Haas droht Umbruch wegen unsicherer Zukunft von Oliver Bearman und Esteban Ocon
Ralf Schumacher hält ein Szenario für realistisch, in dem Haas beide Fahrer verlieren könnte – und damit vielleicht schon in dieser Saison vor einem kompletten Neustart steht.
19.05.2026 | 19:01 Uhr
Im Sky Sport F1-Podcast Backstage Boxengasse skizziert Schumacher ein realistisches Szenario für den US-Rennstall Haas - mit unsicherer Zukunft für beide Fahrer und Fragezeichen in der Personalplanung.
Ralf Schumacher sieht das Formel 1-Team Haas vor einem Umbruch - und spricht von einem "echten Dilemma".
Im Sky Sport F1-Podcast Backstage Boxengasse zeichnet der Experte ein Szenario, in dem der US-Rennstall gleich beide aktuellen Fahrer verlieren könnte: "Haas ist da echt in einem Dilemma. Ich gehe schon davon aus, dass Bearman jetzt dann mal die Chance bekommen wird, in einem größeren Team zu fahren", sagte Schumacher und verweist damit auf die guten Perspektiven des Ferrari Driver Academy-Mitglieds.
"Ferrari hat das Vorrecht auf Bearman"
Gleichzeitig stellt er klar, dass Haas die Zukunft von Oliver Bearman nur bedingt selbst in der Hand hat: "Ich kann mir vorstellen, Ferrari hat das Vorrecht auf Bearman, wenn sie ihn brauchen würden. Das heißt, sollte sich Lewis Hamilton tatsächlich dazu entscheiden aufzuhören, würde Bearman auch weg sein".
Parallel dazu fällt Schumachers Urteil über Esteban Ocon deutlich aus. "Eins ist klar, Ocon ist nicht gut genug. Er ist maximal auf Augenhöhe mit Bearman und meistens schlechter". Besonders mit Blick auf die Entwicklung sieht Schumacher einen klaren Unterschied: "Und ich meine, Bearman ist noch am Anfang seiner Karriere, da entwickelt sich noch was".
"Zwei Cockpits wären zu besetzen"
Entsprechend drastisch ist seine Prognose für die Zukunft des Franzosen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir Ocon nächstes Jahr noch sehen werden. Das ist so ziemlich in Stein gemeißelt, es sei denn, irgendein Team hat ein großes Problem".
Für Haas ergibt sich daraus ein brisantes Gesamtbild. Sollten sowohl Bearman als auch Ocon wegfallen, stünde der Rennstall vor einem kompletten Neustart. Schumachers Schlussfolgerung: "Das heißt, zwei Cockpits wären zu besetzen und dann muss man irgendwo im Umfeld wildern gehen und sich nochmal jemanden holen, den man kennt, vertrauen kann und entwickeln kann".
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"Feind im eigenen Haus"
Auch intern scheint es zu knistern. "Nicht ausgeschlossen, dass man schon in dieser Saison jemanden sucht", sagt Schumacher und verweist auf mögliche Gedankenspiele bei Haas während der laufenden Saison.
Dabei hebt er zunächst die Persönlichkeit des Franzosen hervor: "Es ist schwer zu verstehen, weil wenn man Esteban Ocon trifft, ist er ein unheimlich netter, eloquenter Kerl." Doch sportlich und im Teamgefüge sieht Schumacher Probleme: "Aber er scheint Team-intern wirklich schwierig zu sein. Vor allem, wenn er auch langsamer ist. Das war mit Pierre Gasly bei Alpine schon so, das ist jetzt mit Bearman bei Haas so".
Seine klare Mahnung: "Man kann natürlich alles gebrauchen, aber keinen Feind im eigenen Haus". Deshalb glaubt Schumacher auch an klare Empfehlungen aus dem Umfeld des Franzosen. "Dementsprechend hoffe ich, dass er gut beraten ist. Wie man hört, ist er ja scheinbar auch ein Schützling von Toto Wolff, von daher bin ich 100 Prozent sicher, dass das Management ihm rät, die Füße stillzuhalten".
Fahrerwechsel schon in dieser Saison?
Sogar einen Fahrerwechsel während der Saison schließt Schumacher nicht aus: "Einen Fahrer in der Mitte des Jahres zu wechseln, ist ungewöhnlich, aber kann man machen". Dann könnte der Blick schnell Richtung Nachwuchs gehen: "Das würde bedeuten, dass man sich dann womöglich in der Formel 2 umsieht und einen Spitzen-Formel-2-Fahrer nimmt und ihm die Chance früh genug gibt".
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