Wie lang geht das zwischen Eberl und Bayern noch gut?

Gomez? Krösche? Rangnick? Die Liste der potenziellen Nachfolger von Max Eberl beim FC Bayern oder als übergeordnete Instanz ist prominent. Aber warum tauchen ständig neue Namen rund um die Säbener Straße auf? Weil es in der Chefetage rumort!

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Primetime Spezial zu Max Eberl und dem FC Bayern.

Nach Informationen von Sky macht man sich in der Machtzentrale des FC Bayern bereits Gedanken über die zukünftige strategische Ausrichtung. Ist das Modell mit einem Sportdirektor oder Sportvorstand noch zeitgemäß?

 Von Florian Plettenberg und Kerry Hau

Wird aus Eberl und den Bayern doch noch eine langfristige Liebesbeziehung oder kommt es zu einem Blitzabgang vor Eberls Vertragsende 2027, weil die Bayern oder Eberl selbst einen neuen Weg einschlagen werden?

Klar ist: Kandidaten wie Mario Gomez, Markus Krösche und Ralf Rangnick (Sky berichtete) spielen in den Zukunftsplänen eine Rolle. 

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Der FC Bayern spielt mit dem Gedanken, Mario Gomez als neuen Teil ihrer Führungsebene von RB Leipzig wegzulotsen. Dort ist Gomez hinter Oliver Mintzlaff und Jürgen Klopp der drittmächtigste Mann.

Was genau missfällt den Bayern-Bossen an der Arbeit von Max Eberl?

Es begann im Sommer mit einer wilden Trainersuche und es hagelte Absagen (Xabi Alonso, Julian Nagelsmann, Ralf Rangnick). Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sahen sich bemüßigt, sich einzuschalten (Sprachen mit Hansi Flick). Hinzu kamen aus Sicht einiger Verantwortlicher überteuerte Vertragsverlängerungen (Jamal Musiala, Alphonso Davies, Joshua Kimmich, Alexander Nübel) und gescheiterte Wunschtransfers.

Ein deutliches Zeichen in Richtung Eberl ist das auffällig prominente und öffentliche Werben um Florian Wirtz durch Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge ("Wir wollen ihn."). Das erschwert nicht nur die Arbeit von Eberl und Christoph Freund, weil es Wirtz' Preis nach oben treibt und Konkurrenten auf den Plan ruft. Bereits vor Wochen hat Hoeneß die Gespräche mit Vater Hans Wirtz aufgenommen.

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Weil er Eberl nicht zutraut, den Transfer mit Freund allein zu stemmen? Das kratzt an Eberls Standing, der seit Jahrzehnten in der Branche Erfahrung gesammelt hat, es bei Borussia Mönchengladbach nicht gewohnt war, dass man sich in seine Arbeit einmischt. Das Bayern-Motto: Wenn die Granden was sagen, musst du das auch umsetzen. Wer ist denn nun der Sportchef?

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Die Causa Thomas Müller

Diskussionspunkt ist auch die Personalie Thomas Müller: Während Eberl mit seinen öffentlichen Äußerungen nicht den Eindruck erweckt hatte, dass Müllers Karriereende beim FC Bayern naht, läutete Hoeneß mit seiner "Einwechselspieler"-Aussage Müllers Ende bei den Bayern ein.

Denn Eberl muss Gehälter einsparen. Was durch kostspielige Verlängerungen nicht wirklich funktioniert hat, soll nun durch den Müller-Abgang kompensiert werden. Müller verdient aktuell bis zu 17 Millionen Euro brutto pro Saison. Auch im Fall Leroy Sane gibt es intern noch keine klare Marschroute. Eberl hält die Gespräche hinter den Kulissen am Laufen, doch sowohl Teile des Vorstands als auch vereinzelte Teile des Aufsichtsrats sind seit Wochen gegen eine kostspielige Verlängerung.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Poker in die Länge zieht. Der Vorwurf: Eberl hätte in den Gesprächen mit dem Management von Davies oder Musiala Zusagen über mögliche Gehälter, Laufzeiten und Signing Fees gegeben, ohne vorab die Einwilligung des Aufsichtsrats eingeholt zu haben. Dasselbe gilt für die Verhandlungen mit Kimmich und Jonathan Tah.

