FC St. Pauli - 1. FC Nürnberg; 2. Bundesliga
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FC St. Pauli - 1. FC Nürnberg. 2. Bundesliga.
Millerntor-Stadion.
20 Ballkontakte hatte St. Pauli im gegnerischen Strafraum, der Club kommt gerade mal auf vier. Aber das scheint ja völlig zu reichen.
Betrachten wir das mal aus Nürnberger Sicht, ist von einer glücklichen Führung zu sprechen. Reichert zeigt bisher eine famose Leistung, ist jeder Situation gewachsen. Seine Vorderleute lassen jedoch viel zu viel zu. Und die Offensive der Franken hat von ihrer bekannten Spielstärke noch nichts gezeigt.
Halbe Stunde gespielt. Und wir wissen jetzt schon, dass es gleich in der Kabine der Gastgeber eigentlich nur um ein Thema gehen kann: die Chancenverwertung. Ansonsten ist das ein erstklassiger Auftritt, an dem es wenig auszusetzen gibt.
Metcalfe läuft frei aus 40 Metern aufs Tor zu. Muss er machen, oder? Eigentlich war das ein Pass von Smith aus dem rechten Halbfeld auf Ceesay, der wie Otto zum Ball geht. Beide verpassen und die Kugel rollt durch ins völlig offene Zentrum. Und Metcalfe erläuft den Ball, hat viel Zeit zu überlegen, ist nicht der schnellste, driftet leicht in die rechte Halbspur, kommt aber an der Strafraumgrenze trotzdem alleine an, nur noch Reichert vor sich, schiebt er knapp am linken Pfosten vorbei.
Die Partie scheint sich gerade ein wenig zu beruhigen, gute Nachricht für die Gäste. Wait a minute ...
Fast eine halbe Stunde gespielt, inzwischen gabs einen harmlosen Versuch von Ghrieb für die Franken. St. Pauli kommt derweil schon auf zwölf Torschüsse. Und da waren ein paar dicke Dinger mit in der Verlosung.
Das war erneut eine Riesenmöglichkeit für die Hamburger, die jedoch in der xG-Statistik gar nicht auftaucht, weil der Abschluss ausblieb. Unter dem Strich können wir aber schon von einem Chancenfeuerwerk sprechen. Der Club wird so gesehen mittlerweile fast ein wenig passiv. Die Ballbesitzwerte sagen was anderes: Da stehen die Gäste nämlich bei 55 Prozent.
Wieder St. Pauli. Aus der Abwehr schlägt Voll einen wunderbaren Ball ins rechte Halbfeld, wo Hrgota frei durch ist und den Strafraum ansteuert. Am Sechzehner nimmt Hrgota den Kopf hoch, sieht den freien Ceesay im Zentrum und legt quer. Reichert löst sich von der Linie und fängt die Hereingabe ab. Wow.
So langsam hätten die Gastgeber schon Anlass zu hadern. Schauen wir spaßeshalber mal auf die xG-Werte, bietet sich folgendes Bild. Nürnberg steht bei 0,00. St. Pauli bei 1,42. Die Gäste sind immer noch ohne Abschluss! Und führen 1:0.
Nach einer Ecke für St. Pauli wirds turbulent. Zunächst wird die Hereingabe von der rechten Seite geklärt. Als Halbvolley haut Oppie den Ball von der Strafraumgrenze ... an die Latte. Und St. Pauli bleibt dran, Smith bringt beim nächsten Versuch den Ball flach an den rechten Pfosten, Ceesay scheitert aus kürzester Distanz an Reichert.
Sonderlich beeindruckt zeigen sich die Hamburger vom frühen Rückschlag nicht. In einer Begegnung auf Augenhöhe sind sie das etwas aktivere Team - mit mehr Zug zum Tor.
Nach seiner Behandlung muss Smith kurz das Spielfeld verlassen - 60 Sekunden, in denen Nürnberg in Überzahl spielen kann. Aber da der Ball die meiste Zeit ruht, passiert gar nix.
Die Partie ist unterbrochen, weil Smith angeschlagen ist, der bei einem Zweikampf im Mittelfeld wohl umgeknickt ist.
Ballgewinn im Mittelfeld durch Ceesay, und der kommt so in eine Umschaltsituation. Er treibt den Ball durchs zentrale Mittelfeld und legt vor dem Sechzehner nach rechts. Rasmussen zieht von dort mit Spielgerät vor den Strafraum und schlenzt aufs lange Eck, verzieht nur knapp.
Einen großen Vorwurf kann man Smith in dieser Situation kaum machen. Aus kürzester Distanz wurde er praktisch angeschossen, als er den Passweg zustellen wollte. Er blieb in der Situation, löblich, aber in diesem Falle unglücklich.
