Borussia Dortmund - SV Elversberg; Bundesliga
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Borussia Dortmund - SV Elversberg. Bundesliga.
Signal Iduna Park.
Das wars an dieser Stelle. Um 18:30 Uhr geht es weiter mit dem Topspiel zwischen Stuttgart und Werder Bremen. Vielen Dank für das Interesse und bis dahin!
Dortmund beendet die neun Spiele umfassende intensive Fünf-Wochen-Phase zwischen den zwei Länderspielpausen also mit einem Erfolg, wenn auch auf wackligen Beinen, doch danach wird unter diesen Umständen keiner mehr fragen. Weil auch die Bayern parallel gewinnen, geht es punktgleich an der Tabellenspitze in die zweiwöchige Pause. Elversberg bleibt Siebter und wird auch keine Plätze mehr verlieren im weiteren Verlauf des Wochenendes. Am 21. November spielt Dortmund dann in Mönchengladbach. Und Elversberg zu Hause gegen Freiburg.
Die schwache erste Halbzeit ist in Vergessenheit geraten, die zweite war sehr spannend und ereignisreich. Und das bis zur allerletzten Sekunde, weil der BVB es gegen einen starken Aufsteiger nie schaffte, ein ruhiges und klares Spiel aufzuziehen. Selbst die zwei sehr schönen Nmecha-Tore halfen dabei nicht. Elversberg kam nochmal ran, Futkeu traf erstmals in der Bundesliga, für mehr sollte es gegen ein aufopferungsvoll kämpfendes Elversberg aber nicht reichen. Und so steht am Ende ein glücklicher Dortmunder Sieg zu Buche.
Und der erfolgt dann auch. Elversberg bleibt der letzte Schuss verwehrt - und Dortmund gewinnt mit 2:1.
Beier fährt einen Gegenstoß und wird zur Ecke gebockt, die nutzt Dortmund, um eine gute Minute von der Uhr zu nehmen. Als Elversberg den Ball zurückgewinnt, weil Nmecha den Ball sperrt, will Kovac den Schlusspfiff herbeibrüllen.
Auch das ist Elversberg: Der Aufsteiger hat den Mut, den Eckball per Flugball an den Sechzehner zu schlagen. Dort steht Petkov, setzt einen Volleyschuss an. Der bleibt hängen und springt zu Flankengeber Keidel zurück - und damit ins Abseits.
Die Ecke wird ganz krumm, verrutscht eigentlich, Svensson hält aber den Fuß rein und verlängert an den eigenen kurzen Pfosten. Wo Kobel mit einer Hand ran muss. Dann, bei der zweiten Ecke, rückt Kristof auf seinem Tor raus und besetzt den Strafraum mit.
Erst wird die Nachspielzeit angezeigt: vier Minuten. Dann läuft Keidel an. Und bleibt an einem Schädel der fünfköpfigen Mauer hängen. So geht der Ball zwei Meter drüber.
Die SV Elversberg hätte sich einen Punkt verdient. Und bekommt jetzt die Chance auf den Ausgleich: Campbell hebt den Ball an Sabitzer vorbei, der ist mit der Hand dran. Und verursacht damit den Freistoß 20 Meter halblinks vor dem Tor in ganz ausgezeichneter Position.
Ein langer Ball kurz hinter die Strafraumlinie wird unzureichend geklärt und fällt Adam vor die Füße. Der schießt direkt und wuchtig - aber direkt auf Kobel. Aber für die nächste Dortmunder Schrecksekunde reicht das allemal.
Echt irre, wie spannend dieses Spiel wieder ist. Dortmund machts möglich. Die lahme erste Halbzeit haben wir längst vergessen.
Auswechslung
Gleichzeitig wird noch Nwaneri eingewechselt, Fabio Silva geht raus.
Auswechslung
Zwei Wechsel beim BVB für die Schlussphase: Bellingham geht runter, Sabitzer, zuletzt erkältet und nicht dabei, kommt aufs Feld.
Dortmund wankt und spielt wie ein Aufsteiger, der zu Hause 2:1 gegen einen großen Champions-League-Klub führt. Keidel kommt rechts in den Strafraum, legt gefährlich quer, Mokwa kommt in Zentrum nicht ran, weil Ryerson dazwischengrätscht. Und danach nur den Kopf schüttelt.
