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Pascal Groß über Brighton & Hove Albion, Fabian Hürzeler und Premier League

Pascal Groß über Brighton & Hove Albion, Fabian Hürzeler und Premier League

Pascal Groß (r.) und Pascal Hürzeler umarmen sich während eines Spiels von Brighton & Hove Albion.
Image: Pascal Groß (r.) und Pascal Hürzeler umarmen sich während eines Spiels von Brighton & Hove Albion.  © Imago

Pascal Groß erlebt mit Brighton & Hove Albion einen starken Saisonstart und denkt auch mit 35 Jahren noch lange nicht ans Aufhören. Bei Sky Sport spricht er unter anderem über seine bemerkenswerte Konstanz, die außergewöhnlichen Qualitäten von Trainer Fabian Hürzeler und die Schattenseiten des vermeintlichen Traumjobs im Profifußball.

Sky Sport: Pascal, zwei Spiele innerhalb von dreieinhalb Tagen gegen Manchester City - ist das besonders bitter oder besonders reizvoll?

Pascal Groß: Das hat Vor- und Nachteile. Im Pokal wünscht man sich natürlich zunächst einen etwas leichteren Gegner und die ganz schweren Aufgaben erst in den späteren Runden. Aber grundsätzlich ist es für uns aus Reiseperspektive gar nicht schlecht. Wir können jetzt vier Tage hierbleiben. Wir haben fünf Auswärtsspiele in Folge, da kommt uns das entgegen. Und im Pokal haben wir gesehen, dass wir mit Manchester City mithalten können. Es war eine knappe Niederlage im Elfmeterschießen.

Sky Sport: Du hast die komplette Partie gespielt. Ist Belastungssteuerung für dich kein Thema?

Groß: Doch, natürlich halte ich etwas von Belastungssteuerung. Aber das war für uns eine riesige Chance. Wenn man sich anschaut, welche Mannschaften noch im Wettbewerb sind und wer bereits ausgeschieden ist, dann war der Einzug ins Viertelfinale absolut möglich. Wir haben das Spiel sehr ernst genommen. Umso ärgerlicher ist es, dass wir knapp ausgeschieden sind. Da war deutlich mehr drin.

Sky Sport: Am Samstag geht es in der Premier League erneut gegen City. Ist das die Messlatte für Brighton?

Groß: Ich glaube, Arsenal und Manchester City sind die beiden stärksten Mannschaften. Liverpool kommt jetzt auch wieder. Das ist schon das allerhöchste Niveau. Natürlich wollen wir uns mit diesen Mannschaften messen. Uns ist aber auch bewusst, dass das am Samstag ein ganz anderes Spiel wird. Da werden wahrscheinlich viele andere Spieler auf dem Platz stehen. (City gegen Arsenal am Samstag um 16 Uhr LIVE bei Sky Sport und im Liveticker)

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Sky Sport: Wie weit ist Brighton von dieser Elite noch entfernt?

Groß: Ein paar Schritte sind es schon noch. Aber wir versuchen, die Lücke immer kleiner werden zu lassen. In den vergangenen beiden Jahren sind wir jeweils Achter geworden. Jetzt ist es zwar noch sehr früh in der Saison, aber wir hatten einen sehr guten Start. Daran wollen wir anknüpfen und uns weiterentwickeln.

Sky Sport: Du selbst gehörst zu den besten Scorern der Liga. Überraschst du dich manchmal selbst?

Groß: Damit gerechnet habe ich nicht unbedingt. Es war für mich persönlich, genauso wie für die gesamte Mannschaft, ein guter Start. Ich glaube, dass unsere Spielweise sehr gut zu mir passt. Wir erspielen uns viele Chancen, gewinnen viele Bälle und kommen häufig in Situationen, in denen man den letzten Pass spielen kann. Wir wollen viele Torchancen kreieren. Es macht einfach Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen.

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Sky Sport: Mit 35 wirkst du wie in der Blüte deiner Karriere. Was ist dein Geheimnis?

