Stimmen zum Großen Preis von Bahrain in Malaysia mit Verstappen, Antonelli, Ferrari
Prasselnder Regen, streikende Autos - und am Ende die Erlösung für Max Verstappen: Die Formel 1 hat eine chaotische Rückkehr nach Malaysia erlebt.
04.10.2026 | 15:06 Uhr
Die wichtigsten Stimmen zum Großen Preis von Bahrain in Malaysia.
Max Verstappen (Rennsieger Red Bull) ...
… zu seinem ersten Saisonsieg: "Es ist ein wirklich sehr schöner Sieg nach dem Jahr, das wir hatten, und nach den Fortschritten, die wir jetzt gemacht haben. Ich bin unglaublich stolz auf alle. Natürlich ist es sehr, sehr schön, hier zu gewinnen."
… zum turbulenten Rennverlauf: "Es war sehr hektisch. Beim Start sind viele Dinge passiert, dann hatten wir plötzlich keine Leistung mehr und mussten warten, bis sie zurückkam. Aber wir haben die richtige Entscheidung mit den Intermediates getroffen. Danach sind wir Schritt für Schritt nach vorne gekommen und konnten wieder unser eigenes Rennen fahren. Dann kam noch das Safety-Car, aber wir konnten alles kontrollieren."
… zum ersten Sieg mit Red Bull Ford Powertrains: "Es ist unglaublich. Im ersten Jahr mit unserer eigenen Antriebseinheit direkt den ersten Grand Prix zu gewinnen, ist ziemlich beeindruckend."
Kimi Antonelli (Mercedes) ...
… zu seinem zweiten Platz: "Ich denke, das war heute das absolute Maximum, das wir herausholen konnten. Einen riesigen Glückwunsch an Max und Red Bull für dieses unglaubliche Wochenende. Auf unserer Seite gibt es noch einiges zu tun, wir hatten mehr Probleme als gewöhnlich. Trotzdem bin ich mit Platz zwei glücklich."
… zu seinem ersten Rennen in Malaysia: "Es war super. Wir hatten das ganze Wochenende über riesige Unterstützung von den Fans. Vielen Dank dafür. Hoffentlich kommen wir in Zukunft wieder nach Malaysia."
Lewis Hamilton (Ferrari) zu seiner Aufholjagd auf das Podium: "Was für ein hartes Rennen. Wir haben am Anfang ganz klar die falsche Entscheidung getroffen. Es war so schwierig und ich konnte sehen, wie alle davongezogen sind. Auf dem Bildschirm habe ich gesehen, wie weit ich hinten lag, und dachte: Okay, das war es, das Rennen ist gelaufen. Aber ich bin cool und konzentriert geblieben. Dann kam der Reifenwechsel und anschließend die Aufholjagd. Ganz ehrlich: Nach all den Jahren, in denen ich hier gefahren bin, war das heute das beste Rennen, das ich hier gefahren bin."
Toto Wolff (Teamchef Mercedes) ...
… zum zweiten Platz von Kimi Antonelli und dem Ausfall von George Russell: "Ich freue mich natürlich für Kimi. Er hat einige Punkte auf Lewis gutgemacht, das ist richtig gut. Insgesamt bin ich aber überhaupt nicht glücklich. Dass George stehen bleibt, ist für seine Meisterschaft ganz schlecht und auch für uns in der Konstrukteurs-WM ein Knackpunkt. Wir haben noch sieben Rennen. Wenn wir da noch zweimal stehen bleiben, kann es auch für die Konstrukteurs- oder Fahrer-WM schlecht aussehen. Im Moment überwiegt deshalb der Ärger. Das Chassis-Update hat nicht funktioniert, der Motor hat nicht gehalten und auch das Rennen ist gegen uns gelaufen. Zwei Safety-Cars und ein VSC - der ganze Vorsprung, den du dir herausgefahren hast, ist plötzlich weg."
… zum Softwareproblem während der Formationsrunde: "Ich weiß es nicht genau, aber es war ein FIA-Thema. Irgendetwas mit der Software hat nicht funktioniert, ganz besonders bei den Ferrari-Autos. Dann wurde das korrigiert. Wir haben diesen Code ebenfalls bekommen und zum Glück hat es uns nicht negativ beeinflusst."
… zu einer möglichen Rückkehr zum alten Aerodynamikpaket: "Das ist nicht ausgeschlossen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir die alten Teile irgendwo im Lkw finden und wieder ans Auto bekommen."
… zur richtigen Reifenentscheidung beim Start: "Das Strategie-Team und insgesamt die Arbeit an der Boxenmauer waren heute wirklich stark. Wir haben keinen Fehler gemacht. Auch die Mechaniker haben keine Fehler gemacht und sehr schnelle Boxenstopps geliefert. Das war wirklich 1A."
Laurent Mekies (Teamchef Red Bull) ...
