Max Verstappen und Red Bull mit extrem großen Problemen in Suzuka
Die Österreicher müssen in Japan darum kämpfen, überhaupt die viertbeste Kraft zu sein.
27.03.2026 | 17:19 Uhr
Denn am Trainingsfreitag bereitete das Ergebnis allen Beteiligten bei Red Bull Kopfschmerzen.
Max Verstappen fluchte am Funk und beschwerte sich immer wieder über die schlechte Fahrbarkeit seines RB22.
"Von unserer Seite aus gibt es noch viel zu tun, um auch zu verstehen, warum wir im Moment mit solchen großen Problemen zu kämpfen haben. Kein guter Tag. Man versucht, eine Sache zu korrigieren, und dann taucht eine andere Schwierigkeit auf. Im Grunde findet man nie eine gute Balance. Daher erwarte ich keine Wunder über Nacht", wurde der vierfache Weltmeister deutlich.
Verstappen mag Suzuka eigentlich
Verstappen kam überhaupt nicht zurecht auf seiner Paradestrecke, auf der er seit 2019 ungeschlagen ist. Der 71-fache Rennsieger holte auf dem Suzuka International Racing Course in den vergangenen vier Jahren jeweils die Pole-Position und anschließend auch den Sieg. Am Trainingsfreitag lief beim 28-Jährigen auf dem beliebten Fahrerkurs überhaupt nichts nach Wunsch.
"Wir sind sehr weit weg, uns fehlt einiges an Performance. Wir waren bisher nicht in der Lage, unseren Fahrern ein Auto hinzustellen, mit dem sie pushen können. Da gibt es einige grundlegende Dinge, die wir lösen müssen. Heute war ein frustrierender Tag. Wir haben aber volles Vertrauen, denn auch in der Vergangenheit haben wir gezeigt, dass wir Probleme schnell lösen können", sagte Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies ernüchtert am Sky Sport Mikrofon.
Red Bull weit hinter der Spitze
Vor allem Pierre Wache, der den RB22 designt hat, und sein Team sind nun gefragt, um die Probleme am Auto schnellstmöglich zu beheben. Die Pause im April durch die Rennausfälle in Bahrain und Saudi-Arabien wird den "Roten Bullen" guttun. Ob der sechsmalige Konstrukteurs-Weltmeister es schafft, noch am Japan-Wochenende signifikante Fortschritte zu machen, erscheint mehr als fraglich.
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"Der Abstand ist deutlich größer. Letztes Jahr ist er in das Wochenende gegangen und der Abstand war zu Beginn zwischen drei und fünf Zehntel. Das hat er dann irgendwie über die Freien Trainings hinweg mit seinem Ingenieurteam bis zum Qualifying hinbiegen können. Jetzt sind der Abstand und die Probleme zu groß. Da sind Max Verstappen am Ende die Hände gebunden. Er kann mit Sicherheit noch einen kleinen Unterschied machen, aber eine Sekunde Abstand, das ist relativ eindeutig", meinte Sky Sport F1-Experte Timo Glock.
Große Probleme am RB22
In FP1 lag Verstappen auf P7 bereits acht Zehntel hinter der Spitze, in FP2 dann schon über 1,3 Sekunden. Selbst Nico Hülkenberg (Audi), Alexander Albon (Williams) und Oliver Bearman (Haas) fuhren schnellere Zeiten als der Niederländer. Teamkollege Isack Hadjar war im zweiten Red Bull sogar in beiden Sessions noch einmal drei weitere Zehntel langsamer. Aktuell muss der Verstappen-Rennstall darum kämpfen, hinter Mercedes, Ferrari und McLaren überhaupt die viertbeste Kraft zu sein.
"Das Auto geht von der Balance her nicht in die Richtung, die Max braucht. Er hat am Funk gesagt, dass er zu viel Untersteuern hat. Und das ist das, was Max hasst! Er braucht eine gute Vorderachse, um das Auto so zu platzieren wie er das möchte. Er hat keine Balance im Auto, hat Untersteuern, Übersteuern - da war alles dabei. Der Zeitenrückstand von beiden Red Bulls macht deutlich, dass das Team größere Probleme hat", analysierte Glock.
Red Bull wirkt ratlos
Über sechs Zehntel fehlten Verstappen bereits im kurvenreichen ersten Sektor auf die Bestzeit - eine Welt im Motorsport. Aber auch ein Indiz, dass die Probleme vielschichtig sind und nicht nur an der Power Unit liegen. "Der Ford-Motor ist vielleicht nicht ganz auf dem Topniveau, aber er scheint ganz gut zu funktionieren, siehe bei den Racing Bulls", machte Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher deutlich und merkte an, dass Red Bull den Abgang von Stardesigner Adrian Newey vor einem Jahr bis heute nicht kompensieren konnte.
"Mir kommt es vor, als ob man überhaupt nicht versteht, warum man das Potenzial aus dem Auto nicht herausbekommt, was man sich vorgestellt hat", sagte Glock mit Blick auf das neue Reglement und seinen Eindrücken vom RB22.
An Verstappens Qualitäten hinter dem Steuer liegt es sicherlich nicht. Der Superstar hatte zuletzt beim 4-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sowie in einem Nissan GT500 in Fuji eindrucksvoll gezeigt, was er draufhat. "Er hat einfach Spaß am Autofahren. Momentan macht es ihm anscheinend mehr Spaß, alle anderen Autos zu fahren als ein Formel-1-Auto", so Glock.
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