Check-up zum Madrid Masters mit Zverev, Sinner & Co.
Hala Madrid! In der Caja Magica kommt es zum nächsten kombinierten Mastersturnier.
21.04.2026 | 11:39 Uhr
Das Masters in Madrid findet ohne Lokalmatador Carlos Alcaraz statt, der wegen einer Armverletzung pausieren muss. Dafür mit der Nummer eins Jannik Sinner, Sascha Zverev als den beiden Topgesetzten und bei den Damen mit bislang so dominanten Queens Aryna Sabalenka und Elena Rybakina.
Hier kommt unser Sky Sport Check-up für Madrid mit unserer Reporterin Lisa Halfmann und unseren Kommentatoren Nicky Geuer, Stefan Hempel, Marcel Meinert, Andreas Thies und Paul Häuser.
Favoritencheck Herren:
Nicky Geuer:
"Nummer 1: Jannik Sinner.
In diesen Tagen führt kein Weg an Jannik Sinner vorbei, in Monte Carlo zeigte er eindrucksvoll seine Klasse auf Sand und holte sich die Spitze an der Weltrangliste zurück. Extrem viel Qualität in Aufschlag und Return, Präzision in den Grundschlägen, perfekt ausbalancierte Beinarbeit und Ruhe in den wichtigen Momenten brachten ihm Titel. Aufgrund dieser Leistung und der Abwesenheit von Alcaraz ist er absoluter Topfavorit auf die Krone in Madrid.
Nummer 2: Alexander Zverev.
Sascha Zverev ist die Nummer zwei der Setzliste in Madrid und gehört nicht nur deshalb zu den großen Favoriten. Er ist extrem konstant in den letzten Wochen und erreichte bei seinen letzten vier Turnieren jeweils das Halbfinale, unter anderem auf Sand in Monte Carlo und München. Zverev hat an seinem offensiven Spiel gearbeitet: Er steht näher an der Linie, geht ans Netz, variiert mit Stoppbällen und zeigt insgesamt, dass er sich weiterentwickelt hat.
Nummer 3: Ben Shelton.
Ben Shelton ist schon lange kein reiner Hardcourt-Spezialist mehr und hat in München bewiesen, dass sein Spiel auch auf Sand bestens funktioniert. Das war bereits sein zweiter Titel in diesem Jahr, er reist entsprechend voller Selbstvertrauen nach Madrid. Bei ihm war es eine Frage der Zeit, bis er Konstanz findet und sich die Puzzleteile in seinem Spiel zusammensetzen. Sein Aufschlag springt extrem unangenehm ab, er findet für seine powervollen Schläge mittlerweile eine gute Dosierung, variiert mit dem Rückhandslice und hat ein gutes Timing für den Übergang ans Netz. Er ist entsprechend nur ganz schwer zu schlagen auf dem Sand."
Alexander Zverev - Update:
Stefan Hempel: "Sechs Turniere 2026, fünfmal Halbfinale. Das kostet Kraft, macht Lust auf mehr, sorgt aber auch für eine offene Frage. Ist der Jahresplan von Alexander Zverev zu wenig ausbalanciert? Mutet er sich zu viel zu? Fakt ist, die Herzensangelegenheiten in München. Hamburg und Stuttgart liegen nicht ideal, um jeweils Kraft zu tanken für die ganz großen Ziele. Am Montag wieder ein Jahr älter geworden, bekommt die deutsche Nummer 1 zumindest ein Setzlistengeschenk. Alcaraz fehlt, heißt Zverev ist in Madrid die Nummer 2 in der Auslosung und kann Angstgegner Sinner frühestens im Finale treffen."
Daniel Altmaier, Jan-Lennard Struff und Yannick Hanfmann - Update:
Paul Häuser: "Daniel Altmaier ist immer noch an den Top 50 dran. Leider hat er in München im Achtelfinalmatch Alex Molcan eine große Chance verpasst. Das Halbfinale war für Altmaier mit seinen Möglichkeiten auf Sand sicher drin. Nun wartet in Madrid aber wieder eine ganz brauchbare Auslosung. Zunächst gegen Juan Manuel Cerundolo, den kleinen Bruder Francisco. Altmaier kennt den Argentinier sehr gut, hat bereits fünfmal gegen ihn gespielt und dreimal gewonnen. Danach könnte es gegen den Italiener Luciano Darderi gehen.
Eine verpasste Chance in München war es auch für Yannick Hanfmann. Der war eigentlich ziemlich gut drauf und hatte dann einen schwächeren Tag gegen Alexander Blockx. Nun sehe ich aber richtig gute Chancen für den Karlsruher gegen den US-Boy Marcos Giron, auch wenn der zuletzt auch von Andre Agassi gecoacht wurde. Hanfmann liegen die Bedingungen in Madrid sehr. Bei einem Sieg dürfte er dann gegen seinen guten Kumpel Francisco Cerundolo spielen.
Jan-Lennard Struff wurde in München von einer fiesen Grippe ausgebremst. Nun ist Struffi aber wieder fit, hat sich n der Zwischenzeit von seinem Trainer Markus Wislsperger getrennt. In Madrid geht es zum Auftakt gegen den Franzosen Alexandre Muller, auch eine sehr interessante Auslosung. Danach würde der US-Amerikaner Alex Michelsen warten."
Dark Horses - Players to watch:
Andreas Thies: "Jaume Munar."
Marcel Meinert: "Alexander Blockx."
