Hamburger SV - VfB Stuttgart; Bundesliga
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Hamburger SV - VfB Stuttgart. Bundesliga.
Volksparkstadion.
Heute spielt dafür noch der FC Bayern gegen RB Leipzig um 18:30 Uhr. An dieser Stelle war es das. Vielen Dank für das Interesse und bis dahin!
Der VfB verliert damit am Ende seines Auswärtstrips und bleibt in der Bundesliga weit unter seinen Möglichkeiten. Zwei Siege, vier Niederlagen und für den Moment Rang 13 sind eine schwache Bilanz in dieser Saisonphase. Am Dienstag kommt Atletico Madrid, am Samstag darauf Borussia Mönchengladbach. Der HSV freut sich über den Sprung nach oben, ist nach dem dritten Sieg in Folge jetzt Neunter. Und spielt nächste Woche in Paderborn.
Und eine ganze Traube an Spielern schmeißt sich auf den Matchwinner Muheim. Mit seinem Traumtor entscheidet er das Spiel. Stuttgart verliert damit ein Match, das nie und nimmer verloren gehen darf. Der VfB hatte Chancen für zwei Tage, wusste sie aber nicht zu nutzen. Und hielt den tapferen und sehr gut dagegen haltenden HSV damit am Leben. Der Siegtreffer war jederzeit auf beiden Seiten möglich - und die Hamburger hatten das glücklichere Ende für sich.
Und dann ist Schluss, der HSV gewinnt!
Führich hat noch einen - schießt aber genau auf Heuer Fernandes, der die Kugel im Nachfassen festhält und umjubelt wird.
Assignon erarbeitet die Ecke für Stuttgart auf der rechten Seite, die hebt Führich nach kurzer Ausführung in den Sechzehner. Stiller verpasst seinen Fallrückzieher. Und Chabot schießt aus dem Rückraum viel zu hoch.
Drei Minuten Nachspielzeit nur. Stuttgart in trouble.
Auswechslung
Ein Wechsel, bevor es weitergeht und der Sturmlauf des VfB beginnt. Assignon für Hendriks.
Tor
Toooor! HAMBURGER SV - VfB Stuttgart 1:0. Hamburg bebt! Stuttgart greift an, die flache Hereingabe von links in den Strafraum wird aber abgewehrt. Und dann spielt es der HSV schnell nach vorne: Moffi macht den Ball umsichtig fest und spielt zu Grönbaek, der gibt weiter auf die rechte Seite zu El Ouahdi, der bereits tief in die Stuttgarter Hälfte vordringt, ins Zentrum zieht und den kurzen Pass zu Muheim spielt. Der schießt von halblinks aus 25 Metern mit dem linken Fuß - und versenkt die Kugel schnurgerade im rechten Eck. Traumtor!
Vorlage
Vorlage Zakaria El Ouahdi
Dass dieses chancenreiche Spiel von einem späten Treffer entschieden wird, hätten wir echt nicht gedacht. Wenn überhaupt. Aber noch immer erscheint ein knapper Sieg eines der Teams wahrscheinlicher als ein 0:0.
Der VfB arbeitet am späten Siegtreffer. Pejcinovic reibt sich am Sechzehner auf und bekommt den Ball im Fallen und aus der Drehung zu Prömel gelegt. Der gibt rechts raus zu Sauer, der gibt direkt wieder nach innen zum wieder aufgerappelten Pejcinovic. Und der schießt seine Direktabnahme nur knapp rechts am Tor vorbei.
Gelbe Karte
Stange holt sich recht überflüssig eine Gelbe ab, weil er Prömel vor der Mittellinie am Trikot hängt. Dabei wäre Prömel da nicht weit gekommen, Stanges Kollegen standen gefestigt.
Auswechslung
Der sehr gute Remberg/Lokonga-Ersatz Nadir humpelt erschöpft und leicht angeschlagen vom Feld. Kofi Amoako bestreitet die Schlussphase.
Gelbe Karte
Capaldo kocht etwas über und bekommt für ein Revanchefoul gegen Führich seine zweite Gelbe Karte in dieser Saison. Die Gemüter beruhigen sich schnell wieder, weil Capaldo genau weiß, was er angestellt hat.
