Felix Magath und Oliver Kahn über Julian Nagelsmann, den FC Bayern, Real Madrid und Wolfsburg

Bei Triple - der Hagedorn-Fußballtalk sprechen in der aktuellen Folge Felix Magath, Oliver Kahn, Roman Weidenfeller und Moderator Riccardo Basile über die aktuellen Fußball-Themen.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte zuletzt öffentlich sehr detailliert über seine Personalplanungen für die anstehende WM gesprochen.
Image: Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte zuletzt öffentlich sehr detailliert über seine Personalplanungen für die anstehende WM gesprochen.  © DPA pa

Diesmal im Fokus: Der Champions-League-Auftritt des FC Bayern bei Atalanta Bergamo (6:1), die öffentlichen Personalplanungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann und die Vertragssituation von Bayern-Boss Max Eberl.

Felix Magath ...

... über einen möglichen Kontakt zum VfL Wolfsburg: "Ich habe nach Wolfsburg immer Kontakt, aber zum VfL gab es keinen Kontakt. Nein, die ganze Zeit nicht. Ich glaube nicht, dass der VfL mutig genug ist, um so eine Entscheidung zu treffen. Man will heute immer gerne beim Publikum und überall ankommen. Da ist so eine Personalie natürlich nicht das, was auf der Hand liegt."

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Felix Magath enthüllt live in ''Triple - der Hagedorn-Fußballtalk' bei Sky Sport, dass trotz der prekären Situation beim VfL Wolfsburg keinen Kontakt zwischen ihm & seinem Ex-Klub über eine Einstellung als ''Feuerwehrmann'' gab.

... auf die Nachfrage, ob er denn Lust auf die Aufgabe gehabt hätte: "Ich kann nur sagen: Ich habe immer noch Lust, eine Aufgabe zu übernehmen. Insofern bin ich jetzt bei Viktoria Aschaffenburg als Sportvorstand und bin da momentan auch glücklich."

... über seine Zeit beim FC Bayern: "Die schönste Zeit war es für mich nicht beim FC Bayern. Ganz einfach deshalb, weil ich immer jemand war, der Spieler und Mannschaften entwickeln wollte. Beim FC Bayern war es damals schon so - dadurch, dass man finanziell so gut gestellt war -, dass man eher Spieler gekauft hat, die bereits fertig waren. Es war mehr die Aufgabe, eine Mannschaft zu bilden und die Spieler bei Laune zu halten. Das war letztendlich nicht meine Welt. Deswegen habe ich immer gesagt: Ich war auch nicht besonders traurig, dass ich nach zweieinhalb Jahren entlassen wurde."

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... über den Torwart-Wechsel von Tottenham-Trainer Igor Tudor nach 17 Minuten: "Nachvollziehbar ist es für mich, und ich finde das auch richtig. Er hat dem Jungen die Chance gegeben und dem jungen Torhüter vertraut. Wobei er ihn überschätzt hat, weil er es nervlich nicht geschafft hat. Ausrutschen oder so etwas ist ja kein klassischer Torwartfehler, sondern eine Frage der Nerven. Und die hat er da gezeigt. Er hat gezeigt, dass er nervlich nicht auf der Höhe ist. Insofern war die Entscheidung, ihn rauszunehmen, für den Torhüter besser. Und ich hätte es wahrscheinlich - wenn ich den Torhüter in diesem Spiel aufgestellt hätte - auch so gemacht."

... auf die Frage, ob er aktuell vom FC Bayern begeistert ist: "Nicht ganz. Ich bin immer jemand, der eher skeptisch als euphorisch ist. Insofern sehe ich ein Problem beim FC Bayern München, weil die Mannschaft in der Meisterschaft einfach zu überlegen ist. Das könnte natürlich - wenn der Widerstand einmal größer wird - ungewohnt sein für diese Mannschaft. Ob sich dann die Spieler, die jetzt teilweise brillieren, auch durchsetzen können, kann ich nicht vorhersagen. Insofern setze ich da ein Fragezeichen dahinter, ob sie gegen Topmannschaften den Widerstand haben - hoffentlich, können sie den dann überwinden."

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Ex-Bundesligatrainer Felix Magath ist skeptisch was das Durchhaltevermögen des FC Bayern im weiteren Saisonverlauf. Die Münchner glänzen durch starke Leistungen, es gelte aber, nicht nachzulassen. Hier sieht Magath Stolpergefahr.

... über Max Eberls Vertragssituation beim FC Bayern: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass - wenn sie in dieser Saison das Triple gewinnen - so eine Personalie verändert wird. [...] Nach Uli Hoeneß - ich weiß nicht, welcher Manager es beim FC Bayern lange ausgehalten hat. Das ist eine ganz schwierige Nummer. Wenn man solche Vorgänger hat wie Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, sind die Ansprüche natürlich top, top, top. Diese großen ehemaligen Führungsfiguren schweben immer noch irgendwo im Universum. Insofern ist es schwer für jemanden, der jetzt Verantwortung bekommt, diese dann auch auszufüllen."

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... über die öffentliche Personalplanung von Bundestrainer Julian Nagelsmann: "Ich würde es so nicht machen. Gerade weil man nie weiß, was in Zukunft passiert. Ich muss eine Vorstellung haben, wie ich spielen will. Aber dennoch bin ich darauf angewiesen, dass auch alles so kommt. Als Trainer muss ich vor allem flexibel sein und mir immer eine Möglichkeit offenhalten. Es passiert so viel. [...] Deswegen halte ich es für schwierig, so früh schon so detailliert zu werden. [...] Du musst ja alle bei Laune halten. Nicht nur den Teil, der für dich die Stammmannschaft bildet, sondern du brauchst die anderen ganz genauso."

