Hallescher FC - FC Schalke 04; DFB-Pokal 1. Runde
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Hallescher FC - FC Schalke 04. DFB-Pokal 1. Runde.
ERDGAS Sportpark.
Hallescher FC 2
- V Kastull ()
- N Stierlin ()
FC Schalke 04 5
- D Ljubicic ()
- E Dzeko ( 11m, )
- M Sylla ()
- C Adamu ()
Das wars an dieser Stelle. Am 01. und 02. September wird die erste Pokalrunde mit den Spielen des BVB und des FC Bayern komplettiert. Vielen Dank für das Interesse und bis dahin!
Schalke 04 steht damit im DFB-Pokal zum sechsten Mal in Folge in der 2. Runde. Die letzten fünf Jahre war hier gegen 1860 München, Hoffenheim, St. Pauli, Augsburg und Darmstadt 98 Schluss. Jetzt freut sich Königsblau aber erstmal auf das erste Bundesligaspiel seit drei Jahren: Sonntag, 17:30 Uhr, beim FC Augsburg. Der HFC spielt am Samstagmittag bei der Zweitvertretung von Hertha BSC.
Die Nachspielzeit hätte sich Schalke 04 sparen können, zu einseitig war diese Partie, am Ende wird es Königsblau egal sein, Hauptsache die 2. Runde wurde erreicht. Und das schaffte Königsblau verdient. Der Hallesche FC spielte tapfer und warf alles rein, war aber die gesamte Spieldauer erwartbar unterlegen. Mit Glück bei zwei Standards konnten zwei Tore erzielt werden, den Rest des Abends drückte S04 dem Spiel seinen Stempel auf, das mit Dzeko auch noch den Matchwinner einwechseln konnte.
Und so ist dieses Spiel dann jetzt auch um. Schalke gewinnt mit 5:2 beim Halleschen FC.
Die letzten Minuten verstreichen. Nachspielzeit ist keine mehr angezeigt.
Tor
Toooor! Hallescher FC - FC SCHALKE 04 2:5. Die Räume für Schalke 04 sind geöffnet. Gosens prescht links rein und wird vom spielstarken El-Faouzi Richtung Grundlinie bedient. Die Hereingabe findet Dzeko, der will sechs Meter vor dem Tor eigentlich köpfen, nimmt dann doch den Fuß, scheitert erst noch auf der Torlinie. Stochert den Abstauber aber erfolgreich über die Linie.
Trotz der Unterzahl kommt Damelang nochmal zu einem Abschluss. Doch der segelt viele Meter rechts am Winkel vorbei. Und dann zieht sich der Muskel zum Krampf zu. Erstaunlich, wie Damelang damit trotzdem direkt wieder nach hinten eilt.
Nie schön zu sehen, wenn ein Koloss wie Kastull so regungslos zu Boden sinkt. Er steht aber wieder, ist jedoch derart benommen, dass an ein Weiterwirken nicht zu denken ist. Er schwankt Richtung Auswechselbank und der HFC muss das Spiel in Unterzahl beenden. Coach Schröder darf nicht mehr wechseln.
Kastull wird im Kampf um einen hohen Ball vom eigenen Torwart abgeräumt. Bendel trifft seinen Verteidiger da am Kopf und am Rücken, der wuchtige Kastull sinkt zu Boden und scheint kurzzeitig das Bewusstsein zu verlieren. Sofort eilen die Betreuer herbei.
Welche Note hält dieses kaum zu greifende Spiel noch für uns bereit? Nach einem langen Einwurf von Kastull, der dafür extra die Spielseite wechselt, wuselt sich Atilgan im Gewühl vors Tor. Karius schmeißt sich rein und pariert nur wenige Meter vor einem Tor. Dass ihm der Ball genau in den Schritt fliegt, muss er danach kurz wegatmen.
Halle gibt nicht auf. Und Schalke macht die Tür immer noch nicht zu: Eine Flanke von rechts verunglückt eigentlich und hoppelt die Strafraumlinie entlang. Baro setzt sich von der Abwehrkette ab und schießt aus der Drehung. Zwei Meter drüber.
