Xhaka gesteht Kauf von Impf-Zertifikat: Schweiz-Kapitän vorerst aus Nationalteam raus
Granit Xhaka hat in der Affäre um einen mutmaßlich gefälschten Covid-Impfnachweis den Kauf einer Impfbestätigung eingeräumt.
21.09.2026 | 11:25 Uhr
Der frühere Bundesliga-Star spricht von einem Fehler und kündigt umfassende Kooperation mit den Behörden an. Konsequenzen gibt es bereits: Der Kapitän reist vorerst nicht zur Schweizer Nationalmannschaft.
Der Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka (33) hat in der Impfaffäre den Erwerb eines Zertifikates eingeräumt. Nachdem die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern bereits Ermittlungen wegen eines möglicherweise gefälschten Nachweises eingeleitet hatte, gab der frühere Bundesliga-Profi am Montag in einem Beitrag auf Instagram zu, aufgrund von "Ängsten und Verunsicherung" die Bestätigung einer Covid-Impfung gekauft zu haben.
Er sei damals "stark verunsichert" gewesen und habe "große Bedenken" gehabt. "Ich empfand tiefes Misstrauen gegenüber dem Impfstoff und war von Ängsten und Verunsicherung geprägt", schrieb Xhaka in einer Stellungnahme: "In dieser aufgewühlten Gefühlslage habe ich eine Impfbestätigung erworben, anstatt meine offenen Fragen auf dem vorgesehenen Weg zu klären." Dies bezeichnete er nun als "Fehler": Er werde "die Verantwortung" übernehmen und bei der Aufarbeitung "vollumfänglich" mit den zuständigen Behörden kooperieren.
Xhaka reist nicht zur Nationalmannschaft
Aufgrund der Affäre wird Kapitän Xhaka in dieser Woche nicht zur Schweizer Nationalmannschaft reisen. "Wir begrüßen, dass Granit diesen Schritt macht und sich der Aufarbeitung stellt. Gleichzeitig sind wir gemeinsam zum Schluss gekommen, dass es im Interesse der Mannschaft ist, diesen Zusammenzug ohne ihn zu bestreiten", teilte der Schweizer Verbandschef Peter Knäbel mit. Ob Xhaka, der maßgeblich am Double-Gewinn von Bayer Leverkusen im Jahr 2024 beteiligt war, danach in die Nati zurückkehren wird, blieb offen. Im Anschluss an die Länderspielpause werde die Situation "neu beurteilt", sagte Knäbel.
Der Blick hatte zuvor bereits berichtet, dass die Polizei im Jahr 2023 die Praxisräume einer Medizinerin durchsucht und Beweise gesichert haben soll. Xhaka werde Anfang Oktober bei der Luzerner Staatsanwaltschaft vernommen.
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Schweiz trifft auf Nordmazedonien & Schottland
Die Schweizer Nationalmannschaft trifft sich am Montag in Belek/Türkei. Dort bereitet sich das Team bis Freitag auf die beiden Auswärtsspiele gegen Nordmazedonien und Schottland (26. und 29. September) vor. Am 3. und 6. Oktober tritt die Schweiz dazu in Luzern gegen Slowenien und Nordmazedonien an.
Xhakas Statement im Wortlaut:
"In den letzten Tagen wurde viel über eine Angelegenheit aus meiner Vergangenheit berichtet. Dazu möchte ich mich persönlich äussern. Im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung war ich damals persönlich stark verunsichert und hatte grosse Bedenken. Ich empfand tiefes Misstrauen gegenüber dem Impfstoff und war von Ängsten und Verunsicherung geprägt. In dieser aufgewühlten Gefühlslage habe ich eine Impfbestätigung erworben, anstatt meine offenen Fragen auf dem vorgesehenen Weg zu klären. Heute sehe ich klar, dass dieser Weg nicht richtig war. Es war ein Fehler. Das tut mir leid. Ich übernehme die Verantwortung für diese Entscheidung, stelle mich der Aufarbeitung des Sachverhalts und kooperiere vollumfänglich mit den zuständigen Behörden."
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