Samuele Inacio und Mathis Albert - die Zukunft von Borussia Dortmund darf vorspielen
Nach dem deutlichen Erfolg gegen den SC Freiburg standen zwei Freunde auf dem Rasen des Signal Iduna Parks, umarmten sich und grinsten gemeinsam in die Handykameras: Samuele Inacio und Mathis Albert. Das Signal dieses Nachmittags war eindeutig: So soll die Dortmunder Zukunft aussehen.
27.04.2026 | 16:40 Uhr
Während die etablierten Kräfte das Spiel kontrollierten, feierte Inacio (18) sein Startelf-Debüt und Albert (16) sammelte seine ersten Minuten in der Bundesliga.
Dass beide Talente gleichzeitig auf dem Platz standen, ist kein Zufall, sondern Teil einer klaren Strategie. Denn auch in Zukunft wird der BVB auf signifikante Transferwerte angewiesen sein - und diese sollen verstärkt aus der eigenen Jugendarbeit generiert werden.
Samuele Inacio: Spielintelligenz und italienisches Flair
Der 18-jährige Inacio hinterließ sofort einen bleibenden Eindruck. "Sehr auffällig, es hat sehr viel Spaß gemacht zuzuschauen, weil er den Ball haben möchte, dynamisch ist und einen herausragenden ersten Kontakt hat", analysierte Christian Woop, BVB-Experte der Funke Mediengruppe, im Sky Sport BVB-Podcast "Auffe Süd". Besonders seine Übersicht vor dem 2:0, als er den Konter einleitete und geduldig auf den mitlaufenden Julian Brandt wartete, zeugte von einer für sein Alter ungewöhnlichen Reife.
Niko Kovac hatte bereits im Vorfeld vom italienischen Supertalent geschwärmt und Inacio als die Zukunft des Vereins bezeichnet. Dass der Italiener, der 2024 aus der U17 von Atalanta Bergamo zum BVB gewechselt war, sich trotz seines jungen Alters physisch bereits in intensiven Mittelfeldduellen behaupten kann, beeindruckte auch Jesco von Eichmann: "Er hat sich blitzschnell adaptiert und in manchen Situationen einfach mal selber richtig dagegengehalten." Hier wird die Kovac-Prägung deutlich: Inacio glänzte nicht nur in der Offensive, sondern arbeitete diszipliniert nach hinten - ein Muss-Kriterium für Einsätze unter dem aktuellen Coach.
Mathis Albert: "Sancho-Vibes" mit 16 Jahren
Neben Inacio durfte auch Albert Bundesliga-Luft schnuppern. Der erst 16 Jahre alte US-Amerikaner, der im Juli 2024 aus der Akademie von LA Galaxy zum BVB kam, bringt Elemente mit, die im Dortmunder Spiel zuletzt oft schmerzlich vermisst wurden. Von Eichmann sieht bei ihm klare Parallelen zu einem ehemaligen (und vielleicht bald wieder) BVB-Publikumsliebling: "Gerade Albert hat so ein bisschen Sancho-Vibes mit der Dynamik, der Dribbelstärke und der Geschwindigkeit. Das kann richtig Spaß machen."
Noch fehlt dem jungen Flügelstürmer laut Woop die nötige Robustheit - "vier, fünf Kilo" mehr Muskelmasse seien nötig, um sich gegen gestandene Bundesliga-Verteidiger dauerhaft durchzusetzen. Doch sein Potenzial ist unbestritten. Die aktuelle Spielpraxis in der U23 gegen erfahrene Profis im Männerfußball gilt als idealer Beschleuniger, um diese physische Lücke zu schließen.
Die Strategie: Werte schaffen statt teure Stars
Die Integration dieser Talente ist Teil eines größeren Plans unter der sportlichen Leitung von Lars Ricken. Es geht darum, frühzeitig Werte zu schaffen, anstatt fertige Stars für Rekordsummen zu verpflichten. Ein Fokus liegt dabei auf dem italienischen Markt, wo Top-Talente wie Inacio oft unter dem Radar fliegen.
"Inacio und Albert waren beide vergleichsweise günstig", ordnet Woop ein. Sie sind damit die idealen Bausteine für den Kader der Zukunft: Geringes finanzielles Risiko bei gleichzeitig enormem sportlichem und marktwertsteigerndem Potenzial.
Weitere Perspektiven: Wer rückt nach?
Inacio und Albert sind nur die Speerspitze einer neuen Generation, die den Konkurrenzdruck im Kader hochhalten soll. In den Startlöchern stehen bereits weitere Hoffnungsträger:
Mussa Kaba (17): Ein physisch imposanter Defensivspieler (1,96 Meter), dem intern trotz seines jungen Alters bereits viel zugetraut wird, sobald er seine Konstanz stabilisiert.
Justin Lerma (17): Die Mittelfeldhoffnung aus Ecuador wird im Sommer in Dortmund erwartet. Er könnte perspektivisch eine zentrale Rolle einnehmen, sollte sich das Personalkarussell im Mittelfeld weiterdrehen.
Fazit: Der BVB zeigt, dass der sportliche Neuanfang längst begonnen hat. Samuele Inacio scheint dabei aktuell am weitesten zu sein. "Ich würde Geld auf Inacio setzen, dass er im nächsten Jahr massiv Spielzeit sammeln wird", so die Prognose von Christian Woop. Die Zukunft in Schwarzgelb hat bereits begonnen - und sie ist jung, dynamisch und taktisch klug eingekauft.
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