Die letzten 15 Minuten laufen.
Auswechslung
Letzter Wechsel bei S04: Aouchiche geht für Neuzugang Tanaka.
Dem Hallschen FC geht in dieser Verlängerung die Puste aus. Und damit entgleitet dem Regionalligisten die Partie dann doch. Schon das Erreichen der Verlängerung war glücklich und ist als Erfolg zu werten. Mit den zwei Toren von Sylla und Adamu scheint diese Partie nun aber wirklich entschieden zu sein.
Pause in der Verlängerung.
Tor
Toooor! Hallescher FC - FC SCHALKE 04 2:4. Und so schwimmen dem HFC die Felle dann auch davon. Dzeko reibt sich bei einem langen Ball auf und gibt ihn von links im Sechzehner vor den ersten Pfosten. Dort beweist Sylla gute Ballbehandlung, stoppt die Kugel sauber und hebt ihn dann vors Tor. Wo Adamu frei steht und aus vier Metern ohne Probleme einköpft.
Vorlage
Vorlage Moussa Sylla
Vor allem die Startelfspieler laufen beim HFC nicht mehr sonderlich rund. Die Kraftvorteile scheinen bei S04 zu liegen, wo noch kein allzu großer Verschleiß erkennbar ist.
Einwurf für Halle auf der rechten Seite, den schleudert Kastull in den Strafraum. Schmedemann verlängert mit dem Hinterkopf und Stierlin kommt tatsächlich vor Ayhan an den Ball, trifft ihn aber nicht satt. Und Karius hat mit dem auftickenden Ball keine Probleme.
Dzeko kommt also nach einer Stunde ins Spiel und macht erst ein Elfmetertor und legt dann gewieft für Sylla auf. Der Gamechanger für S04, das sich diese Verlängerung aber eigentlich hätte sparen müssen. Geht es sich jetzt aus, oder beweist Halle nochmal Moral? Gerade deutet wenig darauf hin. Das hat es in der 90.+1 Minute aber auch nicht.
Tor
Toooor! Hallescher FC - FC SCHALKE 04 2:3. Wieder Sylla, und diesmal klingelt es: Wieder geht es über links, diesmal mit Adamu und El-Faouzi. Und diesmal gibt El-Faouzi den Ball an den Elfmeterpunkt, wo Dzeko mit dem ersten Kontakt blitzsauber für Sylla nach vorne prallen lässt. Kastull steht zu tief, deswegen ist Sylla nicht im Abseits. Und der Schuss von halblinks aus gut sieben Metern geht ins lange Eck. Bendel ist beim Schuss gegen seine Laufrichtung noch dran, doch der Ball rutscht ihm unter der Hand durch.
Vorlage
Vorlage Edin Dzeko
Gut gespielt von Gosens und El-Faouzi auf der linken Seite, El-Faouzi ist es dann auch, der den Ball flach in die Mitte legt. Noch vor dem ersten Pfosten kommt Sylla ran. Der Stürmer schießt aus der Drehung und aus spitzem Winkel. Genau in die Arme von Bendel.
Ein Freistoß aus dem rechten Mittelfeld führt zu einer Ecke für S04, die achte, die Aouchiche in diesem Spiel in die Mitte schlagen darf. Und das war eine der besseren Sorte: Schallenberg rennt am ersten Pfosten in den Ball. Und köpft nur knapp am Tor vorbei ins Außennetz.
Der Hallesche FC hat aus 0,31 xGoals zwei Tore gemacht. Schalke 04 hat aus 2,76 xGoals auch zwei Tore gemacht. Da fällt es leicht, den Fehler aus S04-Sicht zu finden.
Damit sehen wir ab sofort die sechste Verlängerung in dieser ersten DFB-Pokal-Runde. Weiter gehts.
