Lennart Karl & Jonas Urbig möchten sich für die Weltmeisterschaft empfehlen
Die erste Länderspielpause des WM-Jahres 2026 ist auch eine erste Bewährungsprobe für zwei Bayern-Bubis. Lennart Karl und Jonas Urbig möchten Eindruck beim Bundestrainer machen.
25.03.2026 | 00:08 Uhr
Lennart Karl und Jonas Urbig machen ihre ersten Schritte beim DFB-Team. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen nicht nur in Zukunft wichtige Bestandteile im Team von Julian Nagelsmann sein, sondern sich für die WM empfehlen.
Die große Bühne ist nichts Neues, spielen sie doch Woche für Woche beim FC Bayern auf Top-Niveau. Erstmals Teil der deutschen A-Nationalmannschaft zu sein, hat für Lennart Karl und Jonas Urbig aber einen ganz besonderen Reiz. Und das ist ihnen im DFB-Quartier in Herzogenaurach seit Tag eins anzumerken.
Nervosität? Nicht zu spüren. Vielmehr ein vorfreudiges Kribbeln. Karl und Urbig erschienen am Dienstagmorgen motiviert und fokussiert zur ersten Trainingseinheit. Während Karl direkt im Austausch mit den anderen Feldspielern war und fleißig den Anweisungen von Nagelsmanns neuem Assistenten Alfred Schreuder und des neuen Athletiktrainers Bram Geers folgte, wärmte sich Urbig sowie seine Torhüterkollegen Oliver Baumann und Alexander Nübel separat unter der Leitung von Torwarttrainer Andreas Kronenberger auf.
Ein großer Vorteil für beide: Sie sind Teil des großen Bayern-Blocks, haben damit automatisch ein gutes Standing - und werden dadurch wohl kaum mit Anpassungsschwierigkeiten innerhalb der Gruppe zu kämpfen haben. Kapitän Joshua Kimmich lobte das Duo am Dienstag auf der Pressekonferenz. Seine Erwartungen an die beiden Neuen sowie an Rückkehrer wie Angelo Stiller, Deniz Undav oder Anton Stach: "Es sollte hier keiner herkommen und das Gefühl haben, dass er nicht hierher gehört. Im Gegenteil. Niemand soll sich verstecken."
Kimmich lobt Karl
Gerade Karl darf sich berechtigte Hoffnungen auf die Aussicht von Einsatzminuten am Freitag in Basel gegen die Schweiz und am Montag in Stuttgart gegen Ghana (alle Infos zu den DFB-Länderspielen) machen. Nachdem Bundestrainer Nagelsmann schon seine Variabilität auf den Offensivpositionen sowie "jugendliche Unbekümmertheit" hervorgehoben hatte, legte Kimmich nach: "Lenny hat ein gutes Mindset, weil er eine gute Mischung hat zwischen dem gesunden Selbstvertrauen und diesem 'Mir ist das alles scheißegal, was gerade passiert'. Ich glaube, das brauchst du auch, wenn du bei Bayern und auch beim DFB spielen möchtest in diesem jungen Alter."
Der erst 18-jährige Linksfuß kommt in dieser Saison bereits auf 34 Pflichtspiele für den FCB und hat dabei acht Tore erzielt. "Er geht aufs Feld und ist sehr, sehr mutig", so der 13 Jahre ältere Kimmich. "Lenny kommt rein und sucht seine Aktionen. Sein Abschluss ist sehr, sehr gut. Er ist ein Spieler, der versteht, wie er in Situationen kommt, in denen er seine Stärken ausspielen kann. Deswegen glaube ich, dass er uns auch hier helfen kann!"
Urbig will doppeltes Neuer-Erbe
Urbigs Situation gestaltet sich (vorerst) etwas anders. Er soll sich vor allem im Training zeigen, weil Baumann Stand jetzt als nominelle Nummer 1 für die Tests in der Schweiz und gegen Ghana gesetzt ist. Zudem liegt Nübel in der DFB-Rangordnung noch über dem Bayern-Keeper, der im Januar 2025 aus Köln an die Isar gewechselt war.
Der 22-Jährige hat wie Karl aber den Traum im Blick, es im Training so gut zu machen und sich so gut in die Gruppe einzufügen, dass Nagelsmann ihn im Juni mit zur WM nimmt. Finn Dahmen und Noah Atubolu machen sich weiter Hoffnungen, während Marc-Andre ter Stegen weiterhin an seinem Comeback arbeitet. Urbigs große Vorteil neben seiner aktuellen Spielpraxis auf höchstem Level in München ist auch die Aussicht auf den Posten des zukünftigen FCB-Stammkeepers nach der Ära Manuel Neuer.
"Wenn es so weitergeht, hat Jonas eine große Zukunft im deutschen Fußball", glaubt Nagelsmann. "Er ist ein sehr guter Fußballer, kennt viele Jungs hier. Und der Bayern-Block ist sehr wertvoll für uns. Wir wollen sehen, wie Jonas sich bei uns integriert."
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