Lothar Matthäus über Manuel Neuer, Rudi Völler und Jamal Musiala
Gibt es doch noch ein Comeback von Manuel Neuer in der Nationalmannschaft?
12.04.2026 | 21:49 Uhr
Für Lothar Matthäus gibt es nur eine Person, die das noch ermöglichen kann: Rudi Völler. Die wichtigsten Aussagen von Sky90.
Lothar Matthäus über …
… Marie-Louise Eta als erste Cheftrainerin der Bundesliga-Geschichte:
"Man sieht auch auf der Schiedsrichterposition, dass dort Frauen sind, die im Männerfußball pfeifen. Und warum sollten Frauen nicht auch wichtige Positionen im Männerfußball übernehmen können? In der 3. Liga haben wir beim FC Ingolstadt mit Sabrina Wittmann eine Trainerin, die bereits in ihrer dritten Saison ist. Sie macht dort einen guten Job. Warum sollte es also nicht auch in der Bundesliga funktionieren?"
… die Vermittlerrolle von Rudi Völler bei Manuel Neuer und Julian Nagelsmann:
"Das ist der größte Job, den Rudi Völler hat. Rudi hatte viele große Aufgaben - als Spieler, als Sportdirektor bei Leverkusen, als Trainer der Nationalmannschaft 2002, die er bis ins Endspiel geführt hat. Rudi ist auch ein bisschen wie Franz Beckenbauer: Auf ihn hört man. Vielleicht hört ein Julian Nagelsmann auch auf ihn, vielleicht ruft er Manuel Neuer mal an. Der Einzige, der dieses Wunder schaffen könnte, wäre Rudi Völler. Denn zu ihm haben beide einen guten Kontakt. Und natürlich kann es Wirkung zeigen, wenn jemand wie Rudi mit einem Spieler spricht. Ich würde mich für den deutschen Fußball freuen, wenn die besten Spieler auf ihren Positionen auch bei der Weltmeisterschaft dabei sind."
"Jamal Musiala hätte bei mir einen Platz, wenn ..."
… Jamal Musiala und die Debatte über eine WM-Teilnahme:
"Jamal Musiala hätte bei mir einen Platz, wenn er alle Trainingseinheiten mitmachen kann. Bei 26 Akteuren spielen einige nicht, da nehme ich Musiala mit. Ich bin überzeugt, dass er in den nächsten sechs bis acht Wochen fit ist. Nicht, weil er am Samstag ein Kopfballtor gemacht hat - der Pfostenschuss war schon wieder mehr seine Spielart. Entscheidend war, wie er sich auf engstem Raum gegen zwei, drei Spieler durchgesetzt hat, wie er den Ball behauptet hat. Das war gestern sein bestes Spiel nach der schweren Verletzung. Ich spreche dabei bewusst von der schweren Verletzung. Danach stand er zwar schon auf dem Platz, hat in der Champions League in Eindhoven ein Tor geschossen, und auch andere gute Spiele gezeigt. Jetzt gilt es, wieder das zu finden, was ihn stark macht: die Dribblings, die Stabilität zwischen zwei, drei Gegenspielern - fast wie ein Slalomläufer, der die Stangen umtanzt. Dafür braucht er Stabilität und Selbstvertrauen im Kopf. Und ich glaube, gestern waren wichtigere Aktionen dabei als sein Kopfballtor. Er hat einen Riesenschritt nach vorne gemacht, und ich freue mich wahnsinnig für ihn, weil ich ein Fan von ihm bin. Deshalb sehe ich ihn auch bei der Weltmeisterschaft - wenn er in den nächsten fünf bis sechs Wochen weitere Schritte in diese Richtung macht."
… Nico Schlotterbecks Ausstiegsklausel im neuen Vertrag:
"Es ging immer darum, dass er den nächsten Schritt machen wollte. Andererseits ist er Borussia Dortmund auch verbunden. Wenn aber Real Madrid anfragt, will man sich eben eine Tür offenhalten, zumindest einen kleinen Spalt, durch den man gehen kann. Für Borussia Dortmund bedeutet das: Schlotterbeck hat einen Vertrag bis 2027, 2026 würden sie noch eine Ablöse bekommen, 2027 eben nicht mehr. Er hatte also ein Druckmittel. Wenn nun Fans sagen: 'Ach, dann ist er nicht mehr mit ganzem Herzen dabei' - das stimmt nicht. Er wird mit seinem Herzen in Dortmund sein. Aber er möchte sich diese Tür offenhalten. Wenn er durch eine gute Weltmeisterschaft, von der natürlich auch Deutschland profitieren würde, vielleicht auf ein anderes Angebot warten kann, dann ist das bei Upamecano so, bei Musiala so, das ist bei allen Spielern so - beim einen etwas früher, beim anderen etwas später. Und wenn er diese Position hat, soll er sie für sich nutzen dürfen, um vielleicht die Chance zu bekommen, beispielsweise bei Real Madrid spielen zu können. Das ist vielleicht ein Traum und noch einmal größer als Borussia Dortmund. Der BVB hätte dadurch nicht die 30 oder 35 Millionen Euro, die man bei noch einem Jahr Restvertragslaufzeit hätte erzielen können, sondern vielleicht 60 Millionen Euro Ablöse. Also rund 25 bis 30 Millionen Euro mehr, die sie in diesem Jahr durch das frühe Ausscheiden in der Champions League und im DFB-Pokal nicht eingenommen haben. Und so können sie das kompensieren."
… die Entscheidungsträger im Schlotterbeck-Poker:
"So eine Entscheidung trifft man nicht alleine. Ich weiß, wer die Klausel durchgesetzt hat, aber das sage ich jetzt nicht. Es ist jemand von Borussia Dortmund. Da sitzen vier bis fünf Leute zusammen am Tisch, und einer sagt dann: 'Okay, bevor er ohne diese Ausstiegsklausel geht und nicht verlängert, geben wir sie ihm.'"
Patrick Mainka über …
… Marie-Louise Eta als erste Cheftrainerin der Bundesliga-Geschichte:
"Ich glaube, wir müssen irgendwann so weit kommen, dass dies kein Thema mehr ist. Das Geschlecht ist kein Qualitätsmerkmal dafür, ob jemand eine gute Trainerin ist oder nicht. Ich wünsche ihr viel Erfolg. Ich konnte sie während meiner Zeit in Bremen kennenlernen. Ich glaube, dass sie wirklich eine sehr kompetente Trainerin ist. Sie hat damals einen sehr guten Eindruck gemacht. Das ist zwar schon lange her, aber ich bin gespannt und freue mich auf das, was für sie kommt."
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