Und so geht es mit frischen Kräften in die Schlussphase. In der Stuttgart weiter aufkommt. Mit Führich, der links gegen El Ouahdi andribbelt und den Ball in die Mitte auf den Kopf von Pejcinovic hebt. Der köpft knapp am Tor vorbei.
Auswechslung
Und Grönbaek soll nochmal Tempo reinbringen. Adeline macht dafür Feierabend.
Auswechslung
Vieira geht raus, mit Stürmer Moffi kommt mehr Wucht.
Auswechslung
Beim HSV begrüßen wir gleich drei neue Profis. El Ouahdi kommt für Lemke.
Auswechslung
Im selben Wechselfenster wird auch Leweling ausgewechselt, damit Sauer mitwirken kann.
Auswechslung
Demirovic hatte heute kein Abschlussglück. Dass er in der Bundesliga erneut ohne Tor und bei nur einem Treffer stehen bleibt, ärgert ihn selbst am meisten. Pejcinovic ist jetzt dabei.
Im Zuge dessen wird jetzt regelmäßig Führich gesucht, der mit frischen Beinen für Gefahr auf der rechten Hamburger Abwehrseite sorgen soll. Jetzt zieht er an Wolfe vorbei und gibt den Ball nach innen, wo er auf den Fuß von Stiller abgewehrt wird. Dessen Direktabnahme wird geblockt.
Und Stuttgart versucht dabei, das Tempo zu regulieren und wieder Spielkontrolle zu erlangen. Das geht mit vielen Pässen, bei dem die Zielstrebigkeit Richtung Tor nicht an oberster Stelle steht. Geduld dafür schon.
Gerade wirkt es aber ein bisschen wie die Ruhe vor dem letzten entscheidenden Sturm. Die Fans beider Lager geben ununterbrochen alles, die Teams nehmen nochmal Anlauf.
Stuttgart wird den neuen Input brauchen: Mit dem zweiten Durchgang dürfte der VfB nicht zufrieden sein. Er läuft weitaus weniger dominant als der erste, vielmehr ist der HSV stellenweise das prägendere Team, hat auch mehr Abschlüsse gesammelt. Und wer weiß, vielleicht stellen wir uns in der gleich anbrechenden Schlussphase ja doch noch die Frage nach der Kraft.
Auswechslung
Und Führich rennt jetzt für El Khannouss an.
Auswechslung
Stuttgarts Kader hat echt Tiefe. Ein Champions-League-Team eben. Das weiß natürlich auch Trainer Hoeneß und bringt zwei potenzielle Unterschiedsspieler. Prömel ist neu dabei und spielt für Karazor.
Stattdessen nimmt sich Nadir den nächsten Abschluss nach einem kurz ausgeführten Freistoß. Der neue Mann macht ein gutes Spiel, traut sich jetzt auch den Fernschuss aus weiter Distanz zu. Und schießt aus gut 30 Metern nur einen Meter zu hoch.
Kleine Kuriosität am Rande: Obwohl hier beide Teams mutig und zuversichtlich nach vorne spielen und sich zahlreiche Chancen erarbeiten, haben wir noch keinen einzigen Abseitspfiff gehört.
Wieder so ein gut vorgetragener HSV-Angriff, der von einem präzisen Abschlag von Heuer Fernandes ausgeht. In den schaltet sich Capaldo ein, der sich in den Sechzehner stiehlt und die Flanke von Nadir aus fast zentraler Position per Aufsetzer in die Arme von Bredlow köpft.
Auswechslung
Poulsen wird es nicht schießen, was ihn sichtlich ärgert. Aber ein erfahrener Profi wie er akzeptiert seine Auswechslung nach einer Stunde natürlich trotzdem. Otto Stange ist jetzt neu im Spiel.
24 Torschüsse, beide Teams mit über 1,1 xGoals - hier muss doch endlich mal ein Tor fallen?!
Auch die Keeper machen hier richtig gut mit. Nach einem langen Einwurf von der linken Seite kann Hamburg im eigenen Strafraum zweimal nur per Bogenlampe ungenügend klären. Und die zweite landet halbrechts zehn Meter vor dem Kasten auf dem Schlappen von Undav, der einen technisch anspruchsvollen Volley aus der Drehung Richtung linkes Eck feuert. Heuer Fernandes reagiert glänzend und pariert sehenswert auf der Linie.
