Oliver Glasner über über Nottingham Forest, Premier League, Wolfsburg

Oliver Glasner hat seine Ziele mit Nottingham Forest definiert. Der neue Trainer will den Premier-League-Klub zunächst stabilisieren und anschließend Schritt für Schritt weiterentwickeln.

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Nach seiner Zeit bei Crystal Palace will Oliver Glasner in der Premier League bleiben. Sein neuer Verein Nottingham Forest ist nicht ganz, das was er sich vorgestellt hatte, aber merkt sofort da steckt mehr Potenzial drinnen.

Im exklusiven Interview mit Sky Sport sprach Oliver Glasner über seinen Start bei Nottingham Forest, die Premier League, seinen Ex-Klub VfL Wolfsburg und die Saisonziele mit seinem neuen Verein.

Oliver Glasner exklusiv bei Sky Sport über…

… seine ersten Tage bei Nottingham Forest: "Es war schon ein Ziel von mir, in der Premier League zu bleiben. Ich habe die letzten zweieinhalb Jahre sehr genossen. Das ganze Umfeld, die ganze Liga, das Niveau der Liga war schon sehr, sehr spannend. Dann stand Nottingham plötzlich vor der Tür und ich hatte sie ehrlich gesagt gar nicht so sehr auf dem Schirm. Das war eigentlich nicht der Schritt, den ich geplant hatte, weil sie nicht international spielen. Aber dann habe ich mir den Kader angesehen und dachte: Da steckt doch mehr Potenzial drin, als sie zuletzt gezeigt haben. […] Bisher fühle ich mich sehr wohl hier. Tolles Umfeld am Trainingsgelände. Bis auf das Trainingsgelände habe ich ehrlicherweise kaum etwas gesehen. Tolle Mannschaft, toller Staff hier, sehr gute Atmosphäre. Alle ziehen gut mit und jetzt müssen wir das Ganze natürlich auf den Platz bringen, wenn es dann losgeht."

… seine Ziele mit dem Verein: "Wir dürfen nicht den zweiten und dritten Schritt vor dem ersten machen. Nottingham war über 20 Jahre in der League One und in der Championship, ist vor vier Jahren aufgestiegen. Es gab große Investments, aber trotzdem landete man am Ende auf dem 16., 17., einmal auf dem siebten und dann wieder auf dem 16. Platz. Natürlich mit einer sehr turbulenten Saison, die keiner so wollte, mit vielen Tränen und wahnsinnig vielen Turbulenzen. Jetzt geht es im ersten Schritt darum, Nottingham zu stabilisieren und zu sagen: Wir sind das fünfte Jahr in der Premier League. Wir wollen diese Ups and Downs beiseitelassen, aber auch nicht gleich von Platz 16 auf Platz 2 springen. Das ist sehr unrealistisch. Wir müssen überlegen: Wie können wir Schritt für Schritt nach oben gehen? Dazu gehört nicht nur die Mannschaft, sondern das ganze Umfeld. Wir haben jetzt begonnen, das alles auf null zu stellen und dann gemeinsam diesen Weg in Angriff zu nehmen."

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Oliver Glasner spielt seine erste Saison mit Nottingham Forest – und testet in der Vorbereitung gegen Bundesligist Bayer Leverkusen. Nach dem Spiel spricht er über die Ziele mit den ''Tricky Trees'' in der neuen Premier League-Spielzeit.

… den Reiz der Premier League: "Es ist einfach in der Dichte die beste Liga der Welt. Ich würde gar nicht unbedingt sagen in der Spitze. Klar, von den drei europäischen Wettbewerben wurden zwei von englischen Mannschaften gewonnen. Im anderen war man im Finale im Elfmeterschießen unterlegen. Also auch die Spitze, aber die Dichte und Qualität der Liga sind einfach unglaublich. Ich genieße das. Du hast immer wieder Herausforderungen. Es sind Topspieler und Toptrainer in der Liga. Es gibt Top-Sportdirektoren, die dann auch die Mannschaften gut zusammenstellen. Genau das ist etwas, was mich reizt. […] Du musst auch immer wieder schauen, wie du dein Spiel verbessern und anpassen kannst. Da bietet diese Liga die besten Voraussetzungen, weil du jede Woche gefordert wirst."

… die deutschsprachigen Trainer in der Premier League: "Ich denke schon, dass jeder etwas in seiner Vita vorzuweisen hatte, bevor er den Sprung in die Premier League geschafft hat. Marco Rose, der unglaublich erfolgreich war. Matthias Jaissle, der in Österreich und in Saudi-Arabien zweimal die Champions League gewonnen hat. Daniel Farke, der auch schon in England war und dann in Deutschland bei Gladbach seine Arbeit sehr gut gemacht hat. Ich hatte auch schon etwas vorzuweisen. Ich denke schon, dass die Premier League aus dem Vollen schöpfen kann. Sie können weltweit Spieler und Trainer scouten und am Ende bekommen sie die auch, wenn sie möchten. Deswegen gibt es viele gute deutschsprachige Trainer. Es sind auch viele spanisch und portugiesisch sprechende Trainer, es gibt nach wie vor ein paar englische Trainer, die das sehr gut machen. Es ist einfach ein guter Mix, genauso wie es bei den Spielern auch der Fall ist."

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… den Abstieg des VfL Wolfsburg in die 2. Bundesliga: "Es hat mich sehr überrascht. Ich bin da noch immer mit dem ein oder anderen Spieler und mit dem ein oder anderen aus dem Staff in Kontakt und ja, es war schon sehr überraschend. Vielleicht war trotzdem ein kleiner Abwärtstrend erkennbar, den man nicht ganz ernst genommen hat. Da waren die Überraschung und der Schreck bei den Verantwortlichen dort sehr groß. Aber meine Message war immer: Auch in jeder Niederlage liegt eine Chance. Vielleicht hat es genau diesen Wachrüttler gebraucht, um auch für Wolfsburg wieder zu klären: Wie wollen wir denn sein? Wie wollen wir uns darstellen? Wie ist unsere Position in der Bundesliga? Da bin ich mir nicht sicher, ob das in den letzten Jahren so ganz klar war. Es waren doch viele Richtungswechsel der sportlichen Verantwortung im Trainerposten, aber auch im Kader."

… den Auftakt der Premier League gegen Leeds United (am 22. August, um 16 Uhr, live auf Sky Sport): "Daniel Farke ist dann direkt hier. Großes Kompliment an Daniel für die letzte Saison mit Leeds. Es war ein schwieriger Start, sie haben das dann aber wirklich toll gemacht. Sehr stabil, unglaublich physisch, sehr stark bei Standardsituationen. Das wird eine richtig harte Nuss gleich zum Auftakt. Aber ich habe bisher noch kein einfaches Spiel in der Premier League erlebt, von daher werden wir vorbereitet sein. Wir haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Ich denke, dass wir das nicht alles schaffen können bis zum Ligaauftakt, aber unser Weg hat jetzt erst begonnen. Wir wollen uns dann auch wieder Spiel für Spiel und Woche für Woche steigern und im Laufe der Hinrunde unser Top-Level erreichen."

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