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Vor der WM in den USA, Kanada und Mexiko rät Ex-Bundesligatrainer Felix Magath Julian Nagelsmann zu Flexibilität in seiner Kadergestaltung. Der Bundestrainer hatte zuvor in einem Interview bereits einen groben Kader benannt.

Oliver Kahn ...

... darüber, ob es für Arsenal jetzt eine entscheidende Phase in dieser Saison ist: "Ja, absolut. Zumal jetzt in der Premier League immer die Phase ist, in der die Mannschaften traditionell ihre Probleme haben, weil sie einfach keine Pause haben. [...] Die spielen immer durch. Es ist ganz normal, dass es da auch mal schwierigere Phasen gibt. Dazu kommt: Arsenal kann jetzt jeden Tag in der Zeitung lesen, wann sie ihren letzten Titel gewonnen haben. Das erhöht natürlich auch noch den Druck. Ich glaube aber, dass sie gegen Leverkusen weiterkommen werden. Leverkusen hat immer mal phasenweise gezeigt, wozu sie in der Lage sind. Aber sie haben mich nie so überzeugt, dass sie die Stabilität haben, nach London zu fahren und dieses extrem eingespielte Kollektiv schlagen zu können."

... über den Torwart-Wechsel von Tottenham-Trainer Igor Tudor nach 17 Minuten: "Ich glaube nicht, dass er damit die Karriere ruiniert hat. Es gibt für beide Seiten Argumente. Was klar ist: Wenn du zuschaust und selbst Torwart warst, hast du innerlich Schmerzen. Du fühlst mit so einem jungen Torhüter mit. Nur: Es waren nicht einmal 17 Minuten gespielt, es stand 3:0 - und an zwei der drei Tore war er maßgeblich beteiligt. Wenn ein Trainer dann sagt - und Tudor hat es ja auch so gesagt -, er wollte ihn schützen, dann muss man ihm das zunächst einmal glauben. Nach 17 Minuten ist es noch lange bis zur Halbzeit. Wenn es dann so weitergegangen wäre - das wissen wir alle -, dann hätte die Karriere möglicherweise wirklich problematisch werden können. So ist es eine Situation, die weh tut und für den Jungen schwierig und schmerzhaft ist. Aber so ist es nun einmal in diesem Sport: Er kann daraus seine Schlüsse ziehen und wird wieder seine Chance bekommen. Ich sehe das nicht so, dass wegen so etwas gleich die Karriere beendet ist. Das geht mir ein paar Schritte zu weit."

... über die Führung beim FC Bayern: "Das Ganze zieht sich jetzt doch schon viele Jahre hin, und gefunden hat man scheinbar immer noch niemanden. Gut, dann warten wir einfach mal ab, was in Zukunft passiert. Die Ansprüche sind halt die höchsten. Und da jemanden zu finden, war noch nie einfach. Deswegen kann man das nur abwarten. [...] Ich kann die Arbeit von Max Eberl intern nicht beurteilen. [...] Aber das, was ich im Moment von außen sehe: Es ist ein neuer Vorstand im Marketingbereich gekommen, da hat man einen Schritt nach vorne gemacht. Aber ansonsten bewegt sich das Ganze, was die Neuaufstellung betrifft, immer noch im Schneckentempo."

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... über Real Madrid: "Ich kann mich noch erinnern: Wir haben die Akademie besucht, als sie das alles neu gebaut haben. Es ist egal, wo du hinkommst - selbst, wenn du auf der Toilette bist - siehst du immer eins, wenn du an die Wand schaust: den Champions-League-Pokal. Egal wo du bist - es ist klar, worum es in diesem Verein geht. Natürlich wollen sie auch Meister werden. Aber das klar ausgegebene Ziel ist: Wir wollen Champions-League-Sieger werden - so oft es geht."

... über die öffentliche Personalplanung von Bundestrainer Julian Nagelsmann: "Du willst als Bundestrainer - oder generell als Trainer - erreichen, dass die Jungs auch durchs Feuer gehen wollen für dich. Das willst du irgendwo erzeugen, das müssen die Spieler spüren auf eine gewisse Art. Und das wird dann schwierig."

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Sky Sport Experte Oliver Kahn rät Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der Kadergestaltung der deutschen Nationalmannschaft für die WM in den USA, Kanada und Mexiko zu Flexibität.

Roman Weidenfeller ...

... auf die Frage, ob Michael Olise schon auf dem Niveau von Arjen Robben ist: "Ich glaube schon. Vor allem macht er nicht so viel Theater, ehrlicherweise. Du hörst ihn nicht wirklich. Er macht seinen Job - und den macht er überragend. Er schießt jetzt auch wieder zwei Tore. Also was willst du noch mehr? Der Königstransfer der Bayern nach Harry Kane."

... über den Torwart-Wechsel von Tottenham-Trainer Igor Tudor nach 17 Minuten: "Dass Igor Tudor ihn so opfert, ist eigentlich sehr selten. Ich glaube, so etwas hat es im Fußball noch nie gegeben. Er selbst hat im Nachgang gesagt, dass er so etwas in 15 Jahren noch nicht erlebt hat. Aber hätte er nicht vielleicht auch bis zur Halbzeitpause warten können? Wenn es dann ohnehin schon 3:0 steht - was soll da noch schiefgehen?"

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