Laura Müller: Vom Schumi-Fan zur Vorreiterin in der F1
Wenn am 8. März die Formel 1 in Melbourne in die neue Saison startet, wird ein Streckenabschnitt des Albert Park Circuits in neuem Glanz erstrahlen.
08.03.2026 | 11:01 Uhr
"Kurve sechs ist im Rahmen der Initiative 'In Her Corner' zum Internationalen Frauentag zwei der einflussreichsten Ingenieurinnen der Formel 1 gewidmet", teilten die Veranstalter des Großen Preises von Australien Ende Februar mit.
Die deutsche Renningenieurin Laura Müller vom Team Haas und die britische Rennstrategin Hannah Schmitz vom Team von Red Bull werden für ihre einflussreiche Arbeit ausgezeichnet, die Widmung ist Teil der Kampagne "In Her Corner" (In ihrer Kurve) von australischen Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie der Australian Grand Prix Corporation.
"Es ist mir eine Ehre, schon so früh in meiner Formel-1-Karriere Teil dieser Anerkennung zu sein", sagte Müller.
Die Deutsche ist im Team Haas - vereinfacht gesagt - die Stimme im Ohr von Esteban Ocon. Sie arbeitet mit dem Fahrer am Setup und hält via Funk den Kontakt zu ihm. Die 34-Jährige ist seit ihrer Kindheit ein großer Rennsport-Fan. "Ich habe sonntags immer Formel 1 geguckt und wollte auch als Kind Formel-1-Fahrerin werden", beschrieb sie ihren Traum. Michael Schumacher war ihr Idol.
Vom Maschinenbau-Studium über die DTM in die Formel 1
Aus der Karriere als Pilotin wurde nichts, aber als Ingenieurin startete sie durch. Nach ihrem Maschinenbau-Studium in München war sie bei den 24 Stunden von Le Mans beim niederländischen Dragon-Team beschäftigt.
2021 arbeitete sie beim Team Abt von Audi mit der damaligen DTM-Pilotin Sophia Flörsch zusammen, anschließend wollte sie in die Formel 1 zu McLaren wechseln, doch es war keine Stelle frei, Haas wurde aufmerksam und verpflichtete sie. Dort war sie zunächst Simulator-Ingenieurin, später dann als Performance-Ingenieurin für die Funktionen des Fahrzeugs verantwortlich.
2025 folgte der Karrieresprung: Müller wurde die erste Renningenieurin in einem Formel-1-Team.
Müller lobt Zusammenarbeit mit Ocon
Ihre hauptsächliche Aufgabe ist, "die Entscheidungen für mein Auto zu treffen", erklärte sie vor ein paar Monaten bei Formel1.de. "Ich bekomme die ganzen Informationen von allen Abteilungen (Aerodynamik, Reifen, Performance-Ingenieur, etc.) und versuche, diese in eine Entscheidung umzuwälzen. Viele dieser Entscheidungen müssen in sehr kurzer Zeit passieren."
Ihre Zusammenarbeit mit Esteban Ocon funktioniere sehr gut. "Esteban ist eher besorgt, ich bin eher "risky", das sorgt immer für ein paar Lacher", so Müller.
Müller will Mädchen motivieren
Dass sie die erste weibliche Renningenieurin ist, findet Müller zwar "persönlich sehr schade", wie sie vor einem Jahr im Gespräch mit Sky Sport erklärte, "aber es wird die Sichtbarkeit erhöhen. Wenn mich Mädchen und junge Frauen jetzt im Fernsehen sehen, denken sie, dass sie das auch schaffen können."
Müller hofft auch, Mädchen und junge Erwachsene für eine Karriere in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu motivieren.
Mit Benennung der Kurve sechs in Melbourne nach Müller und Schmitz, die mit ihren Rennstrategien auch großen Anteil an den Erfolgen von Vierfach-Weltmeister Max Verstappen hat, wurde ein weiteres Zeichen gesetzt.
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