Dass wir hier den 30-minütigen Zuschlag bekommen, stand wahrlich nicht im Programm, nachdem Ljubicic und Dzeko dieses einseitige Spiel, das eigentlich nur in eine Richtung ging, mit ihren Toren im zweiten Durchgang für Schalke noch drehen konnten. Doch der eine HFC-Vorstoß zwang Karius zur Parade. Und die Ecke führte zum zweiten Halle-Treffer. Schalke machte gegen einen destruktiven und begrenzten Gegner viel zu wenig aus der Dominanz. Und dürfte sich enorm über den späten Ausgleich ärgern.
Aber so kommt es. Nach der regulären Spielzeit geht es im Spiel des Bundesligisten gegen den Viertligisten in die Verlängerung.
Sechs Schüsse, drei Ecken, daraus entstehen zwei Tore. Unglaublich, was Halle hier aus den nicht vorhandenen Möglichkeiten gemacht hat. Dieses Spiel darf eigentlich nie und nimmer in die Verlängerung gehen.
Tor
Toooor! HALLESCHER FC - FC Schalke 04 2:2. Doch die Karius-Parade reicht Schalke nicht, um das Spiel zu ziehen. Die nachfolgende Ecke wird am Elfmeterpunkt unglücklich auf den Fuß von Stierlin verlängert. Der lässt den Ball 15 Meter halblinks vor dem Tor einmal aufticken und schießt dann per Dropkick. El-Faouzi fälscht noch ab und es schlägt links im Eck ein.
Dann aber das: Karius muss noch den einen Ball halten. Eine lange Flanke rutscht von der rechten Seite links in den Strafraum durch zu Atilgan. Der will den Ball aus der Luft querlegen, daraus wird, weil abgefälscht, aber ein gefährlicher Abschluss, den Karius mit einem starken Hechtsprung entschärft.
Den folgenden Freistoß von kurz hinter der Mittellinie schlägt Keeper Bendel weit nach vorne. Ein Torschuss entsteht daraus aber nicht. Davon hatte der HFC im gesamten Spiel nur fünf, davon vier allein im ersten Durchgang.
Gelbe Karte
Ayhan führt sich gleich mal mit einer Gelben Karte ein, weil er gegen Bocar Baro zu spät grätscht. Außerdem hatte das Foul eine taktische Note.
Zwei neue Stürmer für den HFC, ein neuer Verteidiger für S04, da ist jeweils klar, wo die Reise in den letzten fünf Minuten der Partie hingehen soll. Schalke hat damit wieder zurück auf die Fünferkette gestellt, die zwischenzeitlich nach der Auswechslung von Katic aufgelöst wurde.
Auswechslung
Bei S04 geht Ljubicic runter. Mit Mertcan Ayhan kommt mehr Dichtung fürs Abwehrzentrum.
Auswechslung
Zeitgleich wird Ratifo ausgewechselt. Stobbe spielt jetzt mit.
Auswechslung
Zwei Wechsel beim HFC: Atilgan kommt für Landgraf.
Da hat Halle das Glück mal verlassen. Das war ein unglücklicher Elfmeter. Da hat Kastull einfach für den Bruchteil einer Sekunde nicht richtig aufgepasst und falsch gehandelt. Und wenn dann auch noch ein Dzeko beim Gegner auf dem Feld steht ...
Tor
Tooooor! Hallescher FC - FC SCHALKE 04 1:2. Dzeko lässt sich diese Chance nicht nehmen. Der Routinier nimmt sich die Kugel, rennt ohne Umwege an und zimmert sie zentral unters Tordach. Bendel taucht ab. Und ist dadurch chancenlos.
Elfmeter für Schalke! Ein bisschen aus dem Nichts. Gosens spielt den Ball seitlich von der Mittellinie nach vorne Richtung Sechzehner. Sylla hetzt hinterher und hält geschickt den Fuß rein. Lässt sich von Kastull, der nur den Ball wegschießen will, an den Knöchel treten - und das alles genau im Sechzehnereck. Eine knappe Entscheidung, aber es ist völlig richtig, dass Schiedsrichter Jöllenbeck auf den Punkt zeigt.