Elversberg vor dem Visier. Werder Bremen im Kopf. Die werden doch jetzt nicht etwa schon wieder ein vermeintlich sicheres 2:0 aus den Händen geben? Aber das haben wir ja schon angesprochen, sicher war hier zu keinem Zeitpunkt irgendetwas. Elversberg ist alles zuzutrauen, Dortmund auch.
Tor
Toooor! Borussia Dortmund - SV ELVERSBERG 2:1. Der Eckball wird kurz ausgeführt, dann an den langen Pfosten geflankt. Dort köpft Le Joncour freistehend an den Elfmeterpunkt zurück. Und dort setzt Futkeu, noch freier, einen wunderbaren Seitfallzieher in artistischer Manier stramm ins linke Eck.
Vorlage
Vorlage Florian Le Joncour
Campbell macht das stark seit seiner Einwechslung, sorgt für viel Betrieb auf der linken Seite, tunnelt jetzt Anton und holt einen Eckball auf der linken Seite raus.
Auswechslung
Und dann kommt noch Adam für Günther.
Auswechslung
Bei Futkeu soll der Knoten endlich platzen. Krattenmacher, von wegen unermüdlich, ist müde, aber das ist nur verständlich.
Auswechslung
Zwei Tore müssen her, drei neue Spieler bei der SV Elversberg, die dabei helfen sollen: Mickelson kommt für Sirch.
Gelbe Karte
Anton foult den unermüdlichen Krattenmacher von hinten und unterbindet damit den Elversberger Angriff. Das gibt Gelb.
Nmecha drückt diesem Spiel mit seinen zwei wunderbaren Fernschusstoren also den Stempel auf. Und sorgt damit im Alleingang dafür, dass Dortund diesen schwierigen Nachmittag aller Wahrscheinlichkeit nach überstehen wird.
Tor
Toooor! BORUSSIA DORTMUND - SV Elversberg 2:0. Silva und Beier wollen rechts vor dem Strafraum kombinieren, alles nichts wert, der Ball springt aber zu Nmecha in den Rückraum, der Anlauf nimmt und die Kugel aus 25 Metern zentraler Position mit ganz viel Überzeugung und Wucht mit der Innenseite ins rechte Eck schießt. Und das war kein Gewaltschuss, sondern Technik und Berechnung pur. Ein fabelhafter Schuss.
Vorlage
Vorlage Maximilian Beier
Auf der anderen Seite führt sich Campbell ein, dribbelt von links kommend ein, spielt einen tollen Doppelpass mit Petkov, der am Strafraumrand mit der Hacke klatschen lässt. Und schießt dann aus 16 Metern, trifft den Ball aber nicht richtig, der in die Arme von Kobel rollt.
Nach einem Angriff über die rechte Seite und dem feinen Steckpass von Nmecha kann Silva von rechts im Strafraum abziehen. Kristof steht genau richtig und pariert erneut gut.
Auswechslung
Auch bei der SV Elversberg begrüßen wir einen neuen Spieler, der das große Stadion in Dortmund gut kennt: Campbell kam im Sommer als Rekordtransfer aus Dortmund nach Elversberg und spielt jetzt gegen seinen Ex-Verein. Der unglückliche Onyeka geht raus.
Auswechslung
Und beim BVB spielt jetzt Bensebaini für Gadou.
Auswechslung
Es wird gewechselt. Ryerson kommt für Karetsas.
Gelbe Karte
Günther ist schon beim Trikottausch, der kommt aber 25 Minuten zu früh. Er zieht am Trikot von Karetsas und sieht für das klare Vergehen die Gelbe Karte.
Dortmund führt jetzt zwar, von Spielkontrolle, Dominanz oder Ruhe im Spiel kann aber nicht die Rede sein. Es ist ein Schlagabtausch. Elversberg ist voll im Spiel und keinen Deut unterlegen. Und weil wir jetzt auch endlich die Spielszenen geliefert bekommen, ist es plötzlich ein richtig ansehnliches Spiel.
Den folgenden Freistoß aus über 30 Metern schießt Petkov mit brachialer Wucht aufs Tor. Erstaunlich, dass ihm da keine Mauer in den Weg gestellt wurde. Kobel vertraut aber seinen eigenen Fähigkeiten - und pariert das Geschoss im linken Eck mit beiden Händen.
Gelbe Karte
Nach seinem eigenen technischen Fehler fällt der den Gegenzug einleitenden Krattenmacher zwar nach dem Rempler von Silva nicht, bei Anton ist dann aber Schluss und die verheißungsvolle Situation ist regelwidrig zerstört. Weil Silva dieses taktische Foul eingeleitet hatte, sieht er Gelb.
