Österreich - Jordanien; Fußball WM Gruppe J

SPIELENDE n.V. LIVE Verl. HZ

Österreich - Jordanien. Fußball WM Gruppe J.

Levi's StadiumZuschauer68.527.

Österreich 3

  • R Schmid (21. minute)
  • Y Al Arab (76. minute ET)
  • M Arnautovic (102. minute 11m)

Jordanien 1

  • A Ali Al Olwan (50. minute)

Live-Kommentar

Das wars an dieser Stelle und mit der langen WM-Nacht. Um 19 Uhr geht der Betrieb weiter, wenn Mitfavorit Portugal gegen DR Kongo ins Turnier einsteigt, sämtliche Kalender sollten zudem natürlich mit England vs. Kroatien um 22 Uhr gefüllt sein. Vielen Dank für das Interesse und bis dahin! 

Österreich stellt damit die Weichen für eine erfolgreiche Gruppenphase und gesellt sich neben dem bärenstarken Argentinien an die Tabellenspitze. Als nächstes geht es gegen den Weltmeister, ein riesiges Highlight für die Alpenrepublik. Jordanien spielt dann gegen Algerien und hofft auf die ersten WM-Punkte. 

Da war mal richtig viel drin. In Erinnerung bleibt nach diesem Spiel nicht nur der hart erarbeitete, aber erfolgreiche WM-Auftakt Österreichs, sondern auch ein mutiger, gut eingestellter und beeindruckender Auftritt von WM-Debütant Jordanien, das zu vielen Torchancen kam. Das 3:1 für den ÖFB ist etwas glücklich. Vor allem die zweite Halbzeit hat Österreich ordentlich gewackelt. Am Ende war es aber die spielerische Überlegenheit, die den Sieg brachte. Und ein guter und Energie einbringender Matchwinner Arnautovic.  

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Mehr aber auch nicht. Das Spiel ist beendet. 

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Die WM hat ihr erstes XXL-Spiel, das wir im Vereinsfußball, vor allem aus England, ja längst gewohnt sind. Die Uhr schlägt 90.+13. Und trotzdem beträgt die Nettospielzeit dünne 56:17 Minuten. 

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Tooooor! ÖSTERREICH - Jordanien 3:1. Arnautovic hat dieser zweiten Halbzeit ohnehin schon seinen Stempel aufgedrückt. Jetzt trifft er sicher vom Punkt zum 3:1. Links unten schlägt es ein, Abulaila ist im anderen Eck unterwegs. 

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Schiedsrichter Dahane Beida lässt sich Zeit, fällt am Ende aber die einzig richtige Entscheidung: Elfmeter für Österreich. 

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Aber Österreich spielt das jetzt ziemlich kontrolliert runter. Und kommt fast noch zum 3:1. Und das war fein gespielt. Sabitzer stellt die Szene scharf mit seinem Pass von der Mittellinie am Seitenrand vorne ins Zentrum zu Arnautovic. Der macht den Ball wunderbar fest, legt ihn für Chukwuemeka ab, der wieder zu Arnautovic, der zu Wanner, der zu Arnautovic. Und der schießt von rechts im Strafraum. Obaid schmeißt sich rein - und blockt den Ball mit dem nach oben zuckenden Arm. Es kommt zum nächsten VAR-Einsatz. 

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Eine echte Schlussoffensive bekommt Jordanien nicht auf den Platz. Österreich strebt dem so wichtigen Auftaktsieg entgegen. Er wäre schmeichelhaft. Ein Remis würde dem Spielgeschehen eher entsprechen. 

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Zu Abulailas Glück wird der diesmal aber nicht so brenzlig wie bei den malen zuvor. 

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Licht und Schatten heute bei Abulaila im jordanischen Tor. Eben die Heldentat gegen Arnautovic. Jetzt unterläuft ihm der fiese Stockfehler nach einem harmlosen Rückpass, der fast im eigenen Tor landet. Den Eckball für Österreich gibt es aber. 

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Auf der anderen Seite bekommt Jordanien einen Freistoß zugesprochen, der wird nicht unmittelbar gefährlich, führt aber zum Fernschuss von Azaizeh, der aus gut 30 Metern flach abzieht und das rechte Eck um nur einen Meter verpasst. 

