Nach Reifen-Chaos am Start: Lewis Hamilton kritisiert Ferrari-Strategie
Lewis Hamilton hat Ferrari nach dem Bahrain-Grand-Prix für die Reifenstrategie kritisiert. Der Brite wollte auf Intermediates starten, Ferrari schickte ihn jedoch auf Slicks ins Rennen.
05.10.2026 | 11:32 Uhr
Die Entscheidung kostete Hamilton früh alle Siegchancen. Dennoch fuhr der Ferrari-Pilot nach einem starken Comeback noch auf das Podium.
Lewis Hamilton hat nach dem Bahrain-Grand-Prix deutliche Kritik an der Reifenentscheidung von Ferrari geäußert. Der siebenmalige Weltmeister war nach dem Regen vor dem Start überzeugt, dass Intermediates die richtige Wahl gewesen wären.
Ferrari entschied sich jedoch, sowohl Hamilton als auch Charles Leclerc auf Soft-Reifen ins Rennen zu schicken. Die Hoffnung: Die Strecke würde schnell abtrocknen. Diese Rechnung ging nicht auf. Während die Mehrheit der Spitzengruppe auf Intermediates startete, verloren die Slick-Piloten bereits in den ersten Runden massiv Zeit.
"Herz in die Hose gerutscht"
Doch Hamilton gelang schließlich ein bemerkenswertes Comeback - nachdem er zwischenzeitlich auf Platz 18 zurückgefallen war - und sicherte sich mit dem dritten Platz einen Podiumsplatz. Der Rekordweltmeister hatte nach dem Rennen jedoch "gemischte Gefühle" hinsichtlich der Entscheidung, die nach der Regenunterbrechung zu Beginn des Rennens getroffen worden war. Der Ferrari-Star bestätigte gegenüber Sky Sports F1, dass er glaubte, das Tempo gehabt zu haben, um um den Sieg mitzukämpfen
"Als die Reifenwärmer bei den Autos vor und hinter uns entfernt wurden und ich die Intermediates gesehen habe, ist mir das Herz in die Hose gerutscht", sagte Hamilton. Der 41-Jährige war überzeugt, dass seine Siegchancen damit praktisch verschwunden waren. "Ich dachte: Jetzt ist mein Rennen vorbei."
"Die Wartezeit war so lang, und wir haben darüber diskutiert, auf welche Reifen wir wechseln sollten. Und ich sagte: 'Hört mal, auf den Runden zur Startaufstellung gab es jede Menge Gischt.' Und als ich in die Boxengasse fuhr, schaute ich auf den Boden und dachte mir: 'Es ist immer noch nass.' Ich ging zur Boxenmauer und sagte: 'Es ist immer noch nass.' Und die sagten: 'Ja, aber weil es schon so lange her ist, wird es bestimmt ganz schnell abtrocknen und vielleicht sind wir schon in der Übergangsphase."
Hamilton korrigiert nächste Strategie-Entscheidung
Folglich entschied sich das Team gegen den Intermediate-Reifen. Damit war der Strategie-Ärger für Briten jedoch noch nicht vorbei. Hamilton musste die Sache in der Startphase selbst in die Hand nehmen, um zu verhindern, dass sich der anfängliche Fehler noch verschlimmerte. So versuchte die Ferrari-Boxenmauer in Runde fünf, ihn zum Wechsel auf Intermediates hereinzurufen. Hamilton lehnte den Aufruf ab und bestand darauf, dass das Team "ein Risiko eingegangen" sei, an dem es nun festhalten müsse, in der Hoffnung, dass die Strecke abtrockne.
"Und als das dann der Fall war, war es ein gutes Gefühl, die anderen einzuholen. Das Auto fühlte sich danach großartig an. Wirklich gute Boxenstopps von meinen Jungs in der Box und dann eine gute Strategie. Aber dass wir wieder auf das Podium zurückkehren würden, hätte ich nie gedacht. Aber natürlich bin ich wirklich dankbar, dass wir es geschafft haben, wieder hierher zu kommen." Auf die Frage nach seiner Entscheidung, "ein Risiko einzugehen", und was er sagen werde, um sicherzustellen, dass in Zukunft bessere Entscheidungen getroffen werden, antwortete Hamilton: "Ja, ich werde mit den Jungs nicht ins Casino gehen."
Vasseur. "Treffen Entscheidungen alle zusammen"
Für Teamchef Fred Vasseur war das Rennen in Malaysia am Ende "ein gutes Resultat, besonders wenn man sich unsere Positionen nach der ersten Runde anschaut, ist es ein starkes Comeback", wie der Ferrari-Boss am Mikrofon von Sky Sport erklärte. Für den Strategie-Fehler am Start möchte er keine Schuldigen benennen. "Die Reifenwahl am Grid war durcheinander, die Hälfte wählte Slick, die anderen Inters. Wenn man dort steht, schaut man einfach auf den Asphalt - andere Informationen hat man nicht. Am Ende treffen wir die Entscheidungen alle zusammen, es waren schlechte Informationen. Es ist wie es ist."
Auf die Frage, ob Hamilton bei einer anderen Entscheidung möglicherweise um den Rennsieg gefahren wäre, reagierte der Franzose etwas zerknirscht. "Ich mag es nicht, mit 'hätte, hätte, hätte' Rennen zu fahren - aber ja, wir waren nicht weit weg. Jetzt versuchen wir, nächste Woche einen besseren Job zu machen."
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