Philipp Treu überzeugt bei seinem Debüt im DFB-Team als Rechtsverteidiger
Der DFB-Neuling ist beim 1:1 in den Niederlanden ein erfrischendes Element im deutschen Spiel und könnte die Lösung für die jahrelange Baustellen hinten rechts sein.
25.09.2026 | 22:03 Uhr
Mit 25 Jahren ist der Freiburger eher ein Spätzünder in der Nationalmannschaft, aber er bringt vieles mit, was Bundestrainer Jürgen Klopp gefällt.
"Du hattest gute Zeiten, wir waren mit dabei. Du hattest schlechte Zeiten, und wir waren auch dabei", heißt es im Song "Troy" der Fantastischen Vier.
Für die guten Zeiten der deutschen Nationalmannschaft steht Philipp Lahm. Sein Wechsel zurück auf die Position des Rechtsverteidigers bei der WM 2014 war ein Schlüssel zum Triumph.
Mit Lahms Rücktritt direkt nach dem Finale in Rio begannen schlechtere Zeiten. Dreimal in Folge scheiterte das DFB-Team früh bei WM-Turnieren. Rechtsverteidiger kamen und gingen, im Kader von Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann stand zuletzt kein einziger mehr.
Klopp zu Treu: "Gib Gas und hab Spaß!"
Jürgen Klopp brauchte nicht lange, um einen zu finden. Philipp Treu füllte diese Position beim 1:1 in den Niederlanden mit großem Einsatz aus und war einer der auffälligsten deutschen Spieler.
"Gib Gas und hab Spaß", habe Klopp ihm mit auf den Weg gegeben, verriet Treu in der Mixed Zone in Amsterdam auf Nachfrage von Sky Sport. "Und das habe ich versucht", ergänzte der Freiburger. Klopp habe ihm "eine gewisse Lockerheit gegeben" und seine Teamkollegen hätten ihn "super aufgenommen", erzählte Treu und betonte, er sei bei seinem Nationalmannschaftsdebüt "überhaupt nicht nervös gewesen."
Kein Schnellzünder, anders als Lahm
Mit 25 Jahren und fast neun Monaten ist der gebürtige Heidelberger schon im mittleren Fußballeralter. Sein Vornamensvetter Lahm war bei seinem ersten Länderspiel fünf Jahre jünger und wurde gleich zum Spieler des Spiels gewählt. Treu lässt es ruhiger angehen.
"Ich war nicht der Schnellzünder, der mit 20 sein Debüt gibt", erzählte der Neuling, "ich wollte mich peu a peu auf die Überholspur setzen und Gas geben. So war es auch heute."
Überzeugend auf dem Platz, routiniert am Mikro
Klopps Spielidee hat Treu, der mit 1,72 Meter übrigens nur zwei Zentimeter größer ist als Lahm, gleich voll verinnerlicht, und den Interview-Marathon nach dem Spiel meisterte er ähnlich routiniert wie einst der ehemalige Kapitän.
"Wir können auf der Leistung aufbauen. Gerade auf unserer Einsatzbereitschaft und dem Willen, alles zu verteidigen und Gas zu geben", erklärte Treu: "Ich glaube, da haben wir einen Sprung nach vorne gemacht. Das war erstmal der Anfang. Jetzt hoffen wir, dass wir am Sonntag das Spiel gegen die Griechen gewinnen."
"Jetzt geht es erst richtig los"
Mit seinem Auftritt in Amsterdam hat sich der Debütant für weitere Einsätze empfohlen, doch er weiß, dass er nicht der einzige Kandidat für die rechte Abwehrseite ist. "Wir pushen uns gegenseitig, Josha Vagnoman und auch Ridle Baku, jeder versucht, an sein Limit zu gehen, so verschiebt man seine Grenzen", meinte Treu.
Als er seine Eltern von der Tribüne winken gesehen habe, sei dies ein "unfassbares Gefühl" gewesen, berichtete er. "Hier das erste Mal zu stehen, das ist schon Wahnsinn, aber jetzt geht es erst richtig los. Es gibt kein Ausruhen, sondern jetzt muss noch mehr gearbeitet werden."
Treu ist hungrig und will mehr
Treus Einstellung dürfte dem Bundestrainer sehr gefallen. "Ich erwarte sofort mehr", hatte Klopp auf seiner Antritts-PK gesagt.
"In dir steckt noch ganz viel mehr", habe der Coach zu ihm gesagt. "Das sehe ich auch so. Jetzt ist der erste Schritt gemacht, aber ich bin hungrig und will noch mehr", kündigte Treu an.
"Wir werden dich begleiten. Wir bleiben treu", singen die Fanta Vier. Sicher, der Vergleich mit Philipp Lahm wäre für einen Neuling, der erst mit 23 sein erstes Bundesliga-Spiel absolvierte, viel zu hoch gegriffen. Aber Treu ist gekommen, um zu bleiben.
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