Was für eine spektakuläre Szene das war. Der HSV gleicht damit nach Pfostenschüssen aus. Und wir freuen uns, dass das Spiel an Highlightdichte nicht nachgelassen und an Tempo sogar noch zugenommen hat.
Gelbe Karte
Dann schnell wieder auf die andere Seite. Wo Omari mit seinem taktischen Foul im Mittelfeld in dieser äußerst spannenden Sequenz aber erstmal das Tempo wieder rausnimmt. Und die Gebe dafür in Kauf nimmt.
Im Gegenzug beinahe das 1:0 auf der anderen Seite! Der HSV antwortet im direkten Gegenzug und spielt sich vom folgenden Abschlag weg nach vorne. Adeline treibt durchs Zentrum an, spielt dann durch die Gasse nach rechts zu Vieira. Der Spielmacher gibt im Strafraum mit dem ersten Kontakt flach an den Elfmeterpunkt, wo Poulsen mit vollem Tempo kommt und das Leder rechts oben an die Latte zimmert. Die Kugel fliegt hoch hinauf, Seimen ist kurz orientierungslos, erkennt dann aber noch gerade rechtzeitig, dass sie sich gefährlich Richtung Tor senkt und pritscht sie über die Latte.
Das muss das 1:0 für die Schwaben sein! El Khannouss schickt Hendriks links am Strafraum vor die Grundlinie, der hebt den Ball wunderbar vors Tor. Wo Demirovic das lange Eck mit seinem freien Kopfball aus zentralen fünf Metern nur ganz knapp verfehlt.
Schönes Dribbling von Leweling auf der linken Seite, der Nationalspieler tankt sich da an drei Gegenspielern vorbei, der Querpass wird dann aber doch noch zur Ecke geblockt. Die führt zur nächsten Flanke von El Khannouss, die diesmal aber nicht gefährlich wird.
Weil Poulsen jetzt eine gute Chance hat, ist es ein guter Start der Rothosen in den zweiten Durchgang. Es geht über die rechte Seite, wo Adeline an der Mittellinie zwei Stuttgarter mit einem schnellen Haken frisch macht und Möller Wolfe durch die Gasse gen Grundlinie schickt. Wolfe schlägt die Flanke weit in den Strafraum, denn Poulsen steht hinter dem zweiten Pfosten bereit. Das kurze Eck ist kurz offen, Poulsen trifft aber nur den Außenpfosten.
Es wird geschossen. Allerdings indirekt. Muheim spielt den Ball parallel zur Strafraumlinie nach innen. Vieira schießt mit links. Verfehlt das Gehäuse aber deutlich.
Und wir eröffnen den zweiten Durchgang mit einem für den HSV spannenden Freistoß halbrechts und nur wenige Meter vom Strafraum entfernt. Chabot ist Vieira da von hinten zu vehement angegangen. Den kannst du flanken, den kannst du schießen.
Keine Wechsel, weiter gehts.
Das Match hat eigentlich alles, was es braucht, um sich als Beobachter gut unterhalten zu fühlen. Die Tore fehlen allerdings noch. Was etwas verwundert, die Chancen waren nämlich auf beiden Seiten da. Spielerisch ist der VfB erwartungsgemäß besser, in der Mitte des Durchgangs kam der HSV mit guten kämpferischen und läuferischen Mitteln aber auf und erspielte seinerseits zu guten Gelegenheiten. Noch ist völlig offen, wohin sich die Partie entwickeln könnte.
Die ist schnell rum. Es wird pausiert.
Zumal es nur eine Minute obendrauf gibt. Gab aber auch kaum Unterbrechungen.
Stuttgart nimmt sich der Sache gegen Ende der ersten Halbzeit also wieder an. Wenn der VfB die Zügel so anzieht, ist der qualitative Unterschied zwischen Champions-League-Team und Vorjahresaufsteiger dann schon zu erkennen. Trotzdem wirkt es, als ginge es torlos in die Kabine.