Da taucht Dzeko erstmals auf. Becker mit dem hohen Ballgewinn 40 Meter vor dem Tor, eher zufällig prallt der Ball in diesem Zuge an die Beine von Adamu und von dort in den Sechzehner. Dzeko zieht hinterher und schießt im Fallen nach einem langen Schritt aus 15 Metern direkt mit rechts Richtung linkes Eck. Und verfehlt das nur um einen Meter.
Auswechslung
Gleichzeitig geht auch Lennard Becker runter. Und macht damit Platz für Kulke.
Auswechslung
Den folgenden Freistoß hebt Aouchiche zentral aus dem Mittelfeld in den Sechzehner - und ist Seitenaus. Dann wird beim HFC gewechselt. Bocar Baro spielt jetzt für Benyamina vorne drin.
Gelbe Karte
Harte Grätsche von Ratifo, der hinter der Mittellinie seitlich in Becker reinrauscht. Dafür gibt es die nächste Gelbe Karte.
Gelbe Karte
Benyamina steht erst meterweit im Abseits. Und gibt dann den Ball nicht frei. Eine Gelbe Karte der vermeidbaren Art.
Und mitten rein in dieses Gefühl, als würde das Spiel jeden Moment auch auf der Anzeigetafel kippen: ein winziger Nadelstich des Regionalligisten. Endlich setzt sich der HFC im Mittelfeld im Kampf um den Ball mal durch, so kann Hauptmann das halbrechte Feld überbrücken und zu Benyamina rausspielen. Der flankt an den zweiten Pfosten. Etwas zu hoch für Ratifo, der die Kugel nicht aufs Tor gedrückt bekommt.
Benyamina und Ratifo mit dem nächsten von so vielen Ballverlusten der Hallenser an der Mittellinie. Und wir lernen: Auch ein Ballbesitz von 17 Prozent kann noch weiter sinken.
Darüber, dass Schalkes Ausgleich verdient ist, brauchen wir nicht zu debattieren. Wenn auch nicht alles gelingt, der Bundesliga-Aufsteiger macht ein ordentliches Spiel. Auch das Tor war schön herausgespielt. Halle bleibt in seinen Mitteln limitiert. Es spricht gerade nicht viel für den Außenseiter.
Auswechslung
Außerdem freuen wir uns auf und mit Robin Gosens, der erstmals für seinen Herzensverein in einem Pflichtspiel in Königsblau aufläuft. Vitalie Becker räumt dafür die linke Abwehrseite.
Auswechslung
Kurz nach dem Ausgleich wird auch bei Schalke erstmals gewechselt. Und wir begrüßen Edin Dzeko in der neuen Saison. Der Stürmerstar spielt jetzt für Katic.
Auswechslung
Der Hallescher FC reagiert mit einem Wechsel auf den Gegentreffer: Schmedemann kommt für Hartmann.
Tor
Toooor! Hallescher FC - FC SCHALKE 04 1:1. Der überfällige Ausgleich fällt nach knapp einer Stunde: Adamu macht einen Ball 40 Meter vor dem Tor mit der Brust fest, dreht sich zur Abwehrkette hin und steckt wunderbar nach links für Aouchiche durch. Der gibt in die Mitte, wo Halili sich voll reinschmeißen muss, um vor Sylla zu klären. Er befördert den Ball aber nur Richtung Elfmeterpunkt, wo der nachrückende Ljubicic frei steht und sicher verwandelt.
Ljubicic ist seit der Auswechslung von Dina Ebimbe auf die rechte offensive Seite gerückt. Von dort schlägt er den Ball flach ins Zentrum, wo Halle zur Ecke klären kann. Und bei diesen Standards, da hat Schalke noch nicht das Glück auf seiner Seite. Es wird geflippert. Doch anders als beim HFC, steht in Königsblau keiner bereit, um die Kugel zu versenken.
