Lisandro Martinez attackiert United-Führung nach Atletico-Pleite: Kritik an Sportdirektor Wilcox
Lisandro Martinez hat nach der Niederlage von Manchester United bei Atlético Madrid die Klubführung öffentlich kritisiert. Der Argentinier forderte mehr Investitionen und nahm Trainer Michael Carrick ausdrücklich in Schutz.
14.10.2026 | 09:49 Uhr
Manchester United steckt sportlich in der Krise. Nach dem 0:2 in der Champions League gegen Atletico Madrid richtete Martínez seinen Frust vor allem gegen die Kaderplanung des Vereins.
Bei Manchester United werden die Diskussionen um die sportliche Entwicklung immer lauter. Nach der verdienten 0:2-Niederlage bei Atletico Madrid am zweiten Spieltag der Ligaphase der Champions League übte Innenverteidiger Lisandro Martinez ungewöhnlich deutliche Kritik an der Vereinsführung.
Im Interview bei Prime Video sprach der argentinische Weltmeister offen über seinen Frust. "Es war wirklich schlecht", sagte Martinez und deutete an, dass die aktuelle Situation auf grundlegende Probleme im Klub hindeute: "Ich muss mich sehr zusammenreißen, aber manchmal spiegelt das genau wider, wie es um unseren Verein derzeit steht."
Kritik an United-Sportdirektor Wilcox
Besonders Sportdirektor Jason Wilcox geriet dabei ins Visier des Abwehrspielers. Martínez forderte weitere Investitionen und eine stärkere Kaderplanung. Zwar müsse sich die Mannschaft selbst hinterfragen, gleichzeitig brauche ein Spitzenklub aber die nötige Qualität und Tiefe im Aufgebot, um mit den europäischen Topteams mithalten zu können.
Wilcox hatte im vergangenen Transfersommer mehr als 170 Millionen Euro in den Kader investiert. Ein Großteil der Ausgaben floss jedoch ins Mittelfeld. Problempositionen im Angriff sowie auf der linken Abwehrseite blieben nach Ansicht vieler Beobachter dagegen weiterhin unzureichend besetzt.
"Wir haben letztes Jahr eine fantastische Saison gespielt, jetzt erwarten wir mehr von der Klubspitze, mehr Spieler, um konkurrenzfähig zu bleiben. Denn viele andere Mannschaften holen ebenfalls viele Spieler", sagte Martinez.
Der 28-jährige Argentinier verwies zudem auf die gestiegenen Anforderungen im internationalen Wettbewerb. Andere Topvereine würden ihren Kader kontinuierlich verstärken, weshalb United ebenfalls nachlegen müsse, um konkurrenzfähig zu bleiben. "Zu 100 Prozent. Ich erwarte mehr von unserem Sportdirektor. Ich muss ehrlich sein: Als Spieler müssen wir mehr tun, aber es ist auch wichtig, einen starken Kader aufzubauen, um für solche Abende gerüstet zu sein", polterte der Abwehrmann.
Martinez stärkt Trainer Carrick den Rücken
Gleichzeitig stellte sich der 28-Jährige demonstrativ hinter Trainer Michael Carrick. Der frühere United-Profi hatte die Mannschaft in der vergangenen Saison zurück in die Champions League geführt und anschließend einen Vertrag bis 2028 erhalten.
"Du kannst nicht immer nur den Trainer wechseln", sagte Martinez und deutete an, dass die Verantwortung für die aktuelle Entwicklung nicht allein beim Coach liege.
Carrick selbst wollte die Aussagen seines Verteidigers nicht kommentieren. "Ich habe es nicht gesehen, deshalb kann ich dazu wirklich nichts sagen", erklärte der Teammanager nach der Partie.
Kritik an Martinez' öffentlichem Vorstoß kam dagegen von Vereinsikone Wayne Rooney. Als TV-Experte warnte der frühere Stürmerstar, solche Aussagen könnten die Mannschaft intern spalten und zusätzlichen Unruheherd schaffen.
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