Mertcan Ayhan und Timo Becker kämpfen bei Schalke um eine Position - oder doch nicht?
Luxusprobleme kennt Miron Muslic beim FC Schalke nicht. Im Gegenteil: Aufgrund zahlreicher Verletzungen war der Übungsleiter bisher froh, wenn er überhaupt eine schlagkräftige Elf aufstellen konnte.
06.01.2026 | 21:29 Uhr
Doch plötzlich hat der Coach die Qual der Wahl in der Defensive. Wer verteidigt neben Nikola Katic und Hasan Kurucay - Vizekapitän Timo Becker oder Shootingstar Mertcan Ayhan? Oder findet Muslic sogar eine Lösung mit Becker und Ayhan?
Bis zum siebten Spieltag war Timo Becker absolut gesetzt beim FC Schalke 04. Der "Performance Player", wie ihn Trainer Muslic nennt, nahm den rechten Part der Dreierkette neben Abwehrchef Nikola Katic (Mitte) und Hasan Kurucay (links) ein. Doch im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth verletzte sich Becker schwer und musste früh ausgewechselt werden.
Ayhan vertritt Becker hervorragend
Für den Vizekapitän kam Mertcan Ayhan ins Spiel, der bis dahin lediglich auf drei Einsatzminuten bei den Profis kam. Doch der jüngere Bruder von Galatasaray-Star Kaan Ayhan zeigte keinerlei Nervosität, machte seine Sache gut und hielt mit Schalke gegen die damals noch beste Offensive der Liga die Null. Fortan stand der 19-Jährige in jedem Spiel in der Startformation der Knappen und spielte nur zweimal nicht über die kompletten 90 Minuten.
Auch als Becker sich im Hinrunden-Endspurt früher als gedacht zurückmeldete, behielt Ayhan seinen Platz und Becker kam von der Bank. Das Duo hat zweifelsohne großen Anteil daran, dass Schalke die beste Defensive im deutschen Profifußball stellt, doch die Frage bleibt: Wer spielt in der Rückrunde? Muslic lobt beide Spieler oft und gerne, stellte aber mehrfach klar, dass ein zu 100 Prozent fitter Timo Becker gesetzt ist. Droht also Schalkes Toptalent, an dem die Roma bereits interessiert ist, die Bank?
Formation mit Ayhan und Becker?
Nicht zwingend, denn möglicherweise spielen Becker und Ayhan bald Seite an Seite. Das S04-Juwel als rechter Part der Dreierkette und der Rückkehrer von Holstein Kiel als Schienenspieler direkt daneben. Dieses Szenario wurde zumindest in Schalker Markt - der S04-Podcast von Sky Sport diskutiert. Hintergrund: Becker spielte die rechte Schienen-Position bereits in Kiel und konnte dort sehr überzeugen:
In der Aufstiegssaison der Störche in der 2023/24 gelangen ihm sieben Treffer und drei Vorlagen, als er größtenteils außen eingesetzt wurde und auch in der Bundesliga stand er dort seinen Mann. "Timo Becker kann das - der kann das sogar richtig gut", sagt daher auch Sky Sport Reporter Dirk große Schlarmann in der aktuellen Podcast-Folge und ergänzt: "Die Leistungskurve von Ayhan geht zudem auch quasi einfach steil nach oben. Den jetzt rauszunehmen, da tust du dem Jungen und dir selber als Verein keinen Gefallen."
Alternativen überzeugen nicht vollends
Hinzu kommt, dass große Schlarmann die Alternativen auf der rechten Schiene eher kritisch sieht, auch wenn sich Adrian Gantenbein im Vergleich zur Vorsaison deutlich gesteigert hat. Der Schweizer hat zuletzt allerdings auch verletzungsbedingt gefehlt.
Und was sagt der, der es am Ende entscheiden muss? "Miron Muslic war ein bisschen zurückhaltend auf der Pressekonferenz vor Weihnachten und meinte, er will sich mit dem Thema erst beschäftigen, wenn es soweit ist", so große Schlarmann. Und weiter: "Solche Themen kennt Muslic aber auch nicht, weil immer so viele verletzt waren."
Im abschließenden Hinrundenspiel in Braunschweig gab es aber dennoch ein Indiz, dass Muslic diese Konstellation durchaus in Betracht zieht. Beim BTSV kam Becker nämlich für Finn Porath in die Partie. Also als rechter Schienenspieler und agierte bis zu Ayhans Auswechslung für den offensiveren Mika Wallentowitz an der Seite des jungen Türken. Möglicherweise gibt es das in Rückrunde noch häufiger zu sehen.
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