Timo Becker versucht, von der rechten Seite mit einer Einwurfschleuder Gefahr hervorzurufen. Und das gelingt sogar. Katic verlängert den Ball. Auf den Fuß von Sylla. Der bringt Wucht hinter die Kugel. Aber keine Präzision. Bendel steht richtig und pariert abermals sicher.
Es bleibt also eine einseitige Angelegenheit. Halles Führung ist mehr denn je äußerst schmeichelhaft. Vorstöße, Konter oder Ballbesitzphasen gibt es keine. Es spielt einzig und allein Schalke 04.
Gelbe Karte
Landgraf gräscht am Ball vorbei und dann voll in Ljubicic rein, zieht dabei sogar noch das Bein nach. Die Gelbe Karte hat er sich redlich verdient.
Die Ecke ist gefährlicher: Erneut kommt der Ball von der linken Seite ins Zentrum. Katic setzt sich dort gegen Halili und Lennard Becker robust durch, lässt den Ball über die Schädelplatte gleiten. Und köpft nur knapp am langen Pfosten vorbei. Bendel guckt nur hinterher.
Wenig verwunderlich, dass sich das Bild im zweiten Durchgang nicht ändert. Schalke rennt an. Doch ein Schuss von Aouchiche von links im Strafraum wird geblockt. Und die erste Ecke von links wird am ersten Pfosten zwar gefährlich verlängert, vor Adamu im Zentrum kann ein HFC-Profi aber noch rechtzeitig klären.
So Spiele bieten dann solch kuriose Statistiken. Wie die von Kastull: Der Torschütze hat im gesamten ersten Durchgang nur einen einzigen Pass gespielt. Oder die von Benyamina: Der Stürmer sollte vorne eigentlich der Go-to-Guy sein, war aber nur drei Mal am Ball. Und über den Ballbesitz haben wir ja schon gesprochen. Knapp über 17 Prozent reichten Halle für ein 1:0 zur Pause.
Gelbe Karte
Lennard Becker begrüßt El-Faouzi gleich mal im zweiten Durchgang mit einer kernigen Grätsche in der Nähe der Mittellinie. Das gibt Gelb für den Mittelfeldmann des HFC.
Heißt aber auch: Gosens und Dzeko sitzen weiter nur auf der Bank. Je länger es hier 1:0 für den Regionalligisten steht, umso weniger Sinn macht das. Obwohl S04-Trainer Muslic natürlich am besten weiß, in welcher körperlicher Verfassung seine potenziellen Leistungsträger sind. Aber vor allem Dzeko mit seiner Wucht und seinem Torriecher darf hier eigentlich nicht mehr all zu lange fehlen.
Weiter gehts. Der HFC bleibt personell unverändert.
Auswechslung
Schalke wechselt das erste Mal: Der blasse Dina Ebimbe bleibt draußen. Adamu soll offensiv mehr durchschlagen.
DFB-Pokal at its best. Der Bundesligist reibt sich gegen den Regionalligisten auf, Schalke 04 hat über 80 Prozent Ballbesitz und durch Sylla die beste Torchance der Partie auf seiner Seite. Das Tor aber schießt der Hallesche FC, weil Kastull beim einzigen Eckball seines Teams zufällig richtig steht. Das zähe Ringen ist damit endgültig eröffnet.
Eine Minute Nachspielzeit, die ist schnell um. Halbzeit!
Tor
Toooor! HALLESCHER FC - FC Schalke 04 1:0. Hach, Pokal. Du unvorhersehbarer Spielfilm. Die Ecke wird von der linken Seite im hohen Bogen in den Sechzehner geschlagen. Stierlin kommt ran, aber nicht wirklich zum Abschluss. Es wird kurz geflippert, dann steht Kastull richtig. Und schießt den auftickenden Ball aus fünf Metern von rechts neben dem Tor ins lange Eck ein.
Nach einem dieser langen Bälle gewinnt Halle mal einen zweiten Ball, so kommt Damelang links im Halbfeld an die Kugel und kann querlegen. In der Mitte passt Katic auf und grätscht den Ball vor Benyamina zur Ecke raus.