Groß: Ich habe immer sehr viel von mir selbst verlangt. Meine Mentalität war eigentlich während meiner gesamten Karriere da. Natürlich braucht man auch das nötige Quäntchen Glück, dass der Körper mitmacht. Aber was meine Einstellung betrifft, würde ich schon sagen, dass ich mir wenig vorwerfen kann.

Sky Sport: Gab es nie einen Moment, in dem du es etwas lockerer angehen lassen wolltest?

Groß: Von meiner Einstellung her habe ich eigentlich immer alles von mir verlangt. Das war schon immer so. Natürlich gehört auch Glück dazu, gerade wenn es darum geht, gesund zu bleiben und körperlich auf diesem Niveau spielen zu können.

Sky Sport: Die Premier League steht für Millionen, Glamour und große Egos. Wie bleibt man da so bodenständig?

Groß: Ich bin sehr konservativ aufgewachsen und von meinen Eltern sehr bodenständig erzogen worden. Das hilft natürlich. Ich habe eine Familie und konzentriere mich einfach auf das Wesentliche. Für mich ist das völlig normal. Wenn man so aufwächst, dann kennt man es auch nicht anders.

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Sky Sport: Hast du als Junge in Mannheim-Neckarau schon von der Premier League geträumt?

Groß: Wenn man so klein ist, dann ist das Ausland noch gar nicht wirklich in der eigenen Vorstellungskraft. Damals war für mich die Bundesliga das Größte. Die hat man jeden Samstag geschaut und mitgefiebert. Irgendwann kam dann auch die Premier League dazu. Ich würde sagen, mit Michael Ballack bei Chelsea hat das angefangen. Da habe ich dann auch mal nach England geschaut. Aber die Bundesliga stand für mich damals ganz klar im Vordergrund.

Sky Sport: 2017 kamst du nach Brighton. Was hat sich seitdem am stärksten verändert?

Groß: Ich glaube, wir haben einen Besitzer und eine Vereinsführung, die sich jedes Jahr verbessern wollen und mit Stillstand unzufrieden sind. Als ich gekommen bin, waren wir Aufsteiger. Mittlerweile ist der Verein seit neun Jahren in der Premier League und entwickelt sich ständig weiter. Und das, obwohl wir immer wieder unsere besten Spieler verkaufen. Daran sieht man, wie gut der Verein aufgestellt ist. Wir haben ein Top-Trainingszentrum, ein tolles Stadion und hervorragende Bedingungen. Brighton ist einfach ein sehr, sehr spannender Verein.

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Pascal Groß glänzt beim 3:0-Sieg von Brighton gegen Arsenal mit einem Tor und einer starken Leistung. Nach der Partie spricht der Mittelfeldspieler exklusiv am Sky Sport Mikro u.a. über seine Leistung und DFB-Karriere.

Sky Sport: Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist Fabian Hürzeler. Was zeichnet ihn aus?

Groß: Ich finde es bemerkenswert, als so junger Trainer in die Premier League zu kommen und so erfolgreich zu sein. Dafür braucht man nicht nur herausragendes Fachwissen, sondern auch Charakter, Persönlichkeit und Menschlichkeit. Und ich glaube, dass Fabian da ein sehr interessantes Gesamtpaket mitbringt. Seine Prinzipien, die er uns vermittelt, machen es für uns einfacher, Fußball zu spielen. Das macht er wirklich sehr, sehr gut.

Sky Sport: Was unterscheidet ihn von anderen Trainern?

Groß: Es ist vor allem die Mischung. Er ist ein junger Trainer, der modernen Fußball spielen lässt, uns aber gleichzeitig auch alte Werte vermittelt. Dinge, die einfach wichtig sind: die Basics, die Mentalität, der Kampfgeist. Dazu kommen seine Persönlichkeit und sein menschlicher Umgang. Das ist eine Top-Kombination aus modernem Fußball und alter Schule.

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Pascal Groß lobt Brighton & Hove Albions Trainer Fabian Hürzeler in den höchsten Tönen.

Sky Sport: Ist Hürzeler schon einer der besten Trainer der Premier League?