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Eberl sah die Notwendigkeit einer Verpflichtung von Tah, erwirkte vor der Europameisterschaft im vergangenen Jahr eine mündliche Einigung mit Tah, verhandelte mit dessen Berater Pini Zahavi die wesentlichen Details aus. Andere Verantwortliche und letztlich der Aufsichtsrat blockierten jedoch einen Transfer, sahen in einem zusätzlichen Verteidiger keine Notwendigkeit. Tah hing wochenlang in der Luft, Eberl musste Tah schließlich absagen.

Ein Jahr später gehen die Bayern in der Innenverteidigung personell auf dem Zahnfleisch und Tah steht vor einem ablösefreien Wechsel zum FC Barcelona. Nicht nur einmal wurde in den vergangenen Wochen der Eindruck erweckt, dass Eberl sprichwörtlich Steine in dessen Verhandlungswege gelegt werden.

Unzufriedenheit über Transferpolitik

Kritik gibt es hinter vorgehaltener Hand auch an diversen Neuzugängen wie Joao Palhinha. Er gilt bei einigen Verantwortlichen als zu teuer und hätte ohnehin nur über die Ziellinie gebracht werden müssen, nachdem der Wechsel ein Jahr zuvor gescheitert war. Zudem ist es nicht im Verborgenen geblieben, dass sich die Bayern vor allem im Werben um Desire Doue (jetzt Paris) und Xavi (ließ sich noch mal nach Leipzig verleihen) eine blutige Nase geholt hatten.

Intern wird auch über die teuren Fehleinkäufe Bryan Zaragoza und Sacha Boey diskutiert. Für diese war hauptsächlich Freund verantwortlich. Dass Eberl Michael Olise aus England holte, wird ihm hoch angerechnet. Zur Wahrheit gehört jedoch: Ex-Chefscout Markus Pilawa hatte Olise nach Informationen von Sky bereits vor Eberls Amtsantritt gescoutet und dessen Sommer-Wechsel entscheidend vorbereitet.

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Ein weiteres Dauerthema: Spieler-Verkäufe. Auch in diesem Punkt nimmt der Druck auf Eberl nicht ab. Fakt ist: Eberl hat die Top-Verträge von Gnabry, Goretzka und Coman (verdienen alle über 15 Millionen Euro brutto pro Saison) nicht zu verantworten. Es sind Verträge, die von vielen Verantwortlichen abgesegnet wurden, die noch immer im Amt sind.

Klar ist: Zu verhärtet sind einige Fronten, zu kühl das Miteinander aller Protagonisten. Die Stimmung entspannen könnten Titel - zumindest vorerst. Die Meisterschaft mit dem teils unterschätzten Kompany, den Eberl geholt hat, würde ihn intern stärken. Was auch wahrgenommen wird: Mit Kompany hat Eberl einen Trainer geholt, der dem Verein gut zu Gesicht steht und öffentlich mit seinen souveränen Auftritten für Ruhe sorgt. Und: Bislang hat keiner, der verlängern sollte, den Verein verlassen.

Nachwuchsarbeit trägt keine Früchte

Im Zentrum der Kritik steht weiterhin die stagnierende Entwicklung im Nachwuchszentrum. Besonders bemängelt wird, dass es nach wie vor zu wenig Talente aus den eigenen Reihen in den Profikader schaffen, zu wenig Diamanten entdeckt werden, wie es einst Hasan Salihamidzic und Marco Neppe mit der Entdeckung von Jamal Musiala gelang.

Dass in den vergangenen Jahren nur Stanisic und Pavlovic den Durchbruch schafften, in der Amtszeit von Eberl/Freund noch gar keiner, ist für einige im Klub zu wenig.

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