren", sagt Janelt.
"Das ist mit die letzte Chance für mich, bei dem einen oder anderen großen Turnier dabei zu sein." 2028 findet die Europameisterschaft in Großbritannien und Irland statt. Es wäre quasi ein Heimturnier für den gebürtigen Hamburger, der seit 2020 für Brentford aufläuft und nie in der Bundesliga gespielt hat.
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