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Da ist mal wieder was: Arnautovic lässt die Entscheidung liegen! Wanner spielt einen ziemlich schlampigen Pass zu Chukwuemeka. Da hat aber ein Abwehrspieler seinen Fuß so unglücklich dazwischen, dass er direkt in den Lauf von Arnautovic weitergeleitet wird. Der steht dann völlig frei vor Abulaila - und scheitert aus 15 Metern an einer Glanztat des jordanischen Keepers. 

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Zehn Minuten Nachspielzeit. Aber irgendwie passiert hier sportlich gesehen nichts mehr. Ganz merkwürdig, wie zerfahren und stillgelegt das Spiel seit dem erneuten Führungstreffer Österreichs auf einmal ist. 

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Für Fakhoury geht es außerdem nicht weiter, wobei dieser Wechsel auch schon vor dessen Kopfverletzung vorbereitet gewesen sein könnte. Azaizeh spielt jetzt für ihn. 

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Während der Behandlungspause wird weiter gewechselt. Al Daoud kommt für Al Tamari. 

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Dann aber auch ständig diese Unterbrechungen. Wobei diese jetzt ernst zu nehmen ist. Posch und Fakhoury rennen ineinander, Stirn auf Stirn. Beide sinken zu Boden und müssen behandelt werden. 

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Das wirkt gerade so, als müssten sich beide Teams von der emotionalen Achterbahnfahrt gerade erholen. Das ist ein klarer Bruch im Spiel. Auch die Stimmung ist erstaunlich abgeebbt. Dabei ist das Spiel kein Deut weniger spannend. 

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Apropos wenig Spielfluss: Die Nettospielzeit beträgt nach 83 Minuten gerade mal 44 Minuten. Eine lange Nachspielzeit ist uns gewiss. 

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Wenig Spielfluss gerade, stattdessen der nächste Wechsel. Wimmer kommt für Schmid. 

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Im selben Wechselfenster wird auch Haddad ausgewechselt. Al Mardi ist jetzt neu dabei und soll Betrieb auf der rechten Seite machen. 

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Zweiter Wechsel beim WM-Debütanten: Al Rosan kommt für Nasib. 

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Das Glück, das Pech, das Schicksal: Es dreht und wendet sich hier minütlich. Eines dieser Spiele, das so viele Geschichten schreibt. Und für das bislang längste Highlightvideo bei dieser WM sorgen könnte, die acht Tore im Match der DFB-Elf mal ausgeklammert. 

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Was für eine Dramatik, was für ein irrer Verlauf. Arnautovic hat, angestachelt von den letzten Geschehnissen, enorm provozierend gejubelt, das hat für ordentlich Trubel und Ärger gesorgt. Die Gelbe Karte bekommt aber Sabitzer. Warum es ihn trifft, wird nicht wirklich ersichtlich. 

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Tooooor! ÖSTERREICH - Jordanien 2:1. Und es geht direkt weiter mit einem Eckball. Und diesmal gibt es rein gar nichts zu mäkeln. Sabitzer schlägt den Ball scharf ans Fünfereck. Wo Posch drunter her springt. Genauso wie Arnautovic. Denn es ist der unglückliche Al Arab, der sich mit Arnautovic im Luftduell befindet, den Ball an den Rücken bekommt und ihn unhaltbar ins lange Eck lenkt. 

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In der 67. Minute hat Sabitzer einen Eckball in den Strafraum geschlagen. Das ist acht Minuten her. Jetzt wird weitergespielt. 

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Und unmittelbar nach dieser brisanten und immens spannenden, aber auch fast vier Minuten langen VAR-Unterbrechung geht es in die dreiminütige Trinkpause. Es hebe die Hand, wer sich damit anfreunden kann. 

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Erster Wechsel bei Jordanien: Saleem Obaid kommt für Abu Al Nadi. 

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Poschs Handspiel wird als regelwidrig erklärt - und der Treffer wird zurückgenommen. Bitter für Österreich, es hätte in beide Richtungen ausgelegt werden können. 

