Englands Klub schwächeln in Champions League, Europa League und Conference League

Neun englische Mannschaften sind in den europäischen Wettbewerben vertreten. Doch von der vermeintlichen Übermacht der Premier-League-Klubs war in den Achtelfinal-Hinspielen nichts zu sehen. Im Gegenteil.

Erling Haaland verlor mit Manchester City 0:3 bei Real Madrid.
Image: Erling Haaland verlor mit Manchester City 0:3 bei Real Madrid.  © Imago

Nur ein Sieg, Aston Villa gewann in der Europa League 1:0 in Lyon, steht für die Klubs von der Insel zu Buche, dem stehen drei Unentschieden und fünf Niederlagen gegenüber.

Besonders ernüchternd waren die Ergebnisse in der Champions League: Zwei Unentschieden und vier Niederlagen lautete die desolate Hinspiel-Bilanz der sechs englischen Klubs, von denen fünf die Ligaphase unter den Top 8 beendet hatten und somit direkt für das Achtelfinale qualifiziert waren.

Die besten Aussichten auf das Erreichen des Viertelfinales hat der FC Arsenal nach dem 1:1 in Leverkusen. Der FC Liverpool verlor - wie bereits Ende September in der Ligaphase - 0:1 bei Galatasaray und muss um das Weiterkommen zittern.

Champions League Termine 2025/26: Road to Budapest

  • Ligaphase: 16. September 2025 - 28. Januar 2026
  • Play-offs der K.-o.-Phase: 17./18. & 24./25. Februar 2026
  • Achtelfinale: 10./11. & 17./18. März 2026
  • Viertelfinale: 7./8. & 14./15. April 2026
  • Halbfinale: 28./29. April & 5./6. Mai 2026
  • Finale: 30. Mai 2026 (Budapest)

Manchester City (0:3 bei Real Madrid), Chelsea (2:5 in Paris), Tottenham (2:5 bei Atletico Madrid) und Newcastle United, das beim 1:1 gegen Barcelona immerhin einen Achtungserfolg feierte, droht das Aus.

Was sind die Gründe für das schlechte Abschneiden der englischen Mannschaften?

Guardiola-Zyklus bei ManCity vor dem Ende

"Das ist schwer zu erklären, weil sie in der Ligaphase so dominant waren, aber die K.o.-Phase ist doch noch einmal etwas anderes", sagt Didi Hamann. Der Sky Sport Experte gewann 2005 mit dem FC Liverpool die Champions League, spielte auch für Newcastle und ManCity.

Die Art und Weise, wie die Skyblues beim 0:3 in Madrid unter die Räder kamen, hat auch den ehemaligen Mittelfeldspieler überrascht. "Man merkt, dass der Zyklus mit Pep Guardiola zu Ende geht. Ich bin mir sicher, dass er im Sommer den Verein verlassen wird", schreibt Hamann in seiner Kolumne.

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In der Premier League leistete sich Guardiolas Team Anfang März beim 2:2 gegen Nottingham einen Ausrutscher, ist aber dennoch der einzige noch aussichtsreiche Verfolger von Tabellenführer Arsenal.

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"Bei Liverpool geht nichts vorwärts"

"Hinter dem Spitzenduo sind viele Mannschaften ins Stottern geraten. Bei Liverpool geht nichts vorwärts, Newcastle steckt im Mittelfeld und Tottenham kämpft gegen den Abstieg", erklärt Hamann.

Tottenham erlebte beim 2:5 in Madrid ein Debakel, der Torwartwechsel nach nur 17 Minuten zeigte, dass bei den Spurs die Nerven blank liegen. Chelsea hielt bei Titelverteidiger PSG lange gut mit, doch auch die Blues brachten sich durch einen Torwartfehler auf die Verliererstraße. "Chelsea hat wahrscheinlich noch die beste Leistung abgeliefert, dann aber zu hoch verloren", meint Hamann.

Arsenal fehlt spielerische Dominanz

Obwohl Arsenal die Ligaphase ohne Punktverlust und mit 23:4 Toren beendet hatte, sieht der Experte beim Tabellenführer der Premier League Defizite. "Arsenal ist keine Mannschaft, die ihre Gegner vom Feld spielt, wie man in Leverkusen gesehen hat", erklärt Hamann.

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Mikel Artetas Team tat sich schwer, trotz 55 Prozent Ballbesitz, Torchancen zu kreieren und brachte lediglich sechs Schüsse aufs Tor - mit Abstand der niedrigste Wert in Europa in dieser Saison.

Die Londoner setzen vielmehr auf ihre starke Defensive und erzielen viele ihrer Tore durch Standards. In der BayArena rettete sie ein fragwürdiger Strafstoß, den der Ex-Leverkusener Kai Havertz verwandelte.

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Fabian Hürzeler kritisiert die Spielweise des FC Arsenal nach der 0:1-Heimniederlage gegen den Tabellenführer scharf. Nach Meinung des Ex St.-Pauli-Coaches werde den Gunners zu viel durchgehen lassen. Trainerkollege Arteta reagiert.

Englische Endspiele in weiter Ferne

Havertz war es auch, der 2021 den FC Chelsea gegen Manchester City zum Champions-League-Titel schoss. Es war das bislang letzte rein englische Finale in der Königsklasse. 2019 hatte Liverpool 2:0 gegen Tottenham gewonnen, 2008 setzte sich Manchester United im Elfmeterschießen gegen Chelsea durch.

Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Jahr zwei englische Teams das Endspiel in Budapest erreichen, ist eher gering. Arsenals Chancen auf das Erreichen der nächsten Runde stehen nach dem 1:1 in Leverkusen bei 78,1 Prozent, ansonsten sagt der Opta-Computer nur Liverpool eine mehr als fünfzigprozentige Chance aufs Viertelfinale voraus.

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Wer kommt weiter, wer bleibt auf der Strecke?

In der Europa League spricht aktuell wenig für ein erneutes rein englisches Finale (2025 hatte sich Tottenham im Endspiel gegen Manchester United durchgesetzt), weil Nottingham das Hinspiel gegen Midtjylland zuhause 0:1 verlor. In der Conference League muss Crystal Palace nach dem 0:0 gegen Larnaka ums Weiterkommen bangen.

Auch wenn England die UEFA-Fünfjahreswertung immer noch mit großem Abstand anführt, sind die Klubs von der Insel angeschlagen. Wie viele von ihnen auf der Strecke bleiben, wird sich in den Rückspielen in der kommenden Woche zeigen.

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