Tor
Tooor! St. Pauli - NÜRNBERG 0:1. Da ist der erste Abschluss, der eigentlich keiner ist. Die Gäste kommen über die rechte Seite, wo Justvan sich etwas glücklich im Zweikampf durchsetzt nach Zuspiel von Janisch durchsetzt, weil Ritzka sich verschätzt. Der Nürnberger geht zur Grundlinie und wandert Richtung Tor, will scharf in den Sechzehner legen, doch Smith hat den Braten gerochen, stochert dazwischen, befördert bei seiner Abwehraktion den Ball aber am kurzen Pfosten in den eigenen Kasten.
Vielleicht ja jetzt? Längere Ballbesitzphase der Franken, die den Ball sehr geduldig im Mittelfeld laufen lassen, immer wieder durch Seitenwechsel Lücken zu reißen versuchen. Doch die Abwehr der Hamburger steht bisher sehr gut, verschiebt schnell und geht die Seitenwechsel mit. Das Tempo hier ist erheblich.
Wie gesagt, das ist hier ein sehr munterer Beginn, auch der Club mischt munter mit, bekommt seine Vorstöße aber noch nicht zu Ende gespielt. Aber hey, wir befinden uns gerade mal in der fünften Spielminute.
Und wieder die Gastgeber, die diesmal mit Hrgota über die rechte Seite kommen. Vor dem Strafraum legt Hrgota ins Zentrum, Fujita fackelt nicht lange und schießt aus 20 Metern halbrechter Position - knapp über die Latte. Ganz schön Zug drin hier.
Groß abgetastet wird hier aber nicht. Beide Teams gehen sofort drauf. So lässt der erste Abschluss auch gar nicht lange auf sich warten. Oppie geht über die linke Seite bis ins Angriffsdrittel und schickt eine halbhohe Hereingabe in den Strafraum, Ceesay hält den Fuß rein und schickt den Ball knapp am langen Pfosten vorbei.
Robert Hartmann pfeift an am Millerntor.
An einer ähnlichen Serie arbeitet zurzeit der Klub aus der Hansestadt. Das Team von Rapp ist seit sechs Partien ungeschlagen. Doch die vielen Remis auf diesem Wege - vier an der Zahl-, die kosten richtig Punkte. Kuriosum am Rande - für beide Teams gabs die letzte Niederlage in einem Ligaspiel gegen Kaiserslautern.
Und zu allem Überfluss ist gestern auch noch der VfL Wolfsburg vorbeigezogen. Zumindest für heute droht von hinten noch keine Gefahr - die übrigen Partien heute spielen in anderen Tabellenregionen. Aber natürlich würde Nürnberg gerne wieder an die Serie vor der Niederlage auf dem Betzenberg anknüpfen, als man neun Spiele in Folge ungeschlagen blieb.
Für den Club war es die zweite Pflichtspielniederlage in Folge, nachdem man in der Vorwoche zu Hause Kaiserslautern unterlag; die Hertha nutzte diese Gelegenheit, um sich an der Spitze etwas abzusetzen. Hat nach dem Sieg gestern jetzt schon zehn Zähler Vorsprung.
Die Franken unterlagen bei Leverkusen 2:5, in Erinnerung bleibt, dass man dabei - keine Schande bei einem Bundesligisten - eine 2:0-Führung aus der Hand gab, dabei hat man reichlich Körner verbrannt, ohne jedoch davon profitieren zu können.
Ob es sich am Ende als Vorteil herausstellt, dass St. Pauli unter der Woche kein Pflichtspiel hatte, weil man bereits in der 1. Pokalrunde rausgeflogen ist?
Die Gäste waren unter der Wochen noch im DFB-Pokal in Leverkusen aktiv, da müssen die Kräfte anders eingeteilt werden. Miro Klose bringt mit Porstner, Ghrieb und Scobel drei Neue für Ceresoli, Böving und Haugen. So sind wir eigentlich wieder bei der Anfangsformation bei der Heimniederlage gegen den FCK angekommen.
Und so starten die Franken: Reichert - Janisch, Kalogeropoulos, Otto, Porstner - Markhiev, Fernandez, Justvan - Ghrieb, Scobel, Lubach.
Nach dem 0:0 bei den Lilien am letzten Sonntag hat Marcel Rapp eine Veränderung vorgenommen. Anstelle von Niang beginnt im Angriff Hrgota.
St. Pauli spielt mit dieser Elf: Voll - Nemeth, Smith, La. Ritzka - Pyrka, Rasmussen, Fujita, Oppie, Metcalfe - Hrgota, Ceesay.
Spitzenspiel in der 2. Liga, nach den gestrigen Ergebnissen ist der Club unter Druck. Und St. Pauli will sich weiter der Spitzengruppe nähern. Wir werfen einen Blick auf die Aufstellungen ...
Herzlich willkommen in der 2. Bundesliga zur Begegnung des 10. Spieltages zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Nürnberg.