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Jordanien protestiert, der VAR checkt. Und es dauert lange, bis Dahane Beida in die Reviewarea tritt und sieht, dass Posch bei seiner unfreiwilligen Vorlage mit dem rechten Arm am Ball war. Schwierige Entscheidung. Wie entscheidet der Schiedsrichter? 

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Und bei dem klingelt es. Abulaila boxt böse an der Ecke von Sabitzer vorbei, so fällt der Ball noch im Fünfer Posch an den Oberschenkel und von dort zu Arnautovic. Der dreht sich schnell um die eigene Achse und versenkt den Ball aus drei Metern im Tor. Aber war da eine Hand im Spiel? 

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Österreich hat sich gefangen, bekommt das Spiel jetzt fest vor den jordanischen Strafraum geparkt. Und erarbeitet sich seinen zweiten Eckball der Partie. 

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Dann ergibt sich unverhofft die große Chance für Chukwuemeka, der rechts im Strafraum an den Ball kommt und ein leeres Tor vor sich hat. Keeper Abulaila liegt nämlich am Boden. Chukwuemeka wird aber noch gerade so geblockt. Und dann sehen wir, was mit dem jordanischen Keeper passiert ist: Beim Versuch, die Bogenflanke von Laimer zu erreichen, hat er den Unterarm von Arnautovic ins Gesicht bekommen. Hätte Abu Taha den Schuss von Chukwuemeka nicht geblockt, wäre das ein Fall für den VAR gewesen. 

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Österreich wird wieder etwas stabiler, kann das Spiel wieder halbwegs kontrollieren. Jordanien bleibt aber stets gefährlich und aufmerksam. Eine Prognose ist gerade nicht wirklich zu treffen. 

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Kaum gewechselt, meldet sich Österreich im zweiten Durchgang an. Mit nur 15 Minuten Verspätung. Sabitzer ist auf dem linken Flügel durch und flankt von der Grundlinie. Arnautovic kommt nicht ganz ran, springt drunter her, verlängert mit dem Scheitel aber weiter. Und hinter ihm rennt Posch in den Abschluss und schickt ihn zwei Meter übers Tor. 

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Und bei Alaba stellte sich ohnehin die Frage, wie lange die Kraft reicht. Offenbar für gut eine Stunde. Danso übernimmt. 

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Mit Chukwuemeka für Schlager wird es zudem wesentlich offensiver. 

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Denn Trainer Rangnick reagiert - und zieht sehr früh seine Wechsel zwei bis vier. Mwene geht raus und Wanner kommt ins Spiel. Dadurch dürfte Laimer auf die linke Abwehrseite rücken. 

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Österreichs völlig verkorkster Auftakt in diese zweite Halbzeit bleibt nicht ohne Folge. 

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Zumal Jordanien dran bleibt und dem zweiten Treffer gerade näher ist als Österreich. Ein paar Angriffsversuche ersticken im Keim, Alaba blockt den Schuss von Olwan, dann greift Schlager bei einer flachen Hereingabe von der rechten Seite beinahe daneben, kann den Ball erst im Nachfassen vor dem lauernden Al Tamari sichern. Zeichnet sich da Nervosität ab? 

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Und für Österreich natürlich die kalte Dusche. Die sehr gute Ausgangsposition ist dahin. Im zweiten Durchgang geht bislang nicht viel zusammen. Und dass der Ausgleich höchst verdient ist, steht sowieso außer Frage. Ein echt schwieriger WM-Auftakt für Rangnick und den ÖFB. 

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Und was für eine Expolsion dieser Treffer auslöste. Grenzenloser Jubel. Und eine Andacht: Olwan zückt das Trikot mit der Nummer 11 und hält es in die Kameras - jener Nummer, die der so schmerzlich vermisste, aber am Kreuzband verletzte Yazan Al Naimat für gewöhnlich trägt. Auch ein Zeichen, wie geschlossen dieses jordanische Team zusammenhält. 