Nicky Geuer: "Rafael Jodar."
Stefan Hempel: "Rafael Jodar."
Lisa Halfmann: "Rafael Jodar."
Paul Häuser: "Rafael Jodar."
Favoritencheck Damen:
Andreas Thies:
"Nummer 1: Elena Rybakina.
Nach ihrem Sieg beim Porsche Tennis Grand Prix bleibt ihr nur wenig Zeit für die Umstellung auf die Höhe in Madrid, doch die Kasachin spielt ein derart starkes Jahr, dass sie diese locker schaffen sollte. Auch wenn man es ihr nie wirklich ansieht: Das Selbstvertrauen sollte derzeit unerschütterlich sein.
Nummer 2: Aryna Sabalenka.
Erster Auftritt 2026 auf Sand! Seit ihrem Sunshine-Double-Triumph in Indian Wells und Miami hat die Weltranglisten-Erste Pause gemacht. Der Motor wird vielleicht in der ersten und zweiten Runde etwas stottern, doch wer soll sie derzeit besiegen? Auch die Bedingungen in der Höhe in Madrid werden ihr entgegenkommen.
Nummer 3: Jessica Pegula.
Keine Iga Swiatek? Keine Coco Gauff? Nein, das konstantere Jahr spielt Jessica Pegula. Die US-Amerikanerin fliegt immer etwas unter dem Radar, aber sie hat sich inzwischen ein Level erarbeitet, das wenig Ausreißer nach unten zeigt und immer wieder tiefe Läufe in den Turnieren bringt. Zwei Turniersiege 2026 hat sie schon auf dem Konto, unter anderem in Charleston auf dem (grünen) Sand."
Eva Lys - Update:
Marcel Meinert: "Der Comeback-Sieg gegen Paula Badosa in Stuttgart war der erste Erfolg von Eva Lys, seitdem sie sich im Januar eine Knieverletzung zugezogen hatte. Das gibt natürlich rechtzeitig vor den wichtigsten Turnieren der Sandplatzsaison Auftrieb. In Madrid hat sie mit Zhang Shuai (China) eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe, danach könnte sie auch in der Lage sein, Madison Keys Probleme zu bereiten. Doch die Hamburgerin wird sich auf dem Weg zurück zu alter Form erst mal kleine Ziele setzen und sich nicht überfordern. Schließlich kennt sie selbst ihren Körper am besten. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist aber ganz sicher gemacht."
Laura Siegemund und Tatjana Maria Update:
Lisa Halfmann: "Laura Siegemund, die deutsche Nummer eins, ist zurück auf ihrem Lieblingsbelag. Auf der roten Asche fühlt sich die 38-Jährige zu Hause und holte sich 2016 in Bastad und 2017 in Stuttgart ihre zwei WTA-Titel. Geduld, Varianz und eine gute Beinarbeit - wichtige Komponenten auf Sand, die dem Spiel der Deutschen sehr gelegen kommen. Vor genau 10 Jahren schlug Laura Siegemund zum ersten Mal beim WTA-Masters in Madrid auf. Auch 2026 soll nicht das letzte Mal sein, vorausgesetzt der Körper spielt mit.
„Ich habe mir keine Deadline gesetzt. Solange ich die Top 100 halten kann, habe ich auch noch Lust zu spielen. Körperlich wird es aber immer zäher, da geht mir manchmal ein bisschen die Luft aus. Es gibt eigentlich keine Tage mehr, an denen es gar keine Probleme gibt", verriet Siegemund bei den Media Days in Madrid. In Runde eins geht es gegen die Rumänin Irina-Camelia Begu. Eine Gegnerin, die der Deutschen liegt. Die letzten vier Duelle gingen alle an Siegemund. Mit Jasmine Paolini würden dann in Runde zwei aber eine ganz andere Hausnummer warten. Aber um diese Hürde kümmert sich die Deutsche gerne erst nach einem Sieg.
Nach einem durchwachsenen Saisonbeginn 2026 scheint Tatjana „Tadde" Maria wieder zurück in die Spur gefunden zu haben. Ausgerechnet auf dem Belag, der ihr persönlich am wenigsten liegt, dem Sandplatz, erzielte die deutsche Nummer zwei mit dem Halbfinale beim WTA250 in Rouen vergangene Woche ihr bislang bestes Ergebnis in diesem Kalenderjahr. „Ich fühle mich dieses Jahr wohl auf Sand, obwohl es immer mein letzter Belag bleiben wird. Ich bin fit, was sehr wichtig ist auf Sand. Die letzte Woche hat mir noch mal sehr viel Selbstvertrauen gegeben", so Maria vor dem Turnierstart in Madrid.
Mit diesem guten Gefühl will „Tadde" Maria in der spanischen Hauptstadt an die gute Leistung aus der Vorwoche anknüpfen. Die erste Runde gegen die erst 18-jährige Laura Samson, die mit einer Wildcard vom Turnierveranstalter ausgestattet wurde, scheint machbar. Danach wartet die an 28 gesetzte Chinesin Xinyu Wang - eine Masters Auslosung, die schlimmer aussehen könnte."
Dark Horses - Players to watch:
Stefan Hempel: "Alexandra Eala."
Nicky Geuer: "Daria Kasatkina."
Paul Häuser: "Alexandra Eala."
Marcel Meinert: "Paula Badosa."
Andreas Thies: "Zeynep Sönmez."
Lisa Halfmann: "Karolina Pliskova."
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