Günther spielt einen Ball aus dem linken Halbfeld in den Lauf von Krattenmacher in den Strafraum. Karetsas ist hinten dran, stochert ein bisschen, dass Krattenmacher dabei zu Foul kommt, ist aber nicht elfmeterwürdig. Das erkennt Osmers direkt, wird vom VAR auch so bestätigt, ist auch alles richtig - und dass SVE-Coach Wagner sich dann zu Gelb schimpft, kommt recht überflüssig daher.
Der nächste Silva-Assists, ein typisches Nmecha-Tor, aus dieser Distanz, mit dieser Schusstechnik, entgegen der Laufrichtung, trifft der Mittelfeldmann gerne: Es läuft plötzlich für Borussia Dortmund nach einer unbefriedigenden ersten Halbzeit. Und Onyeka wird sich ärgern, dass er die zwei guten Chancen hat liegen lassen. Jetzt wird es schwierig.
Tor
Toooor! BORUSSIA DORTMUND - SV Elversberg 1:0. Also wieder auf die andere Seite - und jetzt fällt das Tor. Schlotterbeck spielt einen Flugball in die Spitze, den pflückt Silva eigentlich gut aus der Luft, dann verliert er sich links im Strafraum aber im Dribbling. Er dreht ab, spielt zurück zu Nmecha. Keidel hält zu viel Abstand - und Nmecha schießt trocken aus 18 Metern ins linke Eck ein.
Vorlage
Vorlage Fábio Daniel Soares Silva
Elversberg bleibt aber auch voll drin, das ist wie im Handball gerade. Auf der rechten Seite kann sich Krattenmacher durchsetzen, gibt vor Gadou an den ersten Pfosten. Onyeka startet im perfekten Moment ein, ist zur Stelle, hat stabil den Fuß dran. Scheitert aber aus zwei Metern an der Fußabwehr von Kobel. Das war die vielleicht dickste Chance dieser ereignisreichen Phase.
Hier ist jetzt echt Dampf drin. Karetsas nimmt sich den nächsten Abschluss, dribbelt von der rechten Seite nach innen und schießt per Aufsetzer. Kristof ist im langen Eck zur Stelle und wehrt zur Seite ab. Svensson will noch nachlegen, seine Hereingabe wird aber zur Ecke verteidigt, die nicht gefährlich wird.
Weiter im Text: Mit viel Willen und noch mehr körperlicher Einsatzfreude tankt sich Bellingham im rechten Halbfeld auf eigene Faust durch, gerät dabei leicht ins Straucheln, kommt trotzdem zum Flachschuss. Der geht nur knapp links am Tor vorbei.
Silva verlängert den weiten Abschlag von Kobel nach dem Onyeka-Kopfball per Kopf genau in den Lauf von Karetsas. Der ist mit Nähmaschinenantritt auf und davon, dribbelt nach innen, könnte schießen, legt aber gewieft für den hinterlaufenden Silva ab, der nach seinem Kopfball ebenfalls den Turbo gezündet hatte. Silva schießt dann von rechts im Strafraum vor Kristof - scheitert aber am guten Elversberger Keeper.
Auch auf der anderen Seite wird ein Standard gefährlich. Aus dem linken Halbfeld wird ein Freistoß scharf an den Fünfer geschlagen. Onyeka steigt hoch - und köpft nur einen Meter rechts vorbei.
Und endlich Schwung in der Kiste? Nach einem langen Freistoß wird geflippert, erst Schlotterbeck, dann Le Joncour, beide per Kopf. Und der Ball fällt bei Bellingham runter, der seinen Tipkickschuss aus zwölf Metern rechts neben das Tor setzt.
Zweite Halbzeit, keine weiteren Wechsel.
Dortmund und Elversberg liefern sich eine zerfahrene Partie. Im ersten Durchgang sind einzig das Foul von Svensson und die beiden verletzungsbedingten Wechsel, sowohl Chukwuemeka als auch Pinckert mussten raus, in Erinnerung geblieben, die einzige Großchance vergaben Nmecha und Silva. Elversberg macht es gut und gestaltet ein Spiel auf Augenhöhe. Dortmund wirkt körperlich wie mental leer und enttäuscht bislang.
Pause!