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Toooor! Österreich - JORDANIEN 1:1. Und die zweite Halbzeit startet mit einem Knall. Schlager verliert den Ball 30 Meter vor dem gegnerischen Tor. Al Rawabdeh spielt ihn direkt tief auf die linke Seite. Dort hat Olwan viel grüne Wiese vor sich, dribbelt nach innen, auf Lienhart zu. Der rechnet merkwürdigerweise nicht damit, dass es der Angreifer selbst machen könnte, hält ordentlich Sicherheitsabstand. Und so darf Olwan das erste WM-Tor in der Geschichte Jordaniens schießen. Aus zehn Metern zirkelt der 26-Jährige das Leder wunderschön ins lange Eck, über den Innenpfosten zum Erfolg. Ein Treffer, nicht weniger schön als der von Österreich in der ersten Halbzeit.

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Vorlage Noor Al Deen Mahmoud Ali Al Rawabdeh

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Nette statistische Spielerei, die den guten Unterhaltungswert der ersten Halbzeit unterstreicht: Bei allen bisher absolvierten WM-Spielen durften wir nur bei Deutschland gegen Curacao mehr Strafraumaktionen beobachten als heute. 

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Nach einer auf ca. 20 Minuten ausgedehnten Halbzeitpause geht das Spiel weiter. Keine Wechsel bei Jordanien. 

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Das hatten wir hier doch schon im Gespür: Platzhirsch Arnautovic kommt bei Österreich für die zweite Hälfte. Kalajdzic bleibt dem Rasen fern. 

Volles Haus am Abend in San Francisco, und das Kommen hat sich gelohnt: Österreich und Jordanien liefern ein abwechslungsreiches und gutlauniges Spiel, das mit einer knappen und nicht vollständig verdienten Führung für den ÖFB in die Pause geht. Der Treffer von Schmid war ganz wunderbar, die Spielhoheit hatte Österreich auch. Die besseren Chancen aber verzeichnete das aufmüpfige Jordanien. Dem Außenseiter fehlte bislang aber die Abschlussqualität, um sich selbst für einen guten Auftritt zu belohnen. 

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Und da ist sie auch schon. Kalajdzic versucht es noch aus über 30 Metern, das bringt nicht so viel. Und nach dieser letzten Aktion geht es in die Kabinen. 

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Schlager fängt weit vor seinem Kasten einen langen Ball sicher ab, Österreich kann einen Fehlpass von Al Rawabdeh im Mittelfeld nicht ausnutzen, der folgende Flugball auf Sabitzer ist ungenau. Die Halbzeitpause ruft. 

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Mit Anbruch der vierminütigen Nachspielzeit tankt sich Al Tamari im rechten Halbfeld an Schlager und Mwene vorbei. Dann fehlt aber die Kraft und die Standfestigkeit für den sauberen Abschluss. Der Ball rollt ungefährlich rechts am kurzen Pfosten vorbei ins Toraus. 

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Wenig später folgt ein Halbfeldfreistoß, für den werden gleich drei Jordanier abgestellt. Einer rennt über den Ball, einer tippt ihn mit der Sohle an. Und dann ist es Al Tamari, der mit seinem gutgemeinten Fernschuss schnell hängen bleibt. Reicht für die Statistiker, Jordaniens siebten Torschuss anzuschreiben. 

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Es bleibt ein Spiel der Phasen. Jetzt gerade ebbt die Aufregung wieder ab. Ein Eckball für Jordanien ist dabei, der wird diesmal aber nicht gefährlich. 

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Etwas überraschend fremdelt Laimer noch auf seiner ungewohnten Position, hat ausgerechnet auf der Zehn die wenigstens Ballaktionen seines Teams. Dabei kannst du den ja eigentlich überall hinstellen. Auch Kalajdzic ist noch nicht so richtig nachhaltig eingebunden, reibt sich zwar auf und zieht Freistöße, ist vor dem Tor aber ungefährlich. Gut möglich, dass da in der Pause schon reagiert wird, wo doch ein Rekordtorschütze noch auf der Bank sitzt. 

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0,35 xGoals jetzt schon für Jordanien, Österreich hat trotz der Führung weniger (0,26). Das 1:0 entspricht nicht ganz dem Spielverlauf. Es ist ein Spiel auf absoluter Augenhöhe. In dem Jordanien die klar besseren Chancen verzeichnet. 

