Erkenntnisse aus dem F1-Auftakt der Saison 2026 in Melbourne
Spektakel, Spektakel, Spektakel! Das erste Rennen des neuen Jahres lieferte eine unfassbare Show.
08.03.2026 | 11:55 Uhr
Neben den vielen Überholmanövern war besonders der intensive Fight zwischen Mercedes und Ferrari sehenswert. Zudem überzeugten Audi sowie der einzige Rookie im Feld. McLaren hingegen enttäuschte. Erkenntnisse rund um den Australien-GP.
1. Diese F1 garantiert großes Entertainment
"Jeder, der gesagt hat, es gebe vielleicht zu wenig Show, wurde am Anfang eines Besseren belehrt."
Mercedes-Teamchef Toto Wolff brachte es mit diesem Satz am Sky Sport Mikrofon auf den Punkt. Denn die Formel 1 2026 sorgte von Runde eins an für Spektakel. Überholmanöver ohne Ende, sogar die Führung wechselte in den ersten Runden etliche Male. Das lange Hinterherfahren in der Dirty Air ohne vorbeizukommen, scheint Geschichte zu sein. "Für alle Kritiker an dem Reglement: Das war stark", verdeutlichte auch Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher.
"Wir hatten ja den Verdacht, dass es diesen Jo-Jo-Effekt geben würde. Sobald man vorne ist, schien es unmöglich, die Position halten zu können. Mit diesem Straight Mode verlieren wir vorne am Auto doch einiges, gerade in den Kurven", erklärte Rennsieger George Russell. Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli meinte: "Es war unglaublich in den ersten paar Runden. Die Überholmanöver sind so kraftvoll, dass man viel Handlungsspielraum hat."
Den Fahrern wird so einiges im Cockpit abverlangt. Viele waren nach Zieldurchfahrt mental und körperlich am Ende. "Man muss einfach clever sein. Man muss während des Rennens die ganze Zeit nachdenken. Letztes Jahr war es etwas einfacher. Da musste man über das Reifenmanagement nachdenken, aber nicht über das Energiemanagement. Jetzt muss man über zehn andere Dinge nachdenken", berichtete Gabriel Bortoleto bei Sky Sport.
Der Audi-Pilot geht davon aus, dass die Formel 1 diese neue Unberechenbarkeit das ganze Jahr über beibehält. Das sah auch Charles Leclerc so. "Jedes kleine Ding, das man im Auto machen muss, alles, hat einen riesigen Einfluss auf den Rest der Runde. Deshalb muss man jedes Mal einige Schritte im Voraus denken", so der Ferrari-Fahrer bei Sky Sport: "Man weiß nicht genau, wann die Batterie auf der Geraden leer ist und wann sie wieder einsetzt. Dadurch gibt es große Geschwindigkeitsunterschiede."
Auch Lewis Hamilton und Arvid Lindblad lobten die Auswirkungen des neuen Reglements. Audi-Teamchef Jonathan Wheatley konterte die Kritik von Lando Norris und Max Verstappen am Sky Sport Mikrofon. Und Wolff sagte sogar: "Vom Show-Aspekt her ist das hier wahrscheinlich eher eine der schwierigeren Strecken, was dieses System betrifft, und trotzdem war das Rennen eigentlich okay. Jetzt schauen wir auf Shanghai, dort sollte es deutlich besser werden, und hoffentlich haben wir dort auch einen guten Entertainment-Faktor."
ZUM DURCHKLICKEN: Das Rennergebnis in Melbourne
2. Mercedes ist nicht allein
Nach dem Qualifying war bereits die Befürchtung aufgekommen, dass Mercedes auch im Rennen an er Spitze einsam seine Krise ziehen wird. Dem war mitnichten so. Ferrari zündete einen Raketenstart. Leclerc setzt sich von Platz vier noch vor Kurve eins an die Spitze, Hamilton kam vom fünften Rang auf Position drei vor. Doch auch danach lieferte die Scuderia den Silberpfeilen in der ersten Hälfte des Rennens so richtig Paroli.
"Wir haben geglaubt, es würde ein bisschen leichter werden, als es am Ende war. Die Ferraris waren am Anfang unglaublich. Da war nicht viel Unterschied", betonte Wolff. Auch wenn das deutsche Werksteam über die gesamte Renndistanz dennoch ein Tick die Nase vorne und wohl auch noch mehr Reserven hatte, hätte Ferrari mit einer anderen Strategie für noch mehr Spannung sorgen können.
