Liam Lawson disqualifiziert: Hybrid-Trick wird Racing Bulls in Mexiko zum Verhängnis
Liam Lawson ist nach dem Qualifying der Formel 1 in Mexiko disqualifiziert worden. Der Racing-Bulls-Pilot verstieß gegen die Vorschriften zur Reduzierung der elektrischen Motorleistung und muss das Rennen vom letzten Startplatz aufnehmen.
01.11.2026 | 09:01 Uhr
Erstmals in der Saison 2026 schlägt die FIA bei einem umstrittenen Hybrid-Trick durch. Lawson verpasste das vorgeschriebene Timing beim Energiemanagement und flog aus der Wertung.
Die Formel 1 hat ihren ersten prominenten Fall rund um eine umstrittene Hybrid-Regeln der neuen Motorengeneration erlebt. Liam Lawson wurde nach dem Qualifying zum Großen Preis von Mexiko aus der Wertung genommen. Der Neuseeländer verliert somit seinen neunten Platz. Ursprünglich hatte Lawson die achte Startposition eingefahren, eine Strafversetzung nach der Kollision mit Max Verstappen im Training sorgte für die Versetzung.
Im Mittelpunkt steht die Vorschrift zur Reduzierung der elektrischen Leistungseinheit. Nach dem Technischen Reglement darf die zusätzliche Elektro-Power bei Vollgas nicht abrupt wegfallen. Stattdessen muss die Leistung schrittweise mit maximal 100 Kilowatt pro Sekunde reduziert werden.
Die Regel soll verhindern, dass ein Fahrzeug auf einer Geraden plötzlich einen erheblichen Teil seiner Leistung verliert und damit nachfolgende Fahrer überrascht.
Mercedes-Trick verbreitet sich
Bereits seit Saisonbeginn suchen die Teams nach Möglichkeiten, die komplexen Energievorgaben optimal auszunutzen. Besonders im Qualifying entstand ein Problem: Fahrer wollen möglichst die gesamte Batterieleistung bis zur Ziellinie nutzen. Die vorgeschriebene Leistungsreduktion würde jedoch normalerweise Energie für die Zeit nach der Zieldurchfahrt erfordern.
Mercedes entwickelte deshalb in Silverstone eine alternative Vorgehensweise. Fahrer gehen unmittelbar nach der Ziellinie aktiv vom Gas. In diesem Moment greift die stufenweise Reduzierungsregel nicht mehr, da keine Antriebsleistung angefordert wird - ein Trick, der nicht ohne Risiko ist. Der Ansatz verbreitete sich schnell im Fahrerlager und wurde von mehreren Teams übernommen.
Lawson verpatzt Timing
Genau dieser Trick wurde den Racing Bulls nun zum Verhängnis. Alle durch den RBPT-Motor angetriebenen Fahrzeuge nutzten die Strategie auch in Mexiko. Fahrer mussten direkt nach der Ziellinie vom Gas gehen, bevor die Batterie vollständig entladen war.
Auf seinem letzten Versuch in Q2 reagierte Lawson jedoch zu spät. Die Batterie wurde zu stark beansprucht, sodass die vorgeschriebene Leistungsreduktion nicht mehr korrekt eingehalten werden konnte. Die Ingenieure bemerkten den Fehler sofort und meldeten den Vorfall eigenständig an die FIA.
Selbstanzeige schützt nicht vor Strafe
In der Anhörung argumentierte Racing Bulls, der Vorfall habe keinen sportlichen Vorteil gebracht, da er erst nach Abschluss der schnellen Runde auftrat. Außerdem verwies das Team auf die unmittelbare Selbstanzeige.
Die FIA ließ diese Argumente jedoch nicht gelten. Ein Verstoß gegen das Technische Reglement macht ein Fahrzeug automatisch nicht regelkonform. In einem solchen Fall bleibt lediglich die Disqualifikation. Lawson verliert deshalb sämtliche Qualifying-Ergebnisse und muss den Grand Prix vom Ende des Feldes aufnehmen.
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