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Jetzt wieder Jordanien, das Spiel bleibt abwechslungsreich: Eine lange Spielverlagerung wird an der rechten Seitenlinie direkt nach innen in den Lauf von Olwan geköpft. Der schießt hinter dem linken Strafraumeck aus spitzem Winkel und scheitert an einer guten Parade von Schlager. Al Tamari hat den Abpraller auf dem Fuß, bleibt aber an einem Abwehrspieler hängen. 

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Wenig später tankt sich Posch auf der rechten Seite durch, dafür reicht ein langer Ball von Lienhart und ein Stellungsfehler von Abu Al Nadi. Posch dringt rechts in den Sechzehner ein, hat dann aber einen unsauberen Kontakt, so kann erneut Al Arab in höchster Not klären. Da war viel mehr drin. 

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Und so öffnet sich auf einmal für Österreich die Chance, im Umschaltspiel zu glänzen. Das treibt zuerst Laimer voran, ist nach Vorarbeit von Sabitzer und Schmid ab der Mittellinie auf und davon. Beim intensiven gegenseitigen Gezerre mit Al Arab hat er das Nachsehen, für einen Elfmeter reicht das nicht. 

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Nach der Trinkpause sind wir wieder in einer Findungsphase, das Spiel hat den Schwung, der rund um die 20. Minute aufgenommen wurde, verloren. Jordanien darf jetzt mal ein wenig Ballbesitz sammeln, verzeichnet ein oder zwei Halbfeldflanken. Die putzen vor allem die langen Lienhart und Posch vor Keeper Schlager aber raus. 

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Denn trotz der nicht mal 30-prozentigen Spielanteile, hat Jordanien mehr Torschüsse und mehr xGoals gesammelt. Dass die individuelle Qualität aber für Österreich spricht, das hat das Tor natürlich gnadenlos bewiesen. Schmids Treffer gehört zu den bislang schönsten in diesem Turnier. 

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Nach drei Minuten geht es dann weiter. Rangnick wird sein Team gewarnt haben, gerade nach dem Lattentreffer Jordaniens: nicht nachlassen, weiter nach vorne spielen, aufs zweite Tor gehen. Der Underdog macht einen echt guten Eindruck und liegt auch mit ein wenig Pech hinten. 

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Hier ist richtig Musik drin. Die Trinkpause drückt die Stopppause. Bei abendlichen 18 Grad Außentemperatur. 

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Fast hat die Führung nur zwei Minuten Bestand. Jordanien findet nämlich blitzschnell die Antwort: Vom Wiederanpfiff weg geht es gemächlich nach vorne und ein Eckball springt bei raus. Der wird kurz ausgeführt, dann flankt Abu Taha. Und noch vor dem ersten Pfosten steht Olwan frei. Der Stürmer lässt die Kugel über die Stirn gleiten. Sodass sie im Bogen über Schlager hinweg an die Querlatte klatscht. Glück für den ÖFB!

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Tooooor! ÖSTERREICH - Jordanien 1:0. Mit einem wunderbaren Treffer geht der Favorit dann aber doch in Führung. Österreich spielt sich flüssig und schnell durchs Mittelfeld, da wird viel rotiert, dann hat Schlager am linken Strafraumeck den Ball. Die Box ist mit fünf Teamkollegen besetzt, das schafft Platz im Rückraum, wo Schmid in zentraler Position genau richtig steht. Jordanien rückt zu spät raus. Und Schmid schlenzt den Ball aus rund 20 Metern präzise mit der Innenseite ins rechte Eck. 

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Vorlage Xaver Schlager

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Für Österreich wird es über links gefährlich, wo Laimer zur Grundlinie durchstößt, auf Kalajdzic zurücklegt, der kriegt die Kugel aber nicht aufs Tor gedrückt. Und zuvor stand Laimer eh im Abseits. 

