FC Bayern: Rummenigge stärkt Freund und Sauer den Rücken - Boss mit Spitze gegen Eberl
Der FC Bayern München hat die Verantwortlichkeiten am Campus neu geregelt. Karl-Heinz Rummenigge bestätigt, dass Christoph Freund und Jochen Sauer künftig die komplette Verantwortung für den Nachwuchsbereich tragen.
26.09.2026 | 23:03 Uhr
Im Interview mit der Abendzeitung ist zwischen den Zeilen aber auch eine Spitze des Bayern-Aufsichtsratsmitglieds gegen Sportvorstand Max Eberl zu erkennen.
Der FC Bayern München setzt bei seiner Zukunftsplanung verstärkt auf den eigenen Nachwuchs. Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Rummenigge hat nun eine bedeutende Veränderung in der Machtstruktur am Campus bestätigt.
"Es ist inzwischen beschlossen, dass Christoph und Jochen Sauer künftig die komplette Verantwortung für den Campus haben", sagte Rummenigge im Interview mit der Abendzeitung.
Damit werden Sportdirektor Christoph Freund und Campus-Chef Jochen Sauer zu den zentralen Entscheidern im Nachwuchsbereich des deutschen Rekordmeisters. Rummenigge betonte dabei die hohe Wertschätzung des Vereins für die Arbeit beider Verantwortlichen.
Rummenigge: Wollten eigentlich "60 bis 70 Millionen"
Besonders die Sommer-Transferperiode sieht der ehemalige Vorstandsvorsitzende als Beleg für die Bedeutung des Campus. "Wir wollten eigentlich Palhinha, Boey, Zaragoza und Nübel verkaufen. Zusammen hatten wir ein Paket erwartet, das zwischen 60 und 70 Millionen Euro bringen sollte. Am Ende hat es 20 Millionen gebracht. Gerettet haben uns dann die Verkäufe der jungen Spieler, unter anderem von Aseko, Ibrahimovic und Kusi-Asare", sagte Rummenigge. Das sei in erster Linie der Verdienst von Freund und Sauer gewesen: "Sie sind absolute Fachleute auf dem Gebiet und kümmern sich täglich um den Campus."
Diese Aussagen sind zwischen den Zeilen als Spitze gegen die Arbeit von Sportvorstand Max Eberl zu verstehen, der die Hauptverantwortung der Münchner Transfer-Aktivitäten trägt. Mit der neuen Machtstruktur verliert Eberl nun seinen Einfluss auf den FC Bayern Campus.
Auch im Scouting besitzt Sportdirektor Freund künftig eine Schlüsselrolle. Auf die Frage nach einem möglichen Nachfolger für Chefscout Nils Schmadtke erklärte Rummenigge: "Gemäß Organigramm ist Christoph ja sowieso dafür verantwortlich. Das Scouting ist Sache des Sportdirektors, Max Eberl als Sportvorstand steht darüber. Entscheidend ist, dass man harmonisch und loyal zusammenarbeitet. Das wird in Zukunft noch wichtiger sein."
Kritik an Vorgehen bei Eberl-Verlängerung
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten zuletzt Rummenigges Aussagen zur Vertragsverlängerung von Eberl. Der 71-Jährige bestätigte, dass er sich bei der Abstimmung enthalten habe. Nicht die Personalie selbst habe ihn gestört, sondern der Eindruck, die Entscheidung sei bereits durch den Präsidialausschuss vorweggenommen worden.
"Der Präsidialausschuss besteht aus fünf Personen: Uli Hoeneß, Herbert Hainer und den Vertretern unserer drei Anteilseigner adidas, Audi und Allianz. Wenn etwas intern besprochen und anschließend als reine Empfehlung ausgesprochen wird, habe ich damit kein Problem. Wenn eine solche Empfehlung aber an die Zeitung durchgestochen wird und dadurch der Eindruck entsteht, die Entscheidung sei praktisch schon gefallen, dann habe ich damit ein Problem. Daraus mache ich auch keinen Hehl", betonte Rummenigge.
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