Halles Spielanteile sind nochmal gesunken, 17 Prozent sind es nur noch, das ist schon erstaunlich wenig. Was auch daran liegt, dass die Bälle, einmal gewonnen, so unglaublich schnell wieder weg sind. Und nichts hinten rausgespielt wird. Jeder freie Bahn wird glatt nach vorne geschlagen, wo sich die Schalker dann meistens durchsetzen.
Wäre nicht unverdient, würde Schalke noch vor der Halbzeit zur Führung treffen. Doch noch hat der HFC das Glück des Tüchtigen. Und S04 präsentiert Unvermögen beim Ausspielen und dann Nutzen der eigenen Torchancen. Der nächste Versuch kommt wieder von Aouchiche nach dem bewährten Zug nach innen. Wieder geblockt.
Den muss Sylla kompromisslos unters Tordach hämmern. Der Stürmer stand komplett frei, das Tor war keine zehn Meter entfernt. Da fehlten sowohl Überzeugung als auch Selbstvertrauen.
Die beste Chance im Spiel, und die wird überraschenderweise über die rechte Schalker Seite herausgespielt: Timo Becker läuft an, spielt zu Dina Ebimbe, geht tief, doch es ist El-Faouzi, der die sich durch Beckers Laufweg bietende Lücke nutzt und sich rechts Richtung Grundlinie anspielen lässt. Der Ball kommt dann direkt in die Mitte und rutscht zu Sylla durch, der etwas überrascht wirkt. Ansonsten würde er seine Direktabnahme nicht so zaghaft aufs Tor schieben. Bendel orientiert sich schnell genug und kann parieren.
Fast 80 Prozent Ballbesitz für Schalke 04. Halle kommt nur durch Konter mal über die Mittellinie, meist in Form von lang geschlagenen Bällen. Und das auch nur äußerst, äußerst selten.
Wenn Schalke es bald mal schafft, auch die rechte Seite ins Spiel zu bringen, könnte das was werden heute. Bislang ist dort Dina Ebimbe aber abgemeldet. So gerät das Schalker Spiel ganz schön eintönig. Und den Vorstößen fehlt oftmals die Würze und Schärfe.
Ui, fast führt ein Zufallsprodukt zur Schalker Führung. Natürlich gehts über links, Kurucay läuft im Halbfeld an und spielt dann nach außen zu Vitalie Becker. Der hebt den Ball ins Zentrum, über Bendel hinweg. Und plötzlich landet der Ball oben auf der Querlatte. Da geht ein Raunen durch das, abgesehen von den beiden Fanlagern, recht scheue Leuna-Chemie-Stadion.
Aber Schalke bleibt aktiv und versucht, dauerhaft Druck aufzubauen. Erst gibt abermals Aouchiche einen Torschuss ab, geblockt. Wenig später startet Dina Ebimbe einen Tiefenlauf, der Neuzugang von Eintracht Frankfurt bleibt mit seinem Querpass aber an einem Abwehrbein hängen.
4:2 Torschüsse also für die Schalker nach gut 25 Minuten, aber insgesamt auch nur 0,1 zu 0,2 xGoals: Es ist und bleibt mittelmäßig. Und alles in allem noch nicht sehr aufregend. Ein emotionaler Pokalfight ist das hier noch nicht.
Nochmal Aouchiche, diesmal versucht er es selbst, zieht links im Strafraum auf und mit einem schnellen Schritt nach innen und schießt dann verdeckt entgegen der Laufrichtung. Bendel ist voll auf der Höhe in diesen Anfangsminuten und pariert auch diesen Ball sicher.
Die Angriffe bleiben halbgar. Kommen bei S04 aber hauptsächlich über die linke Seite. Vitalie Becker hebt den Ball in den Lauf von Aouchiche. Der stößt links in den Sechzehner ein, gibt aber ohne Schärfe nach innen. Bendel ist schnell unten und begräbt den Ball unter sich.