Die beste Chance des Spiels resultiert also aus dem besten Angriff, da war der VfB der Führung so nah wie man nur sein kann. Auch danach bleibt Stuttgart gefährlich. Erst flankt El Khannouss eine weite Freistoßflanke, den Kopfball von Demirovic boxt Heuer Fernandes mit beiden Fäusten über die Latte. Dann schlägt El Khannouss die folgende Flanke nach kurzer Ecken-Ausführung scharf ins Zentrum, wo Jeltsch und Chabot nur mit Mühe verteidigt werden können.
Länger war nichts mehr vom VfB zu sehen, das heißt aber nichts. Auftritt Undav, der fast zur Führung einschießt. Der Nationalspieler leitet den Gegenangriff selbst ein, spielt aus dem Mittelkreis links in die Tiefe. Leweling läuft dem Ball hinterher, spielt dann von der Sechzehnerkante mit Übersicht flach ins Zentrum. Wo Undav aus halblinken elf Metern mit der Innenseite direkt schießt und nur den linken Pfosten trifft. Glück für den HSV!
Nadir mit dem Fieldgoal, der Schuss aus 30 Metern fliegt sogar über das Fangnetz. Ein seltenes Ereignis für die Fans, die jedes Mal dahinter sitzen.
Dann kommt aber nochmal was vom HSV, mehr als eine Halbfeldflanke von Capaldo von der rechten Seite ist es aber auch nicht. In die hält Karazor die Hacke, verlängert so zur Ecke. Die wird diesmal kurz ausgeführt. Und landet dann über Omari ganz weit hinten bei Keeper Heuer Fernandes. Merkwürdige Variante.
Stuttgart ist es nicht anzumerken, dass das heute das dritte Auswärtsspiel in sieben Tagen ist. Die VfB-Profis sind körperlich wie mental voll auf der Höhe. Der Unterhaltungswert sinkt jetzt allerdings ein klein wenig, weil die Szenen weniger werden.
Eine halbe Stunde ist rum, das wirklich gute und ansehnliche Spiel hätte ein Tor verdient, egal auf welcher Seite. Beide Teams sind voll da und kommen zu ihren Möglichkeiten. Stuttgart hat die Nase weiterhin leicht vorn, der HSV hat sich aber gut reingekämpft.
Auf der anderen Seite leistet sich Omari in der eigenen Hälfte einen schweren Ballverlust gegen El Khannouss. Stiller hebt das Leder daraufhin schnell in die Spitze zu Demirovic. Der wird noch von zwei Hamburgern bedrängt. Und schickt seinen Schuss aus 16 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei.
Und die Ecke von der linken Seite wird gleich gefährlich. Muheim schlägt sie rein, Bornauw köpft aus zentralen zehn Metern, Viera hält vor dem Kasten noch das Knie rein. Vom Portugiesen abgefälscht fliegt die Kugel gen linkes Eck. Seimen streckt sich und wehrt erfolgreich ab. Hamburg bleibt noch dran, Poulsen sammelt noch einen Abschluss, trifft das Tor aber nicht.
Der Hamburger SV spielt sich erstmals ein bisschen in der gegnerischen Hälfte fest, Auslöser ist ein kurz ausgeführter Freistoß auf der linken Seite. Vieira schlägt dann gleich zwei Mal den Ball in den Strafraum. Und beim dritten Mal gibt es die erste Ecke für den HSV.
Auch sowas trägt dazu bei, dass das hier eine interessante Angelegenheit ist: Adeline rauscht im Mittelfeld voll in Chabot rein und räumt Stuttgarts Abwehrchef ordentlich ab. Das sorgt aber keinesfalls für Aufregung oder Reiberei. Vielmehr bleibt Adeline gleich bei Chabot und erkundet sich nach dessen Wohlbefinden. Chabot berappelt sich, nimmt die Entschuldigung an. Und der heftige Crash ist ohne Allüren erfolgreich verarbeitet.
Hamburg wird dann aber besser, Hamburg wird aktiver und nimmt mehr am Spiel teil. Es entwickelt sich ein gutklassiges Match auf Augenhöhe. Wenn der HSV jetzt noch den Offensivgang findet, ist noch mehr drin.
