1860 München steht vor der Insolvenz
Nach 15 Jahren und dem zweiten Zwangsabstieg in die Regionalliga bricht 1860 München mit Investor Ismaik. Vereinsboss Mang sieht darin eine riesige Chance. Es gibt sogar schon kühne Zukunftspläne.
21.06.2026 | 13:11 Uhr
1860 München hat sich gegen die jüngsten Vorwürfe von Investor Hasan Ismaik gewehrt und zugleich eine erfolgreiche Zukunft ohne den Geldgeber versprochen.
"Vor uns liegt die größte Chance für den TSV 1860 München in vielen, vielen Jahren", sagte Präsident Gernot Mang bei der jährlichen Mitgliederversammlung in München. "Wir haben die einmalige Chance, die Zukunft unseres Vereins selbst in die Hand zu nehmen."
- Sportfan? Hol dir Sky oder streame ohne Vertrag mit WOW
Ismaik hatte den "Löwen" zuletzt ein Millionen-Darlehen gekündigt, deshalb folgte der Zwangsabstieg in die Regionalliga. Dagegen liegt eine Beschwerde beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor - eine Entscheidung steht aus. Der TSV-Stammverein kündigte den Kooperationsvertrag mit Ismaik.
Mang: "Insolvenz in der kommenden Woche"
Der jordanische Millionär beteuerte in dieser Woche, das Geld für die Drittliga-Lizenz habe bereitgelegen. Sein Anwalt Peter Gauweiler wirft dem Verein vor, eine Insolvenz der gemeinsamen Spielbetriebsgesellschaft, der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, bewusst zu provozieren, um den Investor loszuwerden.
TSV-Präsident Mang kündigte an: "Nach aktuellem Stand wird die KGaA in der kommenden Woche Insolvenz anmelden müssen." Dies liege aber nicht am Verein, sondern am Vorgehen von Ismaik. Der Vereinspräsident schilderte Gründe für den Bruch: Ismaik habe etwa auf einen weiteren Investor bestanden, dessen Identität geheim gewesen sei und von dem man nicht gewusst habe, woher das Geld komme. Weil aber ehrenamtliche Aufsichtsratsmitglieder persönlich haften, etwa bei Geldwäsche-Straftaten, habe man ablehnen müssen.
Traum von Ausbau des Grünwalder Stadions
In zwei Wochen werde Klarheit herrschen, wie es genau weitergeht. "Dann werden wir mit Spielern sprechen, dann bauen wir eine schlagkräftige Mannschaft auf, die diesem Verein auf dem Platz würdig ist", sagte Mang.
Und die "Löwen" denken sogar noch weiter. Am Wochenende wurde eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, wonach das Grünwalder Stadion modernisiert und auf 27.000 Plätze ausgebaut werden könne. "Das Ergebnis der Studie ist nicht Wunschdenken. Es ist machbar", sagte Mang und schloss seine Rede mit: "Der Löwe befreit sich von seinen Fesseln und zeigt Zähne." Dafür gab es von den rund 1.000 Mitgliedern in der Halle langen Applaus und Standing Ovations.
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.