Den letzten Schuss des ersten Durchgangs hat Petkov auf dem Schlappen. Einen unzureichend geklärten Ball von Gadou lässt er im rechten Halbfeld von seiner Brust tropfen, dann schießt er flach ins linke Eck, wo Kobel aber zur Stelle ist.
Fast wird es nochmal brenzlig, als eine Ecke auf der linken Seite kurz zu Nmecha gespielt wird. Der schlägt dann nahe der Grundlinie zwei Haken und gibt nach innen, bleibt aber hängen. Die dann folgende Ecke schlägt Veerman dann als Flanke. Und die fängt sich Kristof sicher aus der Luft.
Fünf Minuten Nachspielzeit, hatten wir schon befürchtet.
Seit über zehn Minuten nochmal ein Abschluss: Onyeka schießt aus 25 Metern zentraler Position. Der kommt ganz gut, tickt dann aber doch zwei Meter rechts am Gehäuse vom unnütz fliegenden Kobel vorbei.
Überall schon Tore. Tristesse und Abnutzungskampf in Dortmund. Das ist schon enttäuschend, was uns präsentiert wird.
Es dümpelt. Im Publikum Gemurmel, es wird geraunt, als Kobel einen Abschlag ins Seitenaus schlägt. Dann steht ein Elversberger im Abseits. Aufregend ist das alles nicht.
Ein ohnehin schon zähes Spiel ist durch diese zwei verletzungsbedingten Wechsel innerhalb von fünf Minuten nun noch zerfahrener geworden. Eine lange Nachspielzeit ist uns gewiss, dabei geht spielerisch gerade kaum was zusammen.
Auswechslung
Aber das ist schon bitter für Pinckert. Ausgerechnet für den Kapitän ist das Highlightspiel nach 37 Minuten schon beendet. Le Joncour kommt rein.
Jetzt geht Pincket auf die Knie. Elversbergs Kapitän wird auch runter müssen, das Sprunggelenk ist instabil. Es wirkt, als erkläre er Osmers, der zu ihm geht, nochmal, was der Schiedsrichter da übersehen hat, als Svensson ihn so heftig malträtiert hat. In einem ruhigen und gesitteten Ton, wohlgemerkt.
Auswechslung
Mit gesenktem Haupt trottet der verletzte Chukwuemeka in Begleitung der Betreuer vom Feld. Kovac muss früh ein erstes Mal wechseln und bringt Beier ins Spiel.
Kurz danach herrscht Sorge bei Chukwuemeka. Der von etlichen Muskelverletzungen gezeichnete Stürmer zeigte in den vergangenen Wochen aufsteigende Form und spielte sich in die erste Mannschaft. Jetzt sitzt er abermals auf dem Hosenboden und packt sich an den Oberschenkel. Und schnell wird klar: Es kann nicht weitergehen.
Nach einem schönen Dribbling rechts neben dem Strafraum kann Karetsas den Ball an den zweiten Pfosten heben. Aber etwas zu weit. Nmecha kommt zwar noch dran, kann die Kugel aber nicht mehr aufs, sondern nur noch neben das Tor drücken.
Fast 0,7 xGoals, aber nicht für Nmecha, sondern für den Abstauber, den Silva hat liegen lassen. Den muss der Stürmer eigentlich aus vier Metern reindrücken. Er scheint zu überrascht gewesen zu sein und konnte seine Füße nicht mehr gewinnbringend sortieren.
Jetzt aber, wir schreiben an: die erste Topchance des Spiels. Dortmund spielt das lang und geduldig, Schlotterbeck leitet dann ein mit dem scharfen Pass an den Strafraumrand zum eingerückten Svensson. Der ist eingerückt, weil Chukwuemeka auf der rechten Seite steht. Da geht der Pass von Svensson hin, Chukwuemeka spielt nach kurzem Antritt zurück an den Elfmeterpunkt. Svensson lässt passieren, dahinter lässt Nmecha Poreba aussteigen und schießt im Fallen. Kristof pariert stark. Silva setzt den Abstauber knapp daneben.
Die Elversberger sprechen wir dabei frei von Schuld. Die Gäste machen ein tolles Auswärtsspiel, sind hellwach, agil, schnell. Und halten das Spiel erfolgreich vom eigenen Tor fern. Dass auch hier noch keine konkreten Torszenen verzeichnet wurden, steht unter einem anderen Licht als beim BVB.
Was fangen wir jetzt mit dieser Anfangsphase an? Wir hatten uns mehr erhofft. Mehr Aufregung, mehr Szenen, Tore. Aber Schlotterbeck spielt einen freien Ball ins Seitenaus. Es ist zäh, es ist schwierig.
Gelbe Karte
Nmecha holt die Gelbe Karte für sein Team nach, sieht die erste Verwarnung der Partie für ein taktisches Foul gegen den wuseligen Krattenmacher rechts im Mittelfeld.
Da hat Svensson, da hat Dortmund richtig Glück. Gelb muss es zwingend geben, Rot ist es dann wohl noch gerade eben nicht, die Schwelle, damit der VAR eingrifft, ist nicht übertroffen. Pinckert kann zum Glück weitermachen.
Brisante Szene: Chukwuemeka spielt von links neben dem Strafraum zur Grundlinie, wo Pinckert vor Svensson klärt. Svensson geht aber auch zum Ball, ist dann zu spät - und trifft Pinckert voll am Knöchel. Schiedsrichter Osmers übersieht die Schwere, mit der Svensson seinen Gegenspieler da erwischt, zeigt nicht mal Gelb. Dabei wäre hier auch ein Platzverweis wahrscheinlich nicht von einem VAR korrigiert worden.
Da hat Silva aber eine spannende Idee. Nachdem sich Nmecha, Bellingham und Karetsas nach einem Ballgewinn spielerisch stark aus der Drucksituation befreien und Nmecha den Ball von der rechten Seite ins Zentrum zum Stürmer legt, schießt der aus über 40 Metern aufs Tor - weil er sieht, dass Kristof weit vor seinem Gehäuse steht. Der Weg für den Sturmlauf wäre weit, Abwehrmann Pinckert nah gewesen, so ist das keine schlechte Entscheidung. Und der Ball springt tatsächlich nur knapp am Tor vorbei und ins Außennetz.
Eine Viertelstunde zwischen dem BVB und der SV Elversberg auf kompletter Augenhöhe. Was nicht gerade für den großen Champions-League-Klub aus Westfalen spricht. Elversberg macht ein gutes Spie. Dortmund kommt schwer in die Gänge.
Dass hier solch eine Szene Erwähnung findet, zeigt ganz gut, dass ansonsten noch nicht viel los ist auf dem Feld. Von einer Abseitsposition von Günther auf der linken Seite können wir noch berichten, die macht aber auch nur das, wofür Abseitspositionen eben so gemacht wurden: Um einen Angriff zu beenden.
Karetsas, einer von Dortmunds Pechvögeln dieser Saison mit schon zwei gesundheitlichen Ausfällen, leistet sich mit Krattenmacher ein Laufduell an der Seitenlinie, kommt zu Fall und reißt das Außenmikrofon mit. Ein Unfall, den Karetsas zum Glück unbeschadet übersteht. Die Birne dröhnt ein bisschen, das ist aber nichts, was den jungen Stürmern davon abhält, weiterzumachen.
Das läuft hier nicht so spielbestimmend, wie sich Dortmund das wahrscheinlich vorgestellt hat. Elversberg ist gut im Spiel, hält einsatzfreudig dagegen und verbarrikadiert sich keineswegs. Es ist eine offene Anfangsphase.
Schnell meldet sich auch Elversberg an. Petkov wird von Picnkert gefunden, schlägt im rechten Halbfeld einen Haken, zieht nach innen und schießt aus 25 Metern. Wuchtig, aber genau auf Kobel, der sicher pariert.
Fast die erste Chance: Svensson bekommt einen schwierigen Ball nahe der linken Eckfahne noch gut ins Zentrum zurückgelegt. Dort ist Bellingham einen Schritt zu weit, muss so aus dem Stand abschließen und kann nicht in den Ball laufen. Zwei Meter vor der Torlinie steht Rohr und blockt ab.
Und wir sehen in der Tat eine Dortmunder Viererkette, die sich mit Rechtsverteidiger Gadou formiert. Davor dann das mächtige und kampf- wie spielstarke Mittelfeld mit Bellingham, Nmecha und Veerman, davor wuseln und attackieren Karetsas, Silva und Chukwuemeka. Wir sind gespannt, ob Dortmund es damit schafft, Spielkontrolle auszuüben und Dominanz auszustrahlen. Nichts anderes ist der Anspruch, auch nach anstrengenden Wochen mit neun Spielen in fünf Wochen.
Harm Osmers pfeift zum 141. Mal in seiner Karriere ein Bundesligaspiel an, los gehts.
Ein besonderes Spiel wird es nicht nur für SVE-Aufstiegstrainer Wagner, der den BVB öffentlich als seinen Lieblingsklub bezeichnet. Auch für Kaderschmied Ole Book dürfte es emotional werden. Der zeichnete bis zum vergangenen Sommer gemeinsam mit Wagner verantwortlich für den sensationellen Erfolgslauf des Dorfvereins und wechselte dann nach Dortmund, wo seine Arbeit als Kaderplaner schon Früchte tragen. Trainer Kovac jedenfalls wird nicht müde zu betonen, wie zufrieden er mit seinem ausgewogenen und smart zusammengestellten Kader ist.
Dass der BVB dafür auf seinen Torjäger Guirassy verzichten muss, macht die Aufgabe nicht leichter. Sommerneuzugang Karetsas, der heute erstmals seit dem 05. September in der Bundesliga-Startelf steht, bewies mit einem sehr guten Einsatz am Mittwoch in der Champions League, dass er den eigentlich unverzichtbaren Stürmer ersetzen kann. Auch Fabio Silva machte den nächsten Entwicklungsschritt und darf heute wieder zeigen, dass der Trend nach oben geht. Beim 2:1 Real Betis war er an beiden Toren direkt beteiligt als Torschütze und Vorlagengeber.
Die einen können also befreit aufspielen, die anderen müssen ihrer Pflicht nachkommen: Nach der stark positiven Entwicklung mit überzeugenden Ergebnissen gegen Sabah, Frankfurt, Werder Bremen, FC Bayern und Real Betis (4 Siege, 1 Remis) sollte Dortmund es vermeiden, ausgerechnet gegen den am wenigsten prominenten Namen zu stolpern - noch dazu zu Hause. Das tolle 2:2 in München, durch das Dortmund die Bundesligaspitze punktgleich hielt, würde sonst einiges an Wert verlieren.
Und wer der SV Elversberg nach zwei Niederlagen gegen RB Leipzig und im DFB-Pokal gegen Zweitligist Darmstadt 98, der ersten Niederlagenserie der Saison, den natürlichen Lauf der Dinge andichten wollte, wurde eines Besseren belehrt. Gegen Mainz 05 erwies sich der Aufsteiger einmal mehr als spitzer Stein im Schuh, überzeugte wieder mit viel offensiver Power und tollen Toren und fand den Weg zurück in die Erfolgsspur. Auch dadurch ist der Auftritt gegen den mächtigen BVB heute ein Spiel, in dem Elversberg nur gewinnen kann.
Circa 13.000 Menschen leben in der Gemeinde Spiesen-Elversberg im saarländischen Landkreis Neunkirchen, der Heimat des Bundesliga-Aufsteigers SV Elversberg. Der Signal Iduna Park in Dortmund, wo der frisch gekürte Erstligist heute antritt, bietet ein Gästekontingent für 8.000 auswärtige Fans. Und der ist heute ausverkauft. Es wird mal wieder ein ganz besonderer Nachmittag für das gallische Dorf.
Kein Grund, für Elversbergs Erfolgscoach Wagner etwas an seiner erfolgreichen Startelf zu ändern. Die gewann zuletzt in überzeugender Manier mit 4:1 zu Hause gegen Mainz 05 und bleibt daher unverändert.
So beginnt die SV Elversberg: Kristof - Sirch, Pinckert, Rohr, Günther - Keidel, Poreba - Petkov, Onyeka, Krattenmacher - Mokwa.
Nach dem 2:1-Sieg gegen Real Betis am Mittwoch in der Champions League rotiert Trainer Kovac auf drei Positionen und bringt Gadou, Karetsas und Chukwuemeka für Bensebaini, Ryerson und den mit einer Zerrung verletzten Guirassy. Das Personal lässt darauf schließen, dass Dortmunds Chefcoach Gefallen an seiner beim 2:2 in München neu eingeführten Viererkette gefunden hat. Auch heute können wir Schwarzgelb in dieser Formation erwarten.
So spielt Borussia Dortmund: Kobel - Gadou, Anton, Schlotterbeck, Svensson - Bellingham, Veerman - Karetsas, Nmecha, Chukwuemeka - Fabio Silva.
Herzlich willkommen in der Bundesliga zur Begegnung des 9. Spieltages zwischen Borussia Dortmund und der SV 07 Elversberg.