FIA zieht Konsequenzen nach Malaysia-Chaos: Neue Maßnahmen für Hybridmotoren beschlossen
Die FIA hat ihre Untersuchung der Motorenaussetzer vor dem Großen Preis von Malaysia abgeschlossen. Der Weltverband identifizierte die Ursache in der Softwaresteuerung der neuen Hybridantriebe und kündigte konkrete Maßnahmen für die kommenden Rennen an.
08.10.2026 | 10:37 Uhr
Nach dem Formel-1-Chaos in Sepang reagiert die FIA. Bereits für den Großen Preis von Singapur wurden neue Vorkehrungen getroffen, um ähnliche Probleme zu verhindern.
Der Automobil-Weltverband FIA hat die Analyse der ungewöhnlichen Motorenaussetzer rund um den Großen Preis von Malaysia abgeschlossen. Demnach trat das Problem bei Fahrzeugen auf, die in bestimmten Streckenabschnitten mit niedriger Motordrehzahl unterwegs waren und gleichzeitig einer Leistungsreduzierung von 250 kW unterlagen.
Dadurch kam es zu einem stärkeren Leistungsabfall als ursprünglich vorgesehen, der in den betroffenen Streckenabschnitten nicht mehr kompensiert werden konnte. Vor dem Rennen in Sepang hatten zahlreiche Boliden während der Formationsrunde plötzlich Leistung verloren. Einige Fahrzeuge blieben sogar auf der Strecke stehen.
Regen und neue Hybridtechnik als Auslöser
Ausgangspunkt der Probleme waren die schwierigen Wetterbedingungen. Vor dem Rennstart hatte starker Regen eingesetzt. Die neuen Formel-1-Antriebseinheiten mit einem Elektroanteil von nahezu 50 Prozent benötigten deshalb spezielle Einstellungen für das Energiemanagement auf nasser Fahrbahn.
Diese Konfiguration führte letztlich dazu, dass mehrere Fahrzeuge auf der Formationsrunde nicht mehr ordnungsgemäß beschleunigen konnten. Die Folgen waren erheblich: Der Rennstart musste um mehr als 90 Minuten verschoben werden, ehe ein Software-Update die Probleme beseitigte.
Maßnahmen für Singapur beschlossen
Die FIA reagiert nun mit konkreten Anpassungen. Für den Großen Preis von Singapur am kommenden Wochenende soll die in Malaysia verwendete Konfiguration erneut aktiviert werden, falls ähnliche Regenbedingungen auftreten. Die Verantwortlichen wollen dadurch sicherstellen, dass die Systeme unter vergleichbaren Wetterbedingungen stabil funktionieren.
Auch für den Grand Prix in Austin Ende Oktober wurde bereits ein weiteres Update der Regenwetter-Software angekündigt. Nach den Vorfällen war Kritik aufgekommen, die Software sei vor ihrer Einführung nicht ausreichend getestet worden. Dies weist die FIA zurück.
Nach Angaben des Weltverbandes hatten die Teams und Motorenhersteller vor der Einführung umfangreiche Simulationsläufe durchgeführt. Darüber hinaus sei die Software bereits während der ersten freien Trainings beim Großen Preis von Belgien und beim Großen Preis der Niederlande unter realen Bedingungen erprobt worden.
Mehr Kontrollen in Zukunft
Als Konsequenz aus den Vorfällen will die FIA ihre Kontrollmechanismen weiter ausbauen. Gemeinsam mit den Teams und den Herstellern der Antriebseinheiten sollen die Test- und Verifikationsmöglichkeiten für die Motorensoftware erweitert werden.
Zusätzlich soll der gesamte Freigabeprozess künftig stärker überprüft werden. Dabei sollen auch unabhängige Bewertungen sowie Rückmeldungen des Herstellers der standardisierten elektronischen Steuereinheit berücksichtigt werden.
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