83 Prozent Ballbesitz für den VfB. In Worten: fast alles. Stuttgart legt eine immens dominante und mächtige Anfangsphase hin. Die frühe Führung, sie wäre verdient und möglich. Aber noch arbeitet der HSV erfolgreich dagegen und hat das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite.
Die nächste gefährliche Flanke von El Khannouss, der einen auffälligen Start ins Spiel hinlegt. Die kommt mit viel Zug aus dem rechten Halbfeld ins Zentrum. Demirovic steigt zentrale sieben Meter vor dem Tor hoch. Und ärgert sich über sich selbst, dass er seinen ziemlich freien Kopfball nicht sauber trifft. Die Kugel rutscht ihm über die Stirn. Da war mehr drin.
Lemke grätscht El Khannouss sauber ab und bekommt dann die Stollen seines Gegenspielers unglücklich ins Gesicht. Lemke blutet, muss deswegen behandelt werden und wird für mindestens eine Minute aus dem Verkehr genommen.
Sechs Abschlüsse also schon vom VfB nach nicht mal zwölf Minuten, das ist ein guter Start der Schwaben. Von Müdigkeit oder Reisestrapazen keine Spur. Der Ball läuft auch gut und scharf durch die Reihen. Und der HSV hat alle Hände voll zu tun, um den Druck so gering wie möglich zu halten.
Dann ist Undav überrascht, dass die Flanke von El Khannouss nach dessen energetischem Antritt von der rechten Seite zu ihm durchkommt. Vor ihm nämlich springt Demirovic unter dem Ball her und Capaldo zieht merkwürdigerweise den Kopf ein. Undav bekommt ihn dann nur an die Schulter und lenkt ihn unkontrolliert knapp übers Tor.
Die erste Ecke der Partie wird per Variante ausgeführt und landet im Rückraum bei El Khannouss. Der verfehlt das lange Eck um einen Meter. Aber das ist ein ganz schön munterer Beginn.
Auf der anderen Seite patzt Heuer Fernandes: Den harmlosen Fernschuss von Vagnoman lässt er nach vorne prallen. Demirovic setzt nach, wird aber noch gerade so von Capaldo verteidigt, der Glück hat, dabei keinen Elfmeter zu verursachen. Dann darf Undav sich noch am Abstauber probieren, wird aber geblockt.
Und das erste Highlight: Hamburg stellt vorne zu und Stiller spielt einen fast folgenschweren Fehlpass im Aufbauspiel. Der Ball wird abgefangen und direkt zu Vieira zentral an Strafraum gespielt. Der Portugiese dreht sich flink auf und zieht sofort ab, sein Schuss aus 16 Metern segelt aber knapp links oben am Ziel vorbei.
Nach drei Minuten brandet dann aber der Support auf und wir haben die Atmosphäre, die es zu erwarten gab. 6.000 Auswärtsfahrer, volles Haus, zwei Choreos, tolle Stimmung. Und der Nebel ist auch weg. Und das 108. Duell dieser beiden Traditionsmannschaften darf Fahrt aufnehmen.
Eine große Choreo auf der Hamburger Nordkurve sorgt dafür, dass der Strafraum von Heuer Fernandes in dichten Nebel gehüllt ist. Gleichzeitig schweigen beide Ultra-Gruppen aber, was die Wirkung der schönen Choreo etwas verblassen lässt. Es herrscht eine etwas beklemmende Stimmung in den ersten 90 Sekunden, in denen Stiller sogar schon einen ganz guten Fernschuss anbringt, der nur knapp am linken Tor vorbeitickt. Aber nicht ohne Grund: Die Choreo ist einem verstorbenen HSV-Fan gewidmet, dem schweigend gedacht wird.
Anpfiff von Schiedsrichter Robert Hartmann!
Stuttgart gewann fünf der letzten sechs Spiele gegen den HSV, die einzige Niederlage in dieser Zeit gab es aber ausgerechnet im letzten Gastspiel im Volksparkstadion vor gut einem Jahr, als Fabio Vieria in Unterzahl ein Kontertor schoss, an das sich Stuttgarter wie auch Hamburger sicherlich noch gut erinnern können. Gewissermaßen gibt es also auf beiden Seiten offene Rechnungen zu begleichen.