Denn während Mercedes nach dem frühen Aus von Isack Hadjar und der folgenden Virtual-Safety-Car-Phase in Runde zwölf einen Doppelstopp machte, ließ Ferrari beide Autos draußen. "Wenigstens einer von uns hätte reinkommen sollen", funkte Hamilton sofort. Recht sollte er haben. Bei einer zweiten VSC-Phase kurze Zeit später hatte Ferrari dann zudem auch mit dem Timing der Autos auf der Strecke Pech.
JETZT ABSTIMMEN!
3. McLaren fährt der Musik hinterher
In der Saison 2025 holte McLaren noch beide WM-Titel und feierte insgesamt 14 Saisonsiege. In Australien verlief der Start für Papaya hingegen alles andere als nach Wunsch. Oscar Piastri crashte bereits auf dem Weg zum Grid und konnte gar nicht an seinem Heim-Grand-Prix teilnehmen. Fahrer-Weltmeister Norris lag am Ende über 50 Sekunden hinter der Spitze.
"Wir haben das Maximum herausgeholt. Wir haben viel gelernt, aber der Abstand zu den Autos weiter vorne ist ziemlich groß. Also haben wir noch einiges an Arbeit vor uns", resümierte Norris bei Sky Sport. Immerhin konnte der Brite Verstappen am Ende noch knapp hinter sich halten und P5 sichern. Dennoch ist McLaren vom reinen Speed hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull nach den ersten Eindrücken nur die vierte Kraft.
"Das ist ein sehr kompetitiver Sport. Wir müssen weiter schauen und herausfinden, warum wir das nicht genauso hinbekommen, wie wir es bei anderen sehen", zeigte sich McLaren-CEO Zak Brown bei Sky Sport enttäuscht. "Gerade die Stimme von Zak Brown, die normalerweise immer sehr positiv ist, war schon deutlich gedämpft. Man hat früh gemerkt, dass McLaren definitiv nicht auf Augenhöhe mit Mercedes ist. Der Unterschied ist aber wohl doch größer als man es sich gedacht hat", so Sky Sport F1-Experte Timo Glock.
4. Ein toller Rookie-Einstand
Arvid Lindblad ist 2026 der einzige Neuling im Feld. Der 18-Jährige hat in Melbourne gleich ein richtiges Statement abgegeben. Mit P8 sammelte Lindblad gleich vier Zähler für die Racing Bulls ein. Teamkollege Liam Lawson (P13) hat schon nach dem ersten Rennen einen schweren Stand im Team. "Als die Lichter ausgingen, habe ich jede Lücke genutzt, bin überall reingestochen und habe jede Gelegenheit mitgenommen, die sich mir geboten hat", fasste ein Lindbald sein Debüt bei Sky Sport zusammen.
Der Rookie lebte in Down Under seinen F1-Traum: "Während der Nationalhymne bin ich auch etwas emotional geworden. Ich habe runtergeschaut, das Formel-1-Logo mit meinem Namen gesehen und mich daran erinnert, wie ich das mit vier Jahren im Fernsehen gesehen und davon geträumt habe, eines Tages selbst dort zu stehen." Lindblad zeigte auch in Rad-an-Rad-Duellen mit Hamilton und Verstappen, dass er künftig in der Motorsport-Königsklasse ein Großer werden könnte.
5. Audi ist voll mit dabei
Hinter den Top-Vier-Teams hat neben den Racing Bulls und Haas auch Audi einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Im Gegensatz zum zweiten F1-Neuling Cadillac war Audi wie schon im Qualifying sehr konkurrenzfähig und sammelte direkt mit Gabriel Bortoleto auf P9 die ersten beiden Punkte. "Es waren Überholmanöver dabei, von denen ich nicht erwartet hatte, dass ich sie machen könnte. Ich denke, wir haben einen guten Job gemacht", freute sich der Brasilianer am Sky Sport Mikrofon.
Audi-CEO Gernot Döllner war in Australien vor Ort, in Ingolstadt schauten ein paar Tausend Mitarbeiter bei einem Teamviewing zu. "Das ist ein historischer Tag für uns", freute sich Teamchef Jonathan Wheatley bei Sky Sport. "Man hat sich einer sehr, sehr großen Aufgabe gestellt und das beim ersten Rennen hier in Melbourne wirklich überzeugend umgesetzt", lobte Glock. Einziger Wermutstropfen: Nico Hülkenberg konnte aufgrund von Problemen an seinem R26 nicht starten.
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.