… zum ersten Saisonsieg von Red Bull: "Max war dieses Wochenende einfach unantastbar. Das Team hat das Auto Rennen für Rennen verbessert: Monza, Madrid, Baku. Jedes Mal sind wir näher an die Top-Autos herangekommen. Schon vor einer Woche in Baku waren wir ganz nah am Sieg. Hier waren wir ab Freitag auf einem starken Niveau. Es gab wegen des Regens und des Reifenverschleißes viele Fragezeichen für das Rennen, aber wir konnten unsere starke Pace halten."
… zur Entscheidung für den Soft-Reifen: "Was die Slicks angeht, hatten wir uns eigentlich schon am Freitag für den Soft entschieden. Deshalb hatten wir am Freitagabend auch einen Satz harte Reifen zurückgegeben. Für uns war ziemlich klar, dass wir so ins Rennen gehen wollten. Natürlich muss man im Rennen immer flexibel bleiben, aber die Dinge sind so gelaufen, wie wir es am Freitag erwartet hatten."
… zum Softwareproblem vor dem Start: "Das hat uns alle überrascht. Das hat alle Autos betroffen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was dort passiert ist. Zum Glück konnte das Rennen anschließend wieder gestartet werden und wir haben dann die Show erlebt, die wir erlebt haben."
… zu Isack Hadjars fünftem Platz: "Natürlich ist Isack etwas frustriert. Er lag wenige Runden vor Schluss noch auf Platz drei. Aber er hat dieses Wochenende unglaubliche Arbeit geleistet. Ich glaube, wir hatten nach der Formationsrunde einen Schaden am Auto. Das müssen wir noch analysieren. Wir haben dort ganz sicher Performance verloren. Ich bin mir aber sicher, dass er wieder stark zurückkommen wird."
Isack Hadjar (Red Bull) ...
… zu seinem Leistungsproblem beim Restart: "Das war beim Restart. Ich weiß nicht, warum ich so wenig Batterie und so wenig Energie zum Abrufen hatte. Es war, glaube ich, Runde 16. Das muss einfach besser sein. Letztendlich ist es aber sicherlich etwas, das man lösen kann."
… zu seinem Anspruch nach Platz fünf: "Das ist ein Auto, das Rennen gewinnen kann. Dann müssen wir auf Platz zwei landen. Heute war die Pace einfach enttäuschend. Beim zweiten Restart war es schockierend, wie viel schneller die Ferrari waren."
George Russell (Mercedes) ...
… zu seinem erneuten technischen Ausfall: "Es ist fast schon zum Lachen. Ich bin jenseits der Enttäuschung. Das ist in dieser Saison jetzt so oft passiert. Es ist wirklich sehr schade. Aber wir müssen einfach weiterkämpfen. Das Podium sah eigentlich sicher aus. Es war kein überragendes Rennen, aber ein solides. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Ich gewöhne mich langsam an dieses Gefühl und an diese Fragen."
… zu seinen geschrumpften WM-Chancen: "Ich würde nicht sagen, dass es vorbei ist, aber es ist natürlich ziemlich wahrscheinlich. Das ist die Realität. Wenn ich noch zurückkommen möchte, brauche ich Glück auf meiner Seite. Leider ist das momentan nicht der Fall. Statt heute drei Punkte auf Kimi zu verlieren, sind daraus 18 Punkte geworden. Wäre es andersherum passiert, hätte ich 18 Punkte gutgemacht. Es ist sehr schade, aber so ist es nun einmal."
Fred Vasseur (Teamchef Ferrari) ...
… zum Ferrari-Comeback auf die Plätze drei und vier: "Insgesamt war es ein gutes, sehr starkes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass wir nach der ersten Runde irgendwann auf den Plätzen 21 und 22 lagen. Das war ein sehr starkes Comeback und ich bin sehr zufrieden damit."
… zur Reifenentscheidung beim Start: "Die Hälfte hatte Intermediates gewählt, die andere Hälfte Slicks. Wenn du auf dem Grid stehst, schaust du dir den Asphalt an und hast auch nicht viel mehr Informationen. Wir treffen diese Entscheidungen gemeinsam. Uns haben einfach Informationen gefehlt. Trotzdem lief es am Ende gut, die Strategie war gut, die Pace war stark und die Fahrer konnten gut mit den Reifen umgehen."
… zur möglichen Siegchance von Lewis Hamilton: "Ich mag diese ganzen Konjunktive nicht. Aber ja, seine Pace war stark. Jetzt müssen wir einfach schauen, dass wir nächste Woche einen besseren Job machen."
… zum FIA-Softwareproblem: "Es waren nicht nur die Ferrari-Motoren betroffen. Max musste ebenfalls anhalten und, glaube ich, auch Bortoleto. Viele oder alle haben während der roten Flagge die Software gewechselt. Es lag an Parametern, die uns die FIA vor dem Wochenende schickt und die wir in die Software einfügen müssen. Irgendwo gab es dort einen Fehler. Nach der roten Flagge haben wir die Software geändert und danach funktionierte alles wieder."
… zur Rückkehr der Formel 1 nach Malaysia: "Es war ein tolles Rennen. Für die Fahrer war es extrem schwierig, das alles zu managen, weil die Vorbereitungen bei rund 60 Grad Asphalttemperatur stattfinden und wir im Rennen dann bei etwa 33 Grad waren. Aber die Fahrer haben das Rennen genossen und die Fans, glaube ich, auch."
