Kommentar von Paul Häuser zum French-Open-Sieg von Alexander Zverev
Alexander Zverev gewinnt im Finale der French Open seinen ersten Grand-Slam-Titel. Für Sky Sport Tennis Experte Paul Häuser ist der Triumph eine ganz besondere Geschichte.
08.06.2026 | 14:07 Uhr
Das Finale von Roland Garros am 07.06.2026 lieferte die Krönung für Alexander Zverev. Der so lange ersehnte Grand-Slam-Titel. Nun hat er ihn endlich. Im 41. Anlauf.
Es war sein viertes Major-Finale nach den Niederlagen bei den US Open 2020 gegen Dominic Thiem, bei den French Open 2024 gegen Carlos Alcaraz, bei den Australian Open 2025 gegen Jannik Sinner.
Zverev hatte zuvor bereits 24 Turniere gewonnen, darunter Olympisches Gold in Tokio, zweimal die ATP-Finals und sieben Masters-Titel. Seine Laufbahn war ohnehin schon grandios, aber dieser 25. Titel, der Grand Slam von Paris, sticht noch mal deutlich heraus, es ist die Krönung einer gewaltigen Karriere. Nun hat er auch diese magische Stufe erreicht und ist damit im Tennis-Olymp der Grand-Slam-Sieger angekommen.
Dass sich bei diesen French Open das Draw vor allem durch das Sinner-Hitze-Aus und die Verletzungsabsage von Alcaraz besonders günstig für ihn geöffnet hat, geschenkt. Zverev kann nur die schlagen, die da sind und am Ende gilt: Slam ist Slam. Er war der beste Spieler und ist der verdiente Champion.
Zverevs Triumph ist eine besondere Geschichte
Zverev ist nun nicht nur der erste männliche deutsche Grand-Slam-Sieger seit 30 Jahren (zuletzt Boris Becker 1996 bei den Australian Open), er ist der erste Grand-Slam-Sieger mit Diabetes in der Historie dieses Sports. Seine Geschichte ist eine Geschichte gegen besondere Widerstände. Der 29-Jährige musste viele schwere Rückschläge verkraften, darunter vor allem eine karrierebedrohende Sprunggelenkverletzung 2022 bei den French Open im Halbfinale gegen Rafael Nadal. Zverev kam wieder zurück, er hat sein Spiel sukzessive weiter entwickelt, er ist offensiver geworden und nun hat er für all die Schufterei, für all das Tüfteln die große Ernte eingefahren.
Nun wird es spannend, was dieser Grand-Slam-Titel für die kommenden Aufgaben bedeutet. Zverev kann nun noch befreiter aufspielen, denn er hat die größte Stufe bereits erklommen. Seine Geschichte ist außergewöhnlich und taugt als Vorbild für alle anderen Diabetiker, aber auch für alle anderen Sportler. Zverev hat immer an sich und seinen Traum geglaubt, gegen fiese Widrigkeiten und Krisen und er hat es dann doch geschafft, auch wenn viele Experten nicht mehr an ihn geglaubt haben.
Für mich ist damit auch klar: Alexander Zverev ist jetzt ein Tennis Hall of Famer. Er gehört nun in den Klub der ganz Großen.
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