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Jordanien nicht, Jordanien hatte schon eine Torchance - und kommt der überraschenden Führung jetzt ein zweites Mal immens nah. Ein Gegenangriff läuft über die halbrechte Spur, wo Fakhoury andribbelt und von Mwene und Alaba nicht richtig angegangen wird. Also schießt Fakhoury aus 20 Metern wuchtig drauf - und Schlager muss den Ball mit einer Glanztat über die Latte lenken. 

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Denn die Zone vor dem Tor kann kaum angespielt werden. Jetzt mal, durch eine Flanke von Sabitzer aus dem linken Halbfeld. Der lange Kalajdzic lauert. Abu Al Nadi bekommt aber noch den Fuß rein. Österreich wartet auf den ersten ernstzunehmenden Torschuss. 

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Kalajdzic ist es auch, der jetzt beim Vorstoß schon vor dem Mittelkreis vom robusten Nasib gestoppt wird. Österreich hat hier ordentlich Probleme gegen einen aufmerksamen und zweikampfstarken Außenseiter. Da helfen auch 80 Prozent Ballbesitz noch nicht viel. 

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Stichwort Laimer: Österreichs bester und wichtigster Spieler, der kurz vor einer Vertragsverlängerung beim FC Bayern steht, agiert heute auf der Zehnerposition, für die eigentlich Baumgartner vorgesehen war. Auch das öffnet die Tür für Mwene, der dafür auf die linke Abwehrseite rückt. Und vorne wäre Rekordtorschütze Arnautovic laut Rangnick übrigens zu 100 Prozent fit. Kalajdzic hat einfach den Vorzug erhalten. 

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Aber hier ist vom Fleck weg gut Tempo und Intensität drin. Bei Jordanien ist klar zu erkennen, dass fast alles über den einzigen Europa-Legionär, Al Tamari, läuft, der sich jetzt nicht gegen den stabilen Posch durchsetzen kann. Im direkten Gegenzug macht Laimer an der Mittellinie dieselbe Erfahrung mit Nasib. 

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Und auch in der Folge ist klar sicht- wie hörbar, was Jordanien heute vorhat: Hinten dicht und eng stehen und dann schnell umschalten, wobei die Fans dann jedes mal emotional mitgehen. Mit dem Ball kann Jordanien nicht viel anfangen, was gleichzeitig den Vorteil hat, weniger Gefahr zu laufen, in die rangnicksche Pressingfalle zu tappen. Österreich wird im festen Positionsspiel Lösungen finden müssen. 

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Gespielt wird übrigens im San Francisco Bay Area Stadium, besser bekannt als Levi's Stadium, der pompösen und schimmernden Heimat des NFL-Riesen San Francisco 49ers. Und die Hütte ist voll, die FIFA meldet: ausverkauft. Was vor allem an einer großen jordanischen Community an der Westküste liegt. Die Gunst des Stadions hat der Außenseiter heute auf seiner Seite. Das hat man gerade bei der ersten dicken Chance für Jordanien auch gleich gemerkt. 

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Gleich ein Hallowach für Österreich: Jordanien hat die erste Torchance! Ein Gegenangriff droht zu versanden, weil Al Tamari sich eigentlich schon festrennt. Er flankt den Ball aber doch noch in die Mitte, über Fakhoury und Al Rashdan flippert die Kugel an den zweiten Pfosten, wo Haddad freisteht. Dessen Abschluss landet im Außennetz. 

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Anpfiff von Dahane Beida - und damit erstmals in der WM-Geschichte von einem Schiedsrichter, der aus Marokko kommt. 

So einen ähnlichen Ausfall hat Österreich auch zu verzeichnen: Christoph Baumgartner spielte die beste Saison seiner Karriere für RB Leipzig, kam in Topform, und zog sich dann eine Muskelverletzung zu, die ihn die WM kostet. Er war als Kreativspieler als klarer Go-to-Guy eingeplant. So gilt es für die anderen Leistungsträger wie Bayerns Konrad Laimer, Dortmunds Marcel Sabitzer oder die ehemaligen Deutschland-Legionäre David Alaba und der ewige Marko Arnautovic, noch mehr Verantwortung zu übernehmen als ohnehin schon.

