Das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt ist ein WM-Mythos
Das Aztekenstadion ist zum dritten Mal Spielstätte bei einer Weltmeisterschaft. Es ist das einzige Stadion, in dem zwei WM-Endspiele ausgetragen wurden. Rudi Völler verlor dort das Finale 1986, doch der DFB-Sportdirektor ist begeistert vom 60 Jahre alten Fußballtempel.
11.06.2026 | 14:23 Uhr
Sky Sport blickt zurück auf epische Spiele in dem Stadion, in dem am Donnerstag die WM 2026 eröffnet wird.
Rudi Völler hat in vielen weltbekannten Stadien gespielt. Im Olimpico in Rom wurde er 1990 Weltmeister, im Giuseppe Meazza in Mailand wurde er im Achtelfinale gegen die Niederlande von Frank Rijkaard bespuckt, im Münchner Olympiastadion gewann er 1993 mit Olympique die Champions League.
Eine seiner größten Niederlagen erlebte der heutige DFB-Sportdirektor im Finale der WM 1986, und dennoch sagte Völler am Dienstag: "Das Aztekenstadion ist für mich mit Abstand das schönste Stadion der Welt."
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Aztekenstadion erlebt seine dritte WM
Das Estadio Azteca in Mexiko-Stadt ist ein Mythos. Es ist das einzige Stadion, in dem zwei WM-Endspiele ausgetragen wurden. In keinem anderen Stadion wurden mehr WM-Partien gespielt. Das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika (21:00 Uhr im Liveticker) ist die 20. Partie. Es ist dann auch das einzige Stadion, in dem Spiele bei drei Weltmeisterschaften ausgetragen wurden.
Zwei Jahre nach seiner Eröffnung im Jahr 1966 war das Azteca Spielort des Finales der Olympischen Spiele 1968. Ungarn gewann die Goldmedaille durch einen 4:1-Sieg gegen Bulgarien.
WM 1970: "Jahrhundertspiel" und Peles dritter Triumph
Ihren Legendenstatus erlangte die Arena, die in mehr als 2200 Meter über dem Meeresspiegel auf den Basaltablagerungen eines erloschenen Vulkans errichtet wurde, mit der WM 1970.
Deutschland und Italien lieferten sich hier im sogenannten "Jahrhundertspiel" eine Halbfinal-Schlacht. Franz Beckenbauer spielte trotz einer ausgekugelten Schulter mit einem Verband, Deutschland verlor 3:4 nach Verlängerung.
Im Endspiel triumphierten die Brasilianer mit Superstar Pele, der seinen dritten WM-Titel feierte.
WM 1986: "Hand Gottes" und Deutschlands Final-Pleite
Die WM 1986 hatte eigentlich in Kolumbien stattfinden sollen, doch die Südamerikaner konnten die FIFA-Anforderungen nicht erfüllen und Mexiko sprang als Ausrichter ein.
Im Halbfinale zwischen Argentinien und England erlebte das Aztekenstadion seine nächste Sternstunde. Diego Maradona erzielte ein Tor mit der berühmten "Hand Gottes", beim zweiten Treffer umkurvte er die Engländer wie Slalomstangen zum "Tor des Jahrhunderts".
"Die Kathedrale meines Lebens"
Im Endspiel gegen Deutschland traf Maradona vor 114.600 Zuschauern zwar nicht selbst, bereitete aber den Siegtreffer vor. Deutschland hatte durch späte Tore von Karl-Heinz Rummenigge und Völler die Führung der Südamerikaner ausgeglichen, doch Burruchaga sorgte nach einem genialen Pass von Maradona für die Entscheidung.
"Dieses Stadion ist die Kathedrale meines Lebens", sagte Maradona später. Völler sprach von einem "magischen Ort". Von außen ist von Magie nichts zu spüren, aber im Inneren ist es kolossal. Das Spielfeld ist unterhalb des Straßenniveaus in den Boden eingelassen, kein Pfeiler versperrt die Sicht.
Fünf-WM-Spiele im Aztekenstadion
Nach der WM 1986 wurde das Stadion mehrfach umgebaut. Stars wie Michael Jackson traten dort auf, auch Shakira, die am Donnerstagabend bei der Eröffnungsfeier auftritt und den WM-Song singt.
Für die WM 2026 wurde es modernisiert, der Hospitality-Bereich umgebaut. Während des Turniers lautet der offizielle Name "Mexico City Stadium", auf Spanisch "Estadio Ciudad de Mexico".
ZUM DURCHKLICKEN: Die Stadien der WM 2026
Wenn am Donnerstagabend der Ball rollt, werden die mexikanischen Fans ihre "Tri" nach vorne peitschen. Nach dem Eröffnungsspiel finden noch vier Partien in der mythischen Arena statt, u.a. ein Sechzehntel- und ein Achtelfinale. Vielleicht ist ja wieder ein Jahrhundertspiel dabei…
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