Lothar Matthäus Kolumne über FC Bayern, Real Madrid, Marie-Louise Eta und Schalke
In seiner Kolumne blickt der Sky Sport Experte auf das Bayern-CL-Rückspiel gegen Real Madrid sowie den Erfolgslauf des FC Schalke.
13.04.2026 | 23:06 Uhr
Für den Sky Sport Experten Lothar Matthäus fehlen im Kader von Real Madrid in der aktuellen Saison echte Typen, dennoch mahnt der deutsche Rekordnationalspieler vor der schweren Bayern-Aufgabe.
Die Vorzeichen vor dem Champions-League-Rückspiel in München stehen klar auf Bayern-Sieg, aber das liegt nicht nur am Hinspiel oder den letzten Wochen, in denen Real gepatzt hat, sondern das hat sich schon im Laufe der ganzen Saison gezeigt. Real holt voraussichtlich weder die Meisterschaft noch die Champions League und ist auch im Pokal schon draußen.
Es gab das ganze Jahr über schon Unruhen in Madrid, gerade mit Alonso und dem Trainerwechsel. Aber mir fehlen da bei Real auch einfach die Typen. In den letzten Jahren oder Jahrzehnten waren mit Spielern wie Toni Kroos, Luka Modric oder Sergio Ramos Typen auf dem Platz, die es jetzt nicht mehr gibt. Die aktuellen Real-Spieler sind schnell, dribbelstark und exzellente Techniker, die natürlich eine gewisse Stärke haben, das hat man im Hinspiel auch gesehen und dennoch versprühen sie nicht mehr diese Kraft aus den letzten Jahrzehnten. Es sind gute Spieler, aber kein einziger ist eine Ikone, kein Vinicius, kein Bellingham und auch kein Mbappe und das fehlt Real.
Es bleibt eine schwere Aufgabe für Bayern
Deswegen ist Bayern München auch der Favorit, aber das heißt natürlich nicht, dass es eine einfache Aufgabe wird. Wenn Real Madrid wie in letzten 25 Minuten im Hinspiel auftritt mit einem Bellingham, der da der Gamechanger war, kann sich schnell auch alles drehen - gerade wenn Neuer nicht so einen Tag hat wie in Madrid. In so einem Spiel können die kleinsten Fehler bestraft werden, was Real im Hinspiel auch beinahe gemacht hätte.
Es kann aber auch auf kleinste Details ankommen: Beim zweiten FCB-Tor war Lunin mit seiner Hand am Ball, nur ist da beim Real-Keeper in der Situation im Gegensatz zu Neuer die Hand nach innen geknickt und der Ball lag im Tor. Läuft das andersherum, sieht die Lage jetzt ganz anders aus. Ich bin gespannt, was am Mittwoch in München passiert und wünsche mir ein spannendes und hochklassiges Spiel.
2026 sollte egal sein, ob ein Mann oder eine Frau ein Team trainiert
Neben den Bayern befindet sich aktuell auch Union Berlin im Fokus der Öffentlichkeit. Nach der Niederlage in Heidenheim haben sich die Eisernen von Steffen Baumgart getrennt und Marie-Louise Eta bis zum Saisonende als Cheftrainerin berufen. Ich finde, man sollte da gar kein so großes Thema draus machen. Es war abzusehen, dass eine Frau in der Bundesliga auf der Trainerbank Platz nimmt, Sabrina Wittmann ist bereits seit drei Jahren als Cheftrainerin in Ingolstadt im deutschen Profifußball aktiv.
Im Jahr 2026 sollte ganz egal sein, ob ein Mann oder eine Frau diese Position innehat. Es geht viel mehr darum, dass der Erfolg da ist, die Punkte geholt werden und dass attraktiver Fußball gespielt wird. Union hat das Vertrauen zu Eta, die sich im Verein auskennt und die schon mal sehr nah an der Mannschaft dran war. Man traut es ihr zu, sonst würde man diesen Schritt nicht gehen und damit ist alles gesagt.
Muslic hat aus Schalke eine Einheit geformt
Ein Trainer-Wechsel, der in jedem Fall maximal gefruchtet hat, ist der beim FC Schalke vor der Saison. Miron Muslic hat es geschafft, aus Königsblau eine Einheit zu formen und Ruhe in den Verein zu bringen. Er hat die Anerkennung der Spieler, ihnen eine gute Mentalität eingehaucht und ein Miteinander geschaffen. Muslic hat außerdem immer an die Stärken appelliert, auch wenn viele Spieler verletzt waren oder nicht zur Verfügung standen, hat er nicht geweint, sondern die Spieler, die dann von hinten gekommen sind, stark gemacht. Sein eigenes stets selbstbewusstes Auftreten hat auf die Mannschaft übergegriffen und macht Schalke so stark.
S04 spielt zwar nicht den attraktivsten Fußball in dieser Saison, aber in die Bundesliga aufzusteigen und attraktiv zu spielen, ist glaube ich auch eher nicht möglich. Den Aufstieg kann man sich nicht erspielen, den muss man sich erarbeiten und das macht Schalke mit dem neuen Trainer sehr gut. Es sieht stark danach aus, dass wir nächstes Jahr wieder Topspiele bei Sky Sport mit Schalke haben.
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