Wer bei Jordanien den großen Star a la Mo Salah oder Sadio Mane oder Heung Min Son ausfindig machen will, muss enttäuscht werden. Hier überzeugt das Gesamtkonstrukt. Am ehesten ist noch Mousa Al Taamari als Individualkünstler zu nennen, der bei Stade Rennes sein Geld verdient und viel Tempo über die Außenposition mitbringt. Ein großer Wermutstropfen ist derweil das Fehlen von Yazan Al Naimat. Der Fixpunkt der Offensive und beste Torschütze des jordanischen Teams fällt mit einem Kreuzbandriss aus und dürfte schmerzlich vermisst werden. 

Jordanien hat zehn Anläufe gebraucht, um sich erstmals für eine Fußball-WM zu qualifizieren. Als (unterlegener) Finalist des Asien Cups 2024 war schon abzusehen, dass sich die Nationalmannschaft, zu Hause auch "Al-Nashama", übersetzt etwa "die Ritterlichen", genannt, stetig weiterentwickelt und immer konkurrenzfähiger wird. Nun, mit dem marokkanischen Trainer Jamal Sellami an der Seitenlinie, hat es als zweitbestes Team der asiatischen Qualifikationsgruppe für die Teilnahme gereicht. 

Das Auftaktspiel ist dabei von elementarer Bedeutung. Gegen Jordanien darf sich Österreich nicht zu lange mit den Comeback-Gefühlen aufhalten, sondern muss gleich seiner Favoritenrolle gerecht werden. Es geht schließlich gegen einen Debütanten, ehe die schweren Spiele gegen Weltmeister Argentinien rund um Rekordtorschütze Messi und das erprobte wie talentierte Algerien warten. 

Der Vater des Erfolgs ist dabei schnell gefunden: Deutschlands Fußballprofessor schlechthin, Ralf Rangnick, wies sogar Avancen des FC Bayern München ab, um seine WM-Mission mit Österreich fortzusetzen und die Nationalmannschaft in die USA, nach Kanada und Mexiko zu führen. Schon die EURO 2024 spielte Österreich stark auf, schied allerdings überraschend gegen die Türkei im Achtelfinale aus. Nun soll es wieder mindestens die K.o.-Runde werden. Manch einer hat Österreich gar als Geheimtipp auf dem Zettel. 

Michael Gregoritsch gehörte sowieso schon zu den prominentesten und erfolgreichsten Fußballern Österreichs. Mitte November baute er sich aber sein Denkmal in der Alpenrepublik: Mit dem erzwungenen 1:1-Ausgleichstreffer gegen Bosnien-Herzegowina sicherte der langjährige Bundesligakicker seiner Nationalmannschaft die erste WM-Teilnahme seit 28 Jahren. 1998 war Österreich letztmals bei einer WM-Endrunde dabei. Heute hat das lange Warten mit einem Spiel gegen Jordanien endlich ein Ende. 

Jordanien ist im Fußballjahr 2026 noch sieglos, im letzten Testspiel gab es ein 0:2 gegen Kolumbien. Heute finden wir Abu Al Nadi in der Startelf, der für Obaid in der Verteidigung steht. Es ist die einzige Veränderung, die Trainer Sellami vornimmt. 

So beginnt Jordanien: Abulaila - Haddad, Nasib, Al Arab, Abu Al Nadi, Abu Taha - Al Tamari, Al Rashdan, Al Rawabdeeh, Fakhoury - Olwan. 

ÖFB-Trainer Rangnick setzt bei seinem WM-Debüt erwartungsgemäß auf viel Bundesligapower, acht Startelfprofis verdienen ihr Geld in Deutschland. Und auf zwei Änderungen im Vergleich zum 1:0-Testspielsieg zuletzt gegen Tunesien: Gregoritsch und etwas überraschend auch Arnautovic rücken auf die Bank. Stattdessen spielen Mwene und Kalajdzic. 

So spielt Österreich: Schlager - Mwene, Posch, Lienhart, Alaba, Laimer - Schlager, Seiwald - Schmid, Sabitzer - Kalajdzic. 

Herzlich willkommen bei der WM 2026 zum Gruppenspiel zwischen Österreich und Jordanien.