Groß: Ich glaube schon, dass er einer der besten Trainer der Liga ist. Allein diese Konstanz ist bemerkenswert. In seinem Alter hierherzukommen, zweimal Achter zu werden und die Mannschaft immer weiterzuentwickeln - obwohl ständig wichtige Spieler den Verein verlassen -, das ist schon außergewöhnlich. Vor allem auch die Art und Weise, wie er das macht.

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Sky Sport: Wird Hürzeler sogar noch besser?

Groß: Ja, das kann ich selbst beobachten. Ich sehe seine Entwicklung und glaube wirklich, dass er immer besser wird. Das ist schon beeindruckend.

Sky Sport: Auch du wirst offenbar immer besser. Spielst du noch mit 40?

Groß: Das weiß ich nicht. Fußball ist sehr schnelllebig. Ich sage immer: Solange ich mich gut fühle, Spaß habe und meiner Mannschaft helfen kann, mache ich weiter. Wichtig ist mir auch, dass ich eine Rolle in der Mannschaft habe, die zu mir passt, die mich erfüllt und mit der ich zufrieden bin. Solange das gegeben ist, sehe ich keinen Grund aufzuhören.

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Sky Sport: Gibt es also keinen konkreten Abschiedsplan?

Groß: Nein. Ich kann auch jederzeit aufhören und wäre mit mir im Reinen. Deshalb schaue ich wirklich von Jahr zu Jahr, wie ich mich fühle und wie es mit dem Verein passt. Ich habe mir kein festes Ende gesetzt.

Sky Sport: Und danach wirst du Trainer?

Groß: Schauen wir mal. (lacht)

Sky Sport: Vincent Kompanys gesundheitliche Probleme haben zuletzt für große Sorge gesorgt. Wie hast du das erlebt?

Groß: Ich glaube, dass sich jeder extrem darüber freut, dass es ihm wieder besser geht. Auch aus der Ferne ist Vincent Kompany für mich ein extrem sympathischer Trainer. Er arbeitet auf allerhöchstem Niveau und zeigt in seinen Interviews sehr viel Klasse. Deshalb bin ich wirklich froh, dass er das Krankenhaus verlassen konnte und auf dem Weg der Besserung ist.

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Pascal Groß von Brighton & Hove Albion über Bayern-Trainer Vincent Kompany.

Sky Sport: Wird die Belastung von Trainern unterschätzt?

Groß: Ja, ich glaube schon. Trainer arbeiten mehr als Spieler. Das muss jedem bewusst sein. Wenn wir Spieler nach Hause gehen, ist der Arbeitstag für den Trainer noch lange nicht vorbei. Gerade bei einem Verein wie Bayern München ist die Intensität enorm. Alle drei Tage ein Spiel, dazu der Druck, jedes Spiel gewinnen zu müssen. Das ist keine einfache Aufgabe.

Sky Sport: Der Job als Bayern-Trainer ist also nicht nur ein Traumjob?

Groß: Natürlich denkt jeder erst einmal: Cool, Bayern-Trainer! Und das ist ja auch cool. Aber da gehört unglaublich viel dazu. Sehr viel Disziplin, sehr viel Arbeit und ein enormer Aufwand. Das darf man nicht unterschätzen. Deshalb freut es mich umso mehr, dass es Vincent Kompany wieder besser geht.

Sky Sport: Am Wochenende steht der Klassiker an. Kann Dortmund den Bayern gefährlich werden?

Groß: Ich glaube, es wäre für die Bundesliga ganz gut, wenn der BVB das schaffen würde. Ich bin selbst gespannt. Punktemäßig sind die beiden Mannschaften im Moment auf Augenhöhe. Was die Bayern allerdings spielen und vor allem, auf welche Art und Weise sie das machen, ist schon unglaublich. Aber Dortmund wird versuchen, mit seinen eigenen Waffen dagegenzuhalten.

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Pascal Groß zum Klassiker FC Bayern gegen Dortmund.

Mehr zum Autor Sven Töllner

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