Zverev zittert sich bei den US Open weiter: French-Open-Sieger steht nach Fünfsatz-Krimi in Runde drei
Alexander Zverev hat bei den US Open die dritte Runde erreicht. Der French-Open-Sieger setzte sich nach 4:33 Stunden gegen den Franzosen Quentin Halys mit 6:4, 4:6, 7:6, 6:7, 6:3 durch.
04.09.2026 | 10:26 Uhr
Zwei Tage nach seinem Erstrunden-Schreck musste Alexander Zverev erneut über die volle Distanz gehen. Der Hamburger kämpfte sich trotz einer schwankenden Leistung in die nächste Runde.
Tief in der New Yorker Nacht stand Alexander Zverev abgekämpft im Bauch des Arthur Ashe Stadiums und gab sich keinen Illusionen hin. "Wenn ich so weiterspiele", sagte der Tennisstar nach seinem nächsten Marathon-Match bei den US Open, "werde ich das Turnier nicht gewinnen." Im Anschluss an seinen zittrigen Drittrundeneinzug lautete die große Frage auch für Zverev selbst: Wo ist die Topform geblieben?
Beim 6:4, 4:6, 7:6 (7:3), 6:7 (3:7), 6:3 gegen den Franzosen Quentin Halys jedenfalls war der Hamburger davon wie schon in der ersten Runde weit entfernt. Er gewinne seine Matches gerade "eklig", befand Zverev. Das sei zwar auch eine Qualität, aber: "Ich hoffe, dass ich bald wieder besseres Tennis spiele."
Vor dem Duell mit dem gesetzten Alejandro Tabilo am Samstag braucht er tatsächlich dringend eine Leistungssteigerung, wenn es klappen soll mit einem ernsthaften Angriff auf den zweiten Grand-Slam-Titel. Zverev, der nach einem enttäuschenden Abschneiden der restlichen Deutschen in New York mal wieder den Alleinunterhalter gibt, erwartet gegen den Chilenen ein "weiteres schwieriges" Match.
Immerhin: "Körperlich", sagte Zverev, fühle er sich immer noch gut. Und das, obwohl der French-Open-Sieger in seinen beiden Auftaktpartien insgesamt 9:25 Stunden auf dem Court verbrachte. Zum Vergleich: In seinen ersten beiden Matches auf dem Weg zum Titel in Paris waren es gerade einmal 3:56 Stunden gewesen.
"Die Performance war ziemlich scheiße, um ehrlich zu sein, aber ich habe gewonnen, das ist das Wichtigste", sagte Zverev: "Dafür gehe ich ins Gym, dafür trainiere ich, um in diesen schwierigen Momenten trotzdem zu gewinnen - dann, wenn du nicht dein bestes Tennis spielst." Er hoffe "aber schon, dass irgendwann anfange, besser zu spielen". Der Superstar hadert auch mit den Bällen.
Auf Beckers Spuren
Für den French-Open-Sieger war es der 20. Match-Gewinn bei einem Major in diesem Jahr - nur Boris Becker schaffte als deutscher Profi 1989 mehr (22). Am Samstag (Ortszeit) wartet auf Zverev, der gegen Halys lange zu passiv agierte, erstmals im Turnierverlauf ein gesetzter Gegner. Der Weltranglisten-28. Alejandro Tabilo aus Chile dürfte in der aktuellen Verfassung eine harte Prüfung darstellen.
In der ersten Runde war Zverev nur zwei Punkte von einer Überraschungspleite gegen Lorenzo Sonego entfernt gewesen. Dennoch betrat er um 21:35 Uhr Ortszeit mit entspannter Miene das Arthur Ashe Stadium. Und wie schon gegen den Italiener holte sich Zverev den ersten Satz - in einer zu Beginn seltsam emotionslosen Partie im größten Tennisstadion der Welt reichten dem Deutschen ein paar konzentrierte Aufschlagspiele und ein spätes Break. Der Jubel in Richtung seiner Box fiel verhalten aus.
Anschließend wurde deutlich, dass Zverev von seiner Topform derzeit ein gutes Stück entfernt ist. Im zweiten Satz machte er sich das Leben gegen den limitierten Franzosen selbst schwer. Er ließ mehrere Breakbälle ungenutzt und bekam zur Unzeit Probleme mit seinem Aufschlag. Plötzlich stand es 1:1, obwohl Zverev die Partie zuvor im Griff gehabt hatte.
Schuhwechsel mitten im Satz
Der Hamburger schimpfte und haderte nun hörbar und war danach zwischenzeitlich komplett neben der Spur. Zweimal in Folge gab er seinen Aufschlag ab, die Vorhandschläge flogen nun wieder und wieder ins Aus. Zverev verabschiedete sich in dieser Phase auch komplett von der offensiven Spielweise, die ihn auf dem Weg in zwei Grand-Slam-Finals zuletzt so stark gemacht hatte.
Mitte des dritten Satzes wechselte Zverev die Schuhe und hatte danach wieder ein wenig mehr Zugriff auf die Partie. Im Tiebreak nahm er die zahlreichen Einladungen seines fehleranfälligen Gegners dankend an und verhinderte nach einem 76-Minuten-Satz den Rückstand.
Zverev als letzter Deutscher
Doch auch danach blieb die Partie eng. Zverev, der bei hoher Luftfeuchtigkeit stark schwitzte, wirkte nun wieder etwas stabiler, doch er ließ erneut zu viele Breakbälle ungenutzt. Im Tiebreak war Halys der bessere Spieler und so musste Zverev zum zweiten Mal in zwei Tagen in den Entscheidungssatz.
Von den restlichen deutschen Profis schaffte es diesmal keiner in die dritte Runde von New York. Jan-Lennard Struff verlor ein kurioses Fünfsatz-Match mit zahlreichen Doppelfehlern auf beiden Seiten gegen Francisco Cerundolo, Eva Lys erhielt von Mirra Andrejewa beim 0:6, 2:6 eine Lehrstunde und Tatjana Maria konnte eine Satzführung gegen die Tschechin Nikola Bartunkova nicht ins Ziel retten.
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