Ralf Schumacher über den Ferrari-Zoff zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc

Sky Sport Experte Ralf Schumacher kann zwar beide Seiten verstehen, doch er hat eine klare Meinung zum Zoff der beiden Ferrari-Piloten nach dem GP der Niederlande in Zandvoort.

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Beim Großen Preis der Niederlande dreht sich alles um den Crash von Max Verstappen und die teils team-internen Duelle an der Spitze des Feldes. Lando Norris siegt schließlich zum zweiten Mal in Serie.

"Dass beide mal in ein Zweier-Ruderboot müssen und lernen sollten, in die gleiche Richtung zu paddeln", sagt Schumacher im Podcast "Backstage Boxengasse" - und nimmt Rekordweltmeister Hamilton in die Pflicht.

Zoff und Alarmstufe Rot bei Ferrari beim Grand Prix der Niederlande!

Charles Leclerc verweigerte einen geplanten Boxenstopp. Lewis Hamilton tobte am Funk: "Was ist los? Wir verlieren Zeit!" Hamilton wurde von seinem mit abbauenden Reifen fahrenden Teamkollegen aufgehalten, was ihn auf die Palme brachte.

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Lewis Hamilton spricht im Interview offen seine Kritik an der Team-Strategie und den Entscheidungen von Ferrari an.

Hamilton sauer auf Teamkollege Leclerc

"Ich hatte eine super Pace, war auf einer anderen Strategie mit einem anderen Reifen. Er hatte ganz klar Probleme auf dem Medium-Reifen am Ende des Stints, und ich habe da ganze Sekunden verloren."

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Lewis Hamilton macht im Teamfunk von Ferrari während des Rennens von Zandvoort seinem Ärger Luft.

Am Ende verpasste der Engländer einen Podiumsplatz und büßte wichtige Punkte auf den WM-Führenden Kimi Antonelli ein, der in Zandvoort Zweiter wurde.

Leclerc, der Fünfter wurde, konterte Hamiltons Kritik cool. "Das sind normale Diskussionen während eines Rennens. Von außen sieht das vielleicht schlimmer aus", meinte der Monegasse.

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Nach seinem fünften Platz in Zandvoort spricht Ferrari-Pilot Charles Leclerc über das aufreibende Rennen, die Probleme im Qualifying und den kleinen team-internen Zoff.

Schumacher zum Ferrari-Zoff: "Das gehört nach innen geklärt"

Ralf Schumacher kann zwar beide Seiten verstehen, doch der Sky Sport Experte hat eine klare Meinung zum Zwist der Ferrari-Piloten:

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"Dass beide auf jeden Fall mal in ein Zweier-Ruderboot müssen und lernen sollten, in die gleiche Richtung zu paddeln", sagt Schumacher im Podcast "Backstage Boxengasse". Mit Hamilton und Leclerc prallten "zwei Charaktere aufeinander und ich kann mir vorstellen, dass es alles andere als harmonisch ist im Umgang. Das sieht man auch an der Art und Weise am Funk", meint der ehemalige F1-Pilot und ergänzt: "Das finde ich suboptimal, das gehört, glaube ich, nach innen geklärt."

"Da muss der Chef auch mal ein Machtwort sprechen"

Schumacher sieht im Ferrari-Zoff ein Hauptproblem: "Es geht in beide Richtungen. Lewis Hamilton, wir kennen ihn ja, ist politisch natürlich sehr, sehr stark, ist schon mal am Funk und probiert es dann", erklärt der Experte. "Umgekehrt … hat Leclerc auch schon das eine oder andere Mal gefragt und er wollte damals nicht. Da müssen sich beide mal hinsetzen und da muss der Chef auch mal ein Machtwort sprechen", betont Schumacher. Am Ende gehe es schließlich um die Marke, nicht um die Fahrer. Es geht ums Team."

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Ist bei Ferrari nach dem Streit zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort nun dauerhaft Konfliktpotenzial? Sky Sport-Experte Ralf Schumacher ordnet im Podcast ''Backstage Boxengasse'' ein.

Ist Hamilton eine Ich-AG?

Podcast-Host und Sky Sport F1-Moderator Peter Hardenacke sieht vor allem Hamiltons Verhalten kritisch: "Das gefällt mir manchmal bei Hamilton nicht so. Dann denke ich oftmals, dass er wirklich eine Ich-AG ist und sich dann doch drüber (über das Team) stellt."

Schumacher kann bei Hamilton "einen gewissen Frust verstehen. Nach dem Rennen sind die Emotionen noch da, aber in seinem Alter und mit seinem Standing könnte man ein bisschen anders damit umgehen", meint Schumacher über den 41 Jahre alten Rekordweltmeister.

LEWIS HAMILTON 🇬🇧

  • Name: Sir Lewis Carl Davidson Hamilton
  • Geburtstag: 07. Januar 1985 (Stevenage, England)
  • Team: Scuderia Ferrari HP
  • Erstes F1-Rennen: GP von Australien (2007, 3.)
  • Erster F1-Sieg: GP von Kanada (2007)
  • Titel: 7 (2008, 2014, 2015, 2017, 2018, 2019, 2020)
  • Vorherige Teams: McLaren, Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

Im Paddock heiße es, Hamilton sei der erste Ferrari-Pilot, bei dem die Italiener das Gefühl haben, der Fahrer sei wichtiger als die Marke, wirft Hardenacke ein.

Hamiltons öffentliche Kritik "ein absolutes No-Go"

Dieser Eindruck liege "vielleicht auch an seiner Art zu kommunizieren", vermutet Schumacher. Sein Team öffentlich zu kritisieren, "so etwas hätte es damals bei uns nicht gegeben, das war ein absolutes No-Go, egal, in welche Richtung", so der ehemalige Williams-Pilot.

Lewis Hamiltons öffentliche Kritik nach dem GP der Niederlande ist für Sky Sport Experte Ralf Schumacher ein "absolutes No Go".
Image: Lewis Hamiltons öffentliche Kritik nach dem GP der Niederlande ist für Sky Sport Experte Ralf Schumacher ein "absolutes No Go".  © Imago

"Am Ende ist es ein Team, eine Einheit, und die kann nur funktionieren, wenn sie versucht, geschlossen dazustehen", betont der Experte - und nimmt Hamilton in die Pflicht.

"Das ist die Kehrseite eines Lews Hamilton"

"Er steht unter Druck und hat jetzt die Möglichkeit, im Ferrari um Siege mitzufahren, und das war ja sein erklärtes Ziel. Das muss er jetzt erfüllen und in erster Linie erstmal vor seinem Teamkollegen sein", erklärt Schumacher und kommt dann zu einem versöhnlichen Abschluss:

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Zum letzten Mal gastiert die Formel 1 in Zandvoort und den Sieg holt sich Lando Norris. In der neuen Folge Backstage Boxengasse sprechen Peter Hardenacke und Ralf Schumacher über die Entwicklung des McLaren-Piloten.

"Lewis hat ja die Kurve bekommen. Im letzten Jahr hätte keiner damit gerechnet. Hut ab! Er ist für sein Alter super fit, er gibt alles. Das ist die Kehrseite eines Lewis Hamilton, der nicht aufgibt."

Mehr zum Autor Thorsten Mesch

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