Zum Inhalte wechseln

Kommentar: Die UEFA hat im Machtkampf mit der FIFA wertvolle Zeit verspielt

Ein Kommentar zur aktuellen Situation um FIFA-Boss Gianni Infantino.

FIFA-Präsident Gianni Infantino beim FIFA U-20 Frauen-Weltmeisterschaft zwischen Spanien - DPR Korea in Lodz, Polen.
Image: FIFA-Präsident Gianni Infantino beim Finale der FIFA U-20 Frauen-Weltmeisterschaft zwischen Spanien - DPR Korea in Lodz, Polen.  © Imago

Die Kritik an Gianni Infantino war zuletzt so laut wie selten zuvor. Nach dem gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte schien der FIFA-Präsident politisch angeschlagen. Doch während die UEFA weiter nach einer Alternative sucht, stärkt der Schweizer weltweit seine Position und sammelt Unterstützung für die Wahl 2027.

Von Jonas Gerdes (RTL)

Die Ausgangslage der Infantino-Gegner schien gut, geradezu günstig zu sein. Der FIFA-Präsident war nach dem krachend gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck geraten. Eine breite Front aus Europa, Nord- und Mittelamerika, ja sogar Asien hatte sich formiert und den 56-Jährigen scharf kritisiert. Übrig geblieben ist davon aktuell nicht mehr viel.

Erlebe Live-Sport der Extraklasse mit Sky und WOW.
Erlebe Live-Sport der Extraklasse mit Sky und WOW.

Auf Sky Sport siehst du die Bundesliga, 2. Bundesliga, Formel 1, Premier League, DFB-Pokal, MotoGP, US Open, ATP/WTA, Golf Majors, NBA, NHL und vieles mehr. Klicke hier für mehr Infos.

Denn die UEFA verliert wertvolle Zeit bei der Suche nach einem potenziellen Gegenkandidaten, während Gianni Infantino fröhlich um die Welt jettet und Stimmen sammelt. Dazu lohnt sich ein Blick in die Social-Media-Accounts des Präsidenten. Seine Reisen der letzten vier (!) Tage: Hongkong, Macau, Jakarta, Jeddah und ein Besuch in Prag. Dort herzt Infantino zum Beispiel nicht nur den ehemaligen Weltstar Pavel Nedved und lächelt mit pubertierenden Jungs um die Wette, nein er trifft auch den Sportminister, den Gesundheitsminister und den Fußballpräsidenten des Landes. Mächtige Männer, einflussreiche Männer, Männer, die mit Infantino mindestens im konstruktiven Dialog sind.

Infantino ist auf Wahlkampf-Tour

Es zeigt einen Kern des Problems: Der FIFA-Präsident hat qua Amt alle Möglichkeiten Stimmen zu sammeln und reist dafür mit seinem von Qatar-Airways bereitgestellten Flugzeug um die Welt. Ihm stehen praktisch unbegrenzte Mittel für einen Wahlkampf zur Verfügung - dabei ist ein echter Kampf noch nicht mal von Nöten, denn es fehlt ein Gegner.

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte
Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

In unserem täglichen Liveblog halten wir Dich über alle Gerüchte und fixe Transfers auf dem Laufenden.

Das ist das Versäumnis der UEFA, die jetzt monatelang so laut gebellt hat, aber Zeit verstreichen ließ, um überhaupt in die Lage zu kommen mal ordentlich zuzubeißen. Jeder Tag, der vergeht, ist ein gewonnener Tag für die Machtbasis von Gianni Infantino. Und sollte der Schweizer im März 2027 im Amt des FIFA-Präsidenten bestätigt werden, dann ist auch klar, dass eine Zusammenarbeit mit FIFA-Vizepräsident Alexander Ceferin und FIFA-Ratsmitglied Bernd Neuendorf eine große Herausforderung werden wird.

Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de

Mehr dazu

Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.

Mehr Geschichten