Nach einer brutalen Torwart-Attacke in der zweiten spanischen Liga zeigt sich Spanien empört

Im Abstiegskampf liegen bei den Profis oft die Nerven blank. Was sich aber ein sehr erfahrener Torwart in der zweiten Liga Spaniens geleistet hat, kommt nicht häufig vor.

Esteban Andrada läuft seit 2025 für Real Zaragoza auf.
Image: Esteban Andrada läuft seit 2025 für Real Zaragoza auf.  © Imago

Mit einem wilden Ausraster hat Torwart Esteban Andrada von Real Zaragoza in Spanien für große Empörung gesorgt.

Im Zweitliga-Abstiegsduell bei SD Huesca - einem Derby der Region Aragonien - verlor der 35-Jährige nach einem Platzverweis komplett die Nerven und schlug den gegnerischen Kapitän Jorge Pulido mit einem Faustschlag nieder.

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In den sozialen Netzwerken wird der Eklat intensiv diskutiert, spanische TV-Sender zeigen und kommentieren ihn immer wieder. Die Sportzeitungen Marca und AS schrieben am Montag auf der Titelseite jeweils von einer "wilden Attacke" und einem "Derby der Schande". "Mein Gott, mein Gott, so was geht doch nicht!", rief der entsetzte Kommentator bei der TV-Liveübertragung.

Andrada meldet sich zu Wort

Nun meldete sich auch Täter Andrada selbst: "Ich bereue zutiefst, was passiert ist. Das wirft kein gutes Licht auf den Verein, auf die Menschen und auf einen Profi wie mich", sagte der Argentinier am Tag nach seinem Schlag in einer öffentlichen Erklärung. "Ich möchte Jorge um Verzeihung bitten, denn wir sind Kollegen", erklärte Andrade nun am Montag.

Was war passiert? Die Gäste lagen in der achten Minute der Nachspielzeit mit 0:1 zurück und drängten auf den Ausgleich. Als der Schiedsrichter eine Szene am VAR überprüfte, sprach ihn Andrada an. Huesca-Kapitän Pulido stellte sich dem Torwart in den Weg und wurde von diesem kräftig weggestoßen. Andrada sah daraufhin Gelb-Rot - und verlor die Kontrolle. Nach seinem Faustschlag kam es zu Tumulten auf dem Platz. Zeitweise griff die Polizei ein, bevor sich die Lage erst nach einigen Minuten und zwei weiteren Platzverweisen beruhigte.

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Der erfahrene Torhüter spielte auch gegen den BVB

Bereits nach dem Spiel zeigte sich Andrada reumütig: "Ich bedauere es sehr", sagte der sichtlich betroffene Argentinier mehrfach. So etwa sei ihm in seiner Karriere nie passiert, ihm seien einfach die Sicherungen durchgebrannt. Er bitte Pulido um Verzeihung und akzeptiere die Konsequenzen.

Real Zaragoza verurteilte den Vorfall und stellte disziplinarische Maßnahmen in Aussicht. "Der Klub verurteilt den Vorfall aufs Schärfste. Damit wurde ein für unsere Region besonders bedeutendes Fußballspiel in inakzeptabler Weise überschattet. Das ist nicht hinnehmbar", hieß es in der Mitteilung des Vereins.

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Andrada ist ein erfahrener Torhüter, der vor einigen Jahren unter anderem vier Spiele für die argentinische Nationalmannschaft absolvierte und vor seinem Wechsel nach Saragossa im vergangenen Sommer mit dem mexikanischen Verein CF Monterrey an der Club-WM in den USA teilgenommen hatte. Dort unterlag sein Team Borussia Dortmund im Achtelfinale in Atlanta mit 1:2.

dpa

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