Deutschland - Finnland; Länderspiel
Deutschland - Finnland. Länderspiel.
MEWA ARENA.
Deutschland 4
- D Undav (34. minute, 57. minute)
- F Wirtz (48. minute)
- J Musiala (63. minute)
Finnland 0
Deutschland siegt im WM-Test gegen Finnland dank überragendem Deniz Undav
Die deutsche Nationalmannschaft startet im letzten Testspiel auf heimischem Boden mit einem klaren Sieg gegen Finnland überzeugend in die finale WM-Vorbereitung.
31.05.2026 | 22:39 Uhr
Neben Florian Wirtz, Jamal Musiala und Wirbelwind Lennart Karl ragte besonders der Stuttgarter Deniz Undav heraus.
Angeführt von ihrem eiskalten Torjäger Deniz Undav hat die deutsche Nationalmannschaft WM-Euphorie entfacht.
Zwei Wochen vor dem Start der Mission fünfter Stern nährte nicht nur der Stuttgarter Doppeltorschütze beim 4:0 (1:0) gegen allerdings zweitklassige Finnen die vagen Hoffnungen auf den "American Dream". Und Julian Nagelsmann gewann bei seinem großen Alternativen-Test die Gewissheit, dass es auch ohne Säulen wie Manuel Neuer und Kai Havertz geht.
"Nichts Wildes"
Undav bewies seine Qualitäten als Vertreter des Champions-League-Finalisten Havertz mit zwei Toren (34./57.) und der Vorlage zum 2:0 durch Florian Wirtz (48.). Nach seinem zweiten Treffer musste er aber mit Oberschenkelproblemen in der 61. Minute vom Platz.
"Ich habe ein bisschen Schmerzen, nichts Wildes. Ein paar Tage Behandlung, dann ist wieder gut", beruhigte der Mittelstürmer Fußball-Deutschland nach dem 4:0 am ZDF-Mikrofon.
Die zwischenzeitlichen Sorgen der Fans in Mainz zerstreute der nach 434 Tagen zurückgekehrte Zauberfuß Jamal Musiala umgehend mit dem vierten Tor (63.), allerdings blieb der Münchner auch manches schuldig.
"Ein Zehn-von-zehn-Tag"
Mit seinem Doppelpack gegen Finnland erzielte Deniz Undav bisher sechs Tore in seinen ersten acht Länderspielen - seit den 90er-Jahren schossen nur zwei Spieler mehr Tore in ihren ersten acht Länderspielen, Niclas Füllkrug von 2022 bis 2023 und Serge Gnabry von 2018 bis 2019 (je 7).
Undav gelangen auch erstmals drei Scorerpunkte in einem Länderspiel und es war bereits sein zweiter Doppelpack (wie gegen Bosnien & Herzegowina 2024).
Nach dem Spiel resümierte Deniz Undav beim ZDF: "Ein Zehn-von-zehn-Tag".
Große Choreografie der DFB-Fans
Die Zuschauer wurden schon lange vor dem Anpfiff mit WM-Hits vergangener Jahre in Stimmung gebracht. Als die DFB-Auswahl um 20.11 Uhr zum Warmmachen in die Arena einlief, brandete Jubel auf.
Später präsentierten die Zuschauer eine große Choreografie: Sie tauchten die Westtribüne in Deutschlandfarben und hielten ein Banner mit acht Nationalspielern in die Höhe. "LET'S GO", stand darunter in großen Lettern.
Und die Mannschaft mühte sich, die Vorgabe direkt umzusetzen. Undav vergab eine erste gute Chance (8.), als er im Strafraum den Ball nicht richtig traf. Wirtz und Nathaniel Brown, der etwas überraschend auf der linken Abwehrseite begann, hatten sich sehenswert nach vorne kombiniert.
Brown startet gegen Finnland
Überhaupt hatte Nagelsmann für den letzten WM-Test auf deutschem Boden einigen Spielern eine Bewährungschance gegeben. Der Dortmunder Felix Nmecha begann im Mittelfeld an der Seite des gesetzten Aleksandar Pavlovic, der Münchner Karl durfte vorne rechts beginnen, zudem erhielt Brown den Vorzug gegenüber David Raum.
Der Frankfurter Verteidiger habe "die Gabe, offensiv die Räume zu finden" und einen "guten Speed", sagte Nagelsmann im ZDF. Raum wiederum sei eine "Art emotionaler Leader", auf der Position des Linksverteidigers habe er "zwei sehr gute Spieler" zur Verfügung.
Eine kurze Ecke führt zum Glück
Dem guten Beginn ließ Deutschland jedoch etliche Minuten Leerlauf folgen. Das Team fand kaum Lücken und spielte nach vorne behäbig. Die Fans beobachteten das Spiel dennoch äußerst wohlwollend.
Der degradierte Torhüter Oliver Baumann, der für den an der Wade verletzten Rückkehrer Neuer begann, erhielt bei seinem ersten Ballkontakt viel Applaus und wurde in der Schlussphase mit Sprechchören bedacht.
Doch vorerst sprang der Funke nicht über. Letztlich musste ein Standard helfen: Karl führte einen Eckstoß kurz aus, die Abwehr der Finnen war unsortiert - und so durfte Undav eine Flanke von Joshua Kimmich per Kopf versenken.
Auch Karl punktete auf der rechten Seite
Der 18-Jährige spielte ähnlich locker und unbekümmert wie im Verein. In einem zähen ersten Durchgang war er ein Lichtblick. Mit seiner Mannschaft war Nagelsmann sichtlich unzufrieden, griff mehrfach korrigierend ein.
Doch nach der Pause nahm Deutschland Schwung auf. Undav erkämpfte den Ball im finnischen Strafraum und bediente Wirtz per Grätsche, wenig später erhöhte er nach einem Konter - herrlich eingesetzt von Karl.
Mit seinem Assist wurde Lennart Karl nur 18 Jahren und 98 Tagen zum jüngsten Torvorbereiter der deutschen Nationalmannschaft seit Datenerfassung 2008. Karl kam in diesem Spiel auch auf die geteilt meisten Schussvorlagen aller Spieler auf dem Feld (4, wie Joshua Kimmich).
DFB-Elf schießt sich für USA warm
Unbeeindruckt bleibt die DFB-Elf auf Kurs: Musiala sorgt für ein gutes Gefühl vor der Abreise am Dienstag, bevor am 6. Juni in Chicago die WM-Generalprobe gegen die USA wartet.
Mit dem Sieg gegen Finnland feiert Deutschland den achten Länderspielsieg in Serie - so viele wie zuletzt unter Hansi Flick. Mit viel Rückenwind reist das Team in die USA, wo der deutliche Erfolg die Vorfreude auf den WM-Auftakt in Houston weiter wachsen lässt.
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