Jetzt kommt der HFC auch mal aus dem Spiel heraus: Benyamina macht links neben dem Strafraum einen langen Ball fest, zieht mit Selbstvertrauen nach innen, schießt aus der Halbdrehung. Und trifft genau auf die Brust von Karius, der die Kugel festmacht.
Da hatte Schalke durchaus Glück. Das sind genau so Tore, die du als Bundesligist gegen den Viertligisten nicht kassieren willst. Und da fehlten wirklich nur wenige Zentimeter. Karius wäre nicht rangekommen-
Der folgende Standard hat es in sich. Die Kugel ruht leicht nach links versetzt und nur 20 Meter vor dem Tor. Hartmann schießt, die Fans des Halleschen FC jubeln, sogar die Torhymne geht an - dabei geht der Schuss nur ins Außennetz. Eine optische Täuschung, die es in sich hat. Und ein guter Versuch von Hauptmann.
Gelbe Karte
Der erste echte Vorstoß des HFC zieht gleich eine persönliche Strafe nach sich: Stierlin zieht bei einem Gegenstoß von der linken Seite nach innen, übertölpelt damit den sich in Rückwärtsbewegung befindlichen Timo Becker, der das Bein stehen lässt und dafür Gelb sieht.
Immerhin der zweite Torabschluss der Partie, der reicht als Beleg, dass Schalke durchaus bemüht und engagiert ist: Ljubicic versucht es aus der Distanz, schießt aber genau auf Bendel, der die Kugel sicher festhält.
Auch die Flanke von Vitalie Becker aus dem Spiel heraus von der linken Seite taugt nichts. El-Faouzi und Aouchiche hatten zuvor angetrieben. Becker hat seine Füße aber offenbar noch nicht richtig justiert, da fehlt noch das Feintuning.
Vitalie Becker schlägt den ersten vielversprechenden Standard aus dem linken Halbfeld ins Zentrum. Aber viel zu hoch und viel zu lang. Am zweiten Pfosten kann sein Namensvetter Timo Becker die Kugel nicht mehr scharfstellen.
Und Halle versucht, mit Zweikämpfen wie diesem ins Spiel zu finden und einen Fight draus zu machen: Aouchiche verliert den Ball an Hauptmann, der dann auch noch hinterhergrätscht und Schallenberg von den Beinen holt. Der erste Einsatz war gut, der zweite zu viel des Guten. Es gibt den Freistoß für Schalke im linken Halbfeld.
Insgesamt ist es aber ein sehr sachlicher, nüchterner Start in dieses Pokalspiel. Die Stimmung ist gut, die Ränge sind voll, ein Hexenkessel ist es aber noch nicht. Mehr ein gebanntes Zusehen und Erwarten. Schalke startet ordentlich und versucht, die Spielhoheit zu gewinnen.
Keine drei Minuten sind um, und wir beobachten den ersten Abschluss: Karius pflückt eine Flanke von links runter, schlägt den Ball lang nach vorne auf den Kopf von Sylla, der nach zwei Stationen über Ljubicic und El-Faouzi rechts neben dem Tor im Strafraum auftaucht. Der Direktschuss aus der Drehung nach dem Steilpass ist kniffelig. Und landet genau in den Armen von Bendel.
Tag 4 im DFB Pokal - und das vorerst letzte Spiel, ehe die Bayern und der BVB noch nachziehen, der 1. Runde läuft! Der Schiedsrichter heißt Matthias Jöllenbeck.
Nun geht es wenige Tage vor der Bundesliga-Rückkehr gegen den FC Augsburg darum, zunächst mal zum sechsten Mal in Folge die 1. Runde des DFB-Pokals zu überstehen. In den vergangenen fünf Jahren war allerdings immer in der 2. Runde Endstation. Da besteht Steigerungspotenzial. Schalke ist jetzt schließlich wieder erstklassig, da darf der Anspruch schon höher sein.