Lando Norris (McLaren) ...
… zu seinem Beinahe-Unfall: "Aus meiner Perspektive konnte ich einfach nicht sehen, wie langsam die Autos auf der Rennlinie waren. Letztendlich ist es natürlich meine Aufgabe, das richtig einzuschätzen. Es war einfach eine ungewöhnliche Situation und hat mich überrascht. Ich kann niemand anderem die Schuld geben als mir selbst."
… zu den Performanceproblemen des McLaren: "Wir verlieren fast zwei Zehntel pro Runde - und das über 55 Runden. Das ist unglaublich schmerzhaft und macht mir das Leben sehr schwer. Aber es gibt auch Dinge, die ich heute selbst hätte besser machen können. Das soll keine Ausrede sein. Es gibt Dinge, die ich verbessern kann, und Dinge, die das Team verbessern kann."
Nico Hülkenberg (Audi) zu seinem elften Platz: "Es war ein intensives Rennen, es ist viel passiert. Es gab ein paar gute Dinge, aber natürlich auch einige nicht so gute. Am Ende waren wir vom Gesamtpaket her einfach nicht stark genug. Vor allem die letzte Kurve hat uns sehr viele Probleme gemacht und auf den Geraden war es ebenfalls sehr mühsam. Deshalb sind wir am Ende leider knapp an den Punkten vorbeigeschrammt. Zum Glück geht es nächste Woche direkt weiter."
Nikolas Tombazis (FIA) ...
… zur Ursache der Probleme in der Formationsrunde: "Unter nassen Bedingungen gibt es aus Sicherheitsgründen andere Software-Einstellungen für die Autos, um die Leistung in bestimmten Sektoren zu reduzieren. In diesem Jahr hatten wir bislang kaum oder gar keine wirklich nassen Bedingungen. Deshalb war diese Software unter realen Bedingungen noch nicht getestet worden. Sie wurde von uns gemeinsam mit den Teams entwickelt und ist bei allen Autos gleich. Es war eine Kombination verschiedener Umstände. Manche Autos sind in der Formationsrunde sehr langsam gefahren. Das hat die Software durcheinandergebracht, sodass einige Autos nicht mehr richtig beschleunigen und auf Geschwindigkeit kommen konnten. Deshalb mussten einige Fahrzeuge anhalten."
… zur Entscheidung, die Startaufstellung wiederherzustellen: "Das Reglement deckt eine solche Situation nicht in jedem Detail ab. Manche Autos hatten nur eine Formationsrunde absolviert, andere schon zwei, und viele waren nicht mehr auf ihrer ursprünglichen Position. Deshalb haben wir mit gesundem Menschenverstand entschieden. Es war weder der Fehler eines Fahrers noch eines Teams. Es wäre unfair gewesen, einzelne Autos dadurch auf einer schlechteren Position zu lassen."
… zur Lösung des Problems: "Wir haben relativ schnell verstanden, was passiert war, und anschließend ein Software-Update an die Teams ausgegeben. Die Teams mussten die Software in den Autos aktualisieren und hatten noch einige Fragen. Insgesamt hat das ungefähr 20 Minuten gedauert. Daher kam die Verzögerung beim zweiten Start."
Sky Sport Experte Ralf Schumacher ...
… zum Softwarechaos und zur möglichen Siegchance von Lewis Hamilton: "Die neuen Regeln sind offensichtlich so komplex für die Teams, dass es dieses Jahr einfach zu viel war. Schlimm, dass so etwas passiert, aber auf der anderen Seite macht es die Formel 1 auch menschlich und anfassbar. Bei Ferrari war es ein Chaos. Lewis Hamilton war wirklich super stark. Ich glaube, wenn er von Anfang an vorne dabei gewesen wäre, hätte er Max das Leben schwer machen können. Ferrari hätte heute um den Sieg fahren können."
… zum Wiedererstarken von Red Bull: "Es sieht zumindest so aus, als hätte man wieder Ruhe im Team und den Weg mit dem Auto zurückgefunden. Man hat wieder ein Paket, mit dem man gewinnen kann. Das ist offensichtlich kein Zufall. Beide Fahrer sind stark. Und vor allem dieses Traumziel, das Dietrich Mateschitz einmal hatte, einen eigenen Motor zu bauen und damit besser zu sein als die größten Hersteller der Welt, ist jetzt Realität geworden."
… zu George Russells WM-Chancen: "Theoretisch ist es noch nicht vorbei. Praktisch bedeutet dieser Rückstand aber, dass Mercedes jetzt alles daransetzen muss, Kimi zu helfen, als Team zu denken und beide Autos nach Hause zu bringen. Der interne Kampf ist damit mehr oder weniger fast ausgeschlossen."
… zu Lando Norris und dem misslungenen McLaren-Update: "Der eigentliche Schock ist für mich: McLaren hat den Weg zur Spitze verloren. Das Update ist definitiv ein Reinfall. Ich hoffe, dass man offen genug ist, das wieder rückgängig zu machen, denn das ist ein Riesenproblem."
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