Vor allem das 3:2 in letzter Minute gegen Hoffenheim riss viele nach Sinsheim gereiste Hamburger Fans aus den Stühlen. Der Sieg war jedoch teuer: Mit Nicolas Remberg verletzte sich der Kapitän und vielleicht wichtigste Spieler des Teams schwer am Kreuzband, seine Saison ist so gut wie gelaufen. Weil auch Lokonga Probleme aus Sinsheim mitnahm, muss Polzin plötzlich seine etablierte Schaltzentrale auf der Doppelsechs ersetzen. Gut, dass Muheim wieder fit ist und sich als Joker gleich mit einem Tor und einer Torvorlage zurückmeldete.
Beim Hamburger SV wartet die dritte Auswärtsaufgabe in sieben Tagen auf die Schwaben. Strapazen, die ein auf Champions-League-Fußball ausgelegter Kader für gewöhnlich auffangen sollte, die aber trotzdem nie vernachlässigt werden sollten. Der HSV meldete sich zuletzt angesichts eines drohenden torlosen Fehlstarts mit der Vertragsverlängerung von Chefcoach Polzin und zwei emotionalen Siegen gegen Köln und Hoffenheim in der Saison an.
Und wenn jetzt auch noch Denis Undav auf seine gewohnt zuverlässige Torquote kommen sollte, kann mit Stuttgart auch mittel- bis langfristig wieder gerechnet werden. Der viel kritisierte Nationalspieler bzw. zuletzt eben Nicht-Nationalspieler und Torjäger bzw. zuletzt eben Nicht-Torjäger schoss in Bratislava endlich sein erstes Saisontor. Trainer und Mitspieler lobten ihren Kapitän, der Stürmer nahm es gewohnt lässig mit einem Achselzucken hin.
Und die Aussicht ist gut, schließlich präsentiert sich der VfB nach der langen Länderspielpause in guter Form. Das 2:0 gegen Paderborn riss keine Bäume aus, wurde auswärts aber sachlich und erfolgreich gestaltet. Und das 3:0 gegen Bratislava, ebenfalls auswärts, sorgte dafür, dass sich Stuttgart mit Teams wie Barcelona, PSG, Liverpool oder Arsenal einreihen darf: Allesamt sind sie in der Königsklasse noch verlustpunktfrei.
Stuttgart gegen Hamburg ist nach fünf Spieltagen in der Bundesliga ein Duell der Tabellennachbarn. Das heißt aber nicht, dass der HSV in seinem zweiten Erstligajahr nach der ersehnten Rückkehr plötzlich wieder auf Champions-League-Niveau spielt. Sondern dass vielmehr der VfB bislang punktetechnisch weit unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Zwei Siege gegen Köln und Paderborn sind nicht der Anspruch des Vorjahresvierten. Das soll heute verbessert werden.
Beim VfB steht Seimen wieder für Bredlow im Tor. Außerdem spielen Karazor, Leweling und Demirovic allesamt positionsgetreu für Prömel, Führich und Pejcinovic. Coach Hoeneß verteilt die Belastung nach dem 3:0-Erfolg in der Champions League bei Slovan Bratislava also auf vier Köpfe.
So spielt der VfB Stuttgart: Seimen - Vagnoman, Jeltsch, Chabot, Hendriks - Karazor, Stiller - Leweling, Undav, El Khannouss - Demirovic.
Der HSV feierte zuletzt einen emotionalen Sieg in Überzahl bei der TSG Hoffenheim. Im Vergleich dazu muss Trainer Polzin zwei Mal wechseln: Kapitän Remberg und dessen Partner auf der Doppelsechs, Sambi Lokongo, stehen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Muheim und Nadir ersetzen sie.
So beginnt der Hamburger SV: Heuer Fernandes - Capaldo, Bornauw, Omari - Wolfe, Nadir, Muheim, Lemke - Vieira, Adeline - Poulsen.
Herzlich willkommen in der Bundesliga zur Begegnung des 6. Spieltages zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart.