Ralf Schumacher über die Gründe für den Abgang von Jonathan Wheatley bei Audi & mögliche Nachfolger
Jonathan Wheatley hat überraschend den Audi-Rennstall verlassen. Das Aus beim F1-Newcomer wirft Fragen auf.
24.03.2026 | 22:30 Uhr
Ralf Schumacher diskutiert bei Backstage Boxengasse mögliche Erklärungen.
Nur einige Tage ist der große Knall beim noch jungen Audi-F1-Team erst alt.
Jonathan Wheatley, der die ersten beiden Rennen für Audi noch als Teamchef an der Strecke dabei war, verlässt den Rennstall des Ingolstädter Herstellers. Die Entscheidung trifft die Welt der Formel 1 ziemlich plötzlich und überraschend - auch wenn zuvor Gerüchte über das Interesse von Aston Martin am 58-Jährigen die Runde machten.
Wheatleys Abgang wirft einen Haufen Fragen auf. Auch bei Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher und Reporter Peter Hardenacke. Bei "Backstage Boxengasse - Der Formel 1 Podcast" versuchen beide, mögliche Antworten auf das Audi-Aus des Ingenieurs sowie auf die Frage nach einem möglichen Nachfolger zu finden.
Audi muss Wheatley-Ersatz finden
Für Schumacher ist der Abgang von Wheatley womöglich eine logische Konsequenz eines Hierarchie-Problems im Rennstall aus Neuburg an der Donau. So bekam der ehemalige Red-Bull-Mann mit Mattia Binotto gleich eine weitere Top-Personalie der Königsklasse an die Seite gestellt. "Ich glaube, das war ja am Anfang gar nicht so geplant. Man hatte ihm auch andere Dinge versprochen", so Schumacher über die Doppelspitze bei Audi, "wenn sich das im Alltäglichen noch ein bisschen schwerer gestaltet, dann glaube ich auch, dass Binotto andere Vorstellungen hat, wie er das Team aufstellt".
Für Audi sei die neue Situation sicherlich ein Verlust, findet der sechsfache Grand-Prix-Sieger: "Schade, weil ich glaube, Kontinuität für das Team ist wichtig". Audi müsse nun einen geeigneten Ersatz für den Posten neben Binotto finden, der den Betrieb an der Strecke von Wheatley übernimmt. Für diese Rolle brauche man ein spezielles Profil, so Schumacher weiter. Audi müsse darauf achten, dass sie "internationaler denken und vielleicht auch den einen oder anderen finden, der jetzt bei anderen Teams ist".
Kommt der Nachfolger von Aston Martin?
Schumacher fällt bei diesen Anforderungen sofort ein möglicher Kandidat ein: "Mike Krack ist natürlich jemand, der technisch offensichtlich einen sehr starken Job bei Aston Martin macht und vor allem die Kernkompetenz hat, ich sag's jetzt mal salopp, den Haufen zusammenzuhalten", begründete Schumacher die Idee. Der Luxemburger habe zudem weitere Qualitäten, die ihn für Audi interessant machen könnten. So spricht Krack Deutsch, habe sich bei Aston Martin in der Vergangenheit als Teamplayer hervorgetan und weiterhin einen Wohnsitz in Deutschland.
Ob ein Wechsel aber für Krack selbst überhaupt eine Option wäre, ist allerdings unbekannt. Klare Anzeichen, dass der 54-Jährige bei Aston Martin unglücklich wäre, gibt es nicht. "Es ist natürlich schon immer noch ein tolles Projekt, auch wenn es zurzeit mit Honda natürlich ein bisschen schwieriger als geplant", resümierte Schumacher.
Mehr zum Autor Malte Göttlinger
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.