Die Schalker blicken auf eine positive Saisonvorbereitung zurück und konnten den Aufwind aus den Aufstiegsfeierlichkeiten den Sommer über aufrechterhalten. Mit Edin Dzeko und Robin Gosens konnten erfahrene Haudegen und Emotional Leader im Team gehalten respektive ins Team geholt werden, gegen Atalanta Bergamo und Real durfte von großen alten Zeiten geträumt werden.
Für Schalke 04 steht selbstredend mehr auf dem Spiel. Es geht um einen souveränen und erfolgreichen Start in die Pflichtspiele, es geht darum, der Favoritenrolle, womöglich mit viel Ballbesitz in den eigenen Reihen, gerecht zu werden, also auch spielerisch zu überzeugen, und darum, das gute Gefühl nach der Bundesliga-Rückkehr und einer aufregenden Saisonvorbereitung, unter anderem mit einem Highlightmatch gegen Real Madrid, beizubehalten.
Zwar verlor der HFC nur eins seiner fünf Saisonspiele bis hierhin. Gewann aber auch nur eins. Die drei Remis sind nicht zufriedenstellend für Halle, das seit dem bitteren Abstieg in der Saison 23/24 auf die Rückkehr in den Profibereich hinarbeitet. Als Absteiger wurde Halle Zweiter, in der Vorsaison nur Vierter. Heute besteht die Chance auf den vierten Sieg der Vereinsgeschichte im DFB-Pokal. Die drei Zweitrundenteilnahmen bisher bedeuten jeweils das beste Abschneiden des Klubs.
HFC-Trainer Schröder setzt dabei natürlich auf die Stadionatmosphäre unter Flutlicht vor den eigenen Fans. Und darauf, dass seine Spieler mit hoffentlich freien Köpfen in einem anderen Wettbewerb antreten können als in der Regionalliga Nordost. Dort stockt der Motor noch gewaltig. Heute gäbe es nichts zu verlieren.
Der Hallesche FC ist im Landespokal Sachsen-Anhalt gewissermaßen konkurrenzlos unterwegs: Die letzten vier Jahre konnte der ehemalige langjährige Drittligist den Cup gewinnen. Das beschert Halle heute die vierte Teilnahme am DFB-Pokal in Folge. Für einen Sieg reichte es nicht. Gegen Greuther Fürth, St. Pauli und Augsburg setzte es Erstrundenniederlagen. Nun soll mit dem FC Schalke 04 ein Bundesligist geärgert werden.
Der letzte Test von Schalke 04 vor dem ersten Pflichtspiel heute war die tapfere 0:3-Niederlage zu Hause gegen Real Madrid vor einer Woche. Trainer Muslic verändert seine Startelf im Vergleich dazu auf nur einer Position, hatte den Ernstfall also offenbar schon im Hinterkopf: Dina Ebimbe ist rechtzeitig fit geworden und feiert sein Debüt für Königsblau. Er ist der einzige Neuzugang in der Startelf. Adamu rückt zunächst auf die Bank, auf der unter anderem auch Gosens und Dzeko sitzen.
So beginnt der FC Schalke 04: Karius - T. Becker, Katic, Kurucay, V. Becker - El-Faouzi, Schallenberg - Dina Ebimbe, Ljubicic, Aouchiche - Sylla.
Der HFC verlor zuletzt mit 1:2 gegen Altglienicke in der Regionalliga Nordost. Trainer Schröder setzt auf einen anderen Linksverteidiger: Kastull spielt für Langhammer. Auf der Doppelsechs erhält außerdem Lennard Becker den Vorzug vor Kulke. Macht in Summe zwei personelle Veränderungen.
So spielt der Hallesche FC: Bendel - Hauptmann, Halili, Landgraf, Kastull - Hartmann, Stierlin, L. Becker, Damelang - Benyamina, Ratifo.
Herzlich willkommen zur 1. Runde des DFB-Pokals 2026/27 zur Begegnung zwischen dem Hallescher FC und dem FC Schalke 04.