Formel-1-Neustart nach der Pause: Hülkenberg lobt neue Regeln vor Miami
Nach der Zwangspause durch die Absagen in Bahrain und Saudi-Arabien startet die Formel 1 in Miami praktisch neu. Mit angepasstem Reglement, veränderten Energie-Vorgaben und einem stärkeren Fokus auf Sicherheit blicken die Piloten gespannt auf das Rennen.
30.04.2026 | 20:31 Uhr
Für Nico Hülkenberg fühlt sich der Grand Prix von Miami wie ein Neustart an. Nach weitreichenden Regelanpassungen innerhalb der laufenden Formel-1-Saison sieht der einzige deutsche Fahrer im Feld positive Entwicklungen.
"Da wurde gute Arbeit geleistet", sagte der Audi-Pilot vor dem Rennen in Florida und sprach von einem "Neustart", der nun erstmals unter realen Bedingungen bewertet werden könne.
Die Formel 1 befindet sich mitten in ihrer ersten Saison der sogenannten Regelrevolution. Die Boliden sind kürzer, schmaler und leichter geworden, zudem spielt das Batterie-Management eine zentrale Rolle. Die Antriebseinheiten liefern ihre Leistung inzwischen etwa zur Hälfte aus dem Verbrenner und zur Hälfte aus der Batterie, die während des Rennens wieder aufgeladen werden muss.
Regeln werden zum Miami-GP angepasst
Nach der rund einmonatigen Unterbrechung - ausgelöst durch die wegen des Iran-Kriegs abgesagten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien - reagierte die Rennserie auf die teils deutliche Kritik der Fahrer und passte mehrere Regeln an. Die Änderungen betreffen unter anderem Qualifikation, Rennablauf, Starts und das Fahren bei nassen Bedingungen.
In der Qualifikation wird die maximal rückgewinnbare Energiemenge pro Runde von acht auf sieben Megajoule reduziert. Ziel ist es, den Fahrern mehr Phasen mit Vollgas zu ermöglichen. Im Rennen selbst wurde die zusätzliche Leistung durch den Boost-Knopf deutlich gesenkt: Statt 350 kW stehen nun nur noch 150 kW zur Verfügung. Dadurch sollen extreme Geschwindigkeitsunterschiede beim Überholen vermieden und die Sicherheit erhöht werden.
Piastri zeigt sich zurückhaltend
Nicht alle Fahrer erwarten spürbare Auswirkungen auf die Hackordnung. McLaren-Pilot Oscar Piastri zeigte sich zurückhaltend: Im Simulator hätten sich zwar einzelne Verbesserungen gezeigt, einen grundlegenden Umbruch erwartet er jedoch nicht. Die Änderungen seien dafür "einfach zu gering".
Für Hülkenberg bleibt vor allem die Praxis entscheidend. "Ich bin gespannt, wie es sich auf dem Asphalt anfühlen wird", sagte er - Miami soll nun zeigen, ob der Regel-Neustart hält, was er verspricht.