Robert Andrich über Bayer Leverkusen, seine veränderte Rolle und Familie
Robert Andrich erlebt bei Bayer 04 Leverkusen eine veränderte Rolle. Vom unumstrittenen Führungsspieler zum Bankdrücker, der um seinen Stellenwert kämpfen musste.
08.10.2026 | 10:45 Uhr
Der Weg zurück war für den 31-Jährigen nicht immer leicht. Im Exklusiv-Interview mit RTL/Sky Sport spricht Andrich über den Wandel seiner Rolle, schwierige Momente und seinen Kampf um einen festen Platz im Team. Privat wartet derweil die nächste große Veränderung: Gemeinsam mit seiner Frau erwartet er sein drittes Kind.
Robert Andrich über ...
... seine sportliche Situation und wie er sich mit Leistung wieder aufdrängen will:
"Ich habe die Situation angenommen und akzeptiert, dass es sportlich erst einmal etwas schwieriger ist. Gleichzeitig habe ich mir gesagt: Es bleibt mir nichts anderes übrig, als Gas zu geben und mich aufzudrängen. Und diejenigen, die den Anspruch haben, Stammspieler zu sein, müssen ihre Leistung bringen, wenn sie wissen, dass dahinter jemand auf seine Chance wartet. Das ist das Einzige, was ich in dieser Situation machen kann. Für den Kopf war das gerade am Anfang der Saison natürlich nicht immer einfach - vor allem, wenn man letztes Jahr Kapitän war und im vergangenen Jahr fast jedes Spiel gemacht hat. Aber das ist Teil des Geschäfts, und damit muss man professionell umgehen."
... über Schnelllebigkeit im Fußball und die Double-Saison:
"Die Meistersaison ist jetzt zwei Spielzeiten her - eigentlich noch gar nicht so lange. Aber im Fußball geht es einfach immer weiter, und für das, was vor zwei Jahren war, dankt dir heute keiner mehr. Das ist auf der einen Seite natürlich schade, gehört aber auch zu diesem Geschäft dazu. Wenn man sich in der Kabine umschaut, merkt man schon, dass sich in den vergangenen zwei Jahren einiges verändert hat."
... die Qualifikation zur Champions League als Ziel:
"Grundsätzlich ist das Ziel für Bayer Leverkusen immer, die Champions League anzugreifen. (...) Gleichzeitig wissen wir natürlich, dass es nicht einfach ist, dorthin zu kommen. Es gibt immer mehr Mannschaften, die vielleicht auf dem Papier nicht unbedingt dort erwartet werden, aber regelmäßig starke Leistungen zeigen, wie Mainz oder Freiburg. In der Bundesliga ist jedes Spiel ein heißer Tanz, und wenn man nicht gut spielt, wird das sofort bestraft. Dementsprechend wissen wir, dass es ein hartes Stück Arbeit wird, wieder dorthin zu kommen."
Andrich: "Da war natürlich eine gewisse Unruhe"
... die Qualität der Mannschaft, die aber noch nicht ausgeschöpft ist:
"Wenn wir ehrlich sind, muss man es halt auch auf den Platz bringen. Und das haben wir bis jetzt noch nicht in der Fülle hinbekommen, wie wir uns das gerne vorstellen. Und das ist natürlich der Ansporn von uns allen, von jedem Einzelnen dann, dass halt auf dem Platz zu zeigen. Nur vom Reden holen wir auch keine Punkte."
... den Druck und die Schlagzeilen am Anfang der Saison:
"Ich glaube, Anfang der Saison wurde sehr, sehr viel über meine Person berichtet, mehr als sonst - auch in Richtung Abschied. Da war natürlich eine gewisse Unruhe und hat sich, sagen wir mal, vielleicht zwei, drei Wochen etwas zu lange gezogen. Man hätte auch einfach sagen können: Okay, machen wir jetzt einen Schlussstrich darunter, dann ist das Thema erledigt."
... seine Kinder:
"Wenn ich sehe, wie sehr sie sich freuen, mit mir ins Stadion zu kommen, ist das natürlich etwas Besonderes. Mein Kleiner ist mittlerweile sehr fußballbegeistert, ohne dass ich ihn dabei groß in diese Richtung gedrängt hätte. Als Vater freut man sich natürlich, wenn der Sohn Fußball spielen möchte und dann auch im Fernsehen ein ganzes Spiel verfolgt und 90 Minuten gespannt aufs Spielfeld schaut. Ich bin sehr froh, dass ich rund um den Fußball viel Zeit mit meinen Kindern verbringen kann, wann immer es die Zeit zulässt."
... die bevorstehende Geburt seines dritten Kindes:
"Ich hätte nichts dagegen, wenn auch der zweite Sohn in einem Jahr geboren wird, in dem wir einen Titel holen. Klar, das wäre eine schöne Geschichte. Ein Triple würde ich natürlich gerne nehmen. Aber das Wichtigste ist, dass das Kind gesund ist."
(Anmerkung der Redaktion: Sohn Matteo ist 2024, im Jahr des Doublegewinns von Bayer 04 Leverkusen, zur Welt gekommen).
RTL übertragt das Bundesliga-Spiel FSV Mainz 05 - Bayer 04 Leverkusen am 10. Oktober, ab 15 Uhr live bei RTL in Kooperation mit Sky Sport.
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