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SC Freiburg an der Spitze: Die Wahrheit hinter dem nachhaltigen Erfolg

Wer nach dem fünften Spieltag auf die Tabelle schaut, dem bietet sich ein - auf den ersten Blick - ungewohntes Bild. Der SC Freiburg grüßt ungeschlagen von der Tabellenspitze.

Maximilan Eggestein (l.) jubelt gemeinsam mit seinem Freiburg-Teamkollegen Derry Scherhant.
Image: Maximilan Eggestein (l.) jubelt gemeinsam mit seinem Freiburg-Teamkollegen Derry Scherhant.  © Imago

Der Aufstieg des SC ist aber keine Eintagsfliege, sondern nachhaltig erarbeitet.

Qualität

In erster Linie hat die Mannschaft viel Qualität. Trotz des Abgangs von Johan Manzambi hat Freiburg mit Suzuki, Matanovic, Scherhant offensiv und Treu und Ginter defensiv Unterschiedsspieler in ihren Reihen.

Zudem ist der Kader in der Breite mittlerweile gut genug aufgestellt, dass Trainer Julian Schuster neue Impulse von der Bank bringen oder durchrotieren kann, ohne Qualität auf dem Platz zu verlieren.

Geschlossenheit

"Freiburg ist eine Familie. Die Mannschaft ist ein Team." Diese Sätze hört man rund um den SC Freiburg in jedem einzelnen Gespräch. Was bei manchen Vereinen eher als Floskel daherkommt, ist im Breisgau gelebte Mentalität.

Der Charakter der Mannschaft ist ausgezeichnet, Spieler integrieren sich schnell und alte Hasen wie Christian Günter oder Vincenzo Grifo sorgen für Konzentration, Zusammenhalt und den geforderten Arbeitsethos - auch und gerade wenn sie sich immer öfter mit einem Platz auf der Bank anfreunden müssen.

Zudem ist die Mannschaft im Sommer nur punktuell verändert worden. Diese Eingespieltheit zahlt sich vor allem jetzt zu Beginn der Saison besonders aus.

Trainer

Julian Schuster passt zum Trainerstuhl beim SC wie die Faust aufs Auge. Der ehemalige Kapitän ist ein Taktikfuchs und akribischer, detailverliebter Arbeiter. In erster Linie ist er aber ein empathischer Mensch, der sich für den Menschen hinter dem Spieler interessiert.

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Er hat ein natürliches Gespür dafür, wie er jeden Spieler im Einzelnen und die Gruppe als Ganzes anpacken muss und besser machen kann. Im Gegensatz zu seinem ruhigen, demütigen Auftreten neben dem Platz kann er an der Seitenlinie zum Vulkan werden und letzte Prozente bei seiner Mannschaft rauskitzeln.

Nachhaltigkeit

Die Freiburger Verantwortlichen um Sportboss Jochen Saier und Finanzboss Oliver Leki haben nicht den Fehler gemacht, Erfolge schnell befeuern zu wollen. Schon immer gilt in Freiburg die Devise, lieber viele kleine und sichere Schritte zu gehen, als einen großen riskanten.

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Dadurch dauert die Entwicklung länger, ist aber deutlich nachhaltiger. Das Ergebnis: Sportlich ist Freiburg fester Kandidat für die europäischen Plätze, finanziell steht der SC schuldenfrei und mit 194,2 Millionen Euro auf dem Festgeldkonto stabiler da als jeder andere Klub in der Bundesliga.

Nachwuchs

Zum nachhaltigen Fundament gehört auch der Blick in den Nachwuchs. Die Verzahnung von Fußballschule und Profimannschaft ist in Freiburg sehr eng. Jedes Jahr werden Kaderplätze für vielversprechende Talente aus dem Übergangsbereich freigehalten.

So sorgen die Breisgauer für permanenten Nachschub aus den eigenen Reihen und generieren Transfererlöse. Auch für Spieler, die den direkten Weg aus der Jugend nicht schaffen, gibt es einen Plan. Egal ob per Leihe (Berkay Yilmaz) oder nach Verkauf (Philipp Treu) - Spieler aus der Fußballschule bleiben immer weiter auf dem Freiburger Radar.

Mehr zum Autor Dennis Bayer

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