Darum heißt das anstehende Formel-1-Rennen in Malaysia Bahrain-GP
Die F1 gastiert am Wochenende in Malaysia, offiziell wird jedoch der Bahrain Grand Prix ausgetragen. Hinter der ungewöhnlichen Konstellation steckt eine Mischung aus geopolitischen Umständen, wirtschaftlichen Interessen und einer engen Partnerschaft zwischen den Ländern.
28.09.2026 | 13:29 Uhr
Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich: Die Formel 1 fährt in Malaysia, in den Statistiken und auf den Siegerpokalen wird jedoch der Bahrain Grand Prix geführt. Der Hintergrund reicht von der Absage des ursprünglich geplanten Rennens in Bahrain wegen des Nahost-Krieges bis hin zu finanziellen Überlegungen.
Wer am kommenden Wochenende die Formel 1 (vom 2. bis 4. Oktober LIVE & EXKLUSIV auf Sky Sport) einschaltet, dürfte sich verwundert die Augen reiben.
Kimi Antonelli, Max Verstappen & Co. werden ihre Runden auf dem Sepang International Circuit in Malaysia drehen, fahren jedoch offiziell beim Bahrain Grand Prix. Ein ungewöhnlicher Fall im Rennkalender, der seine Ursachen abseits der Rennstrecke hat.
Nah-Ost-Krieg sorgte für Rennabsagen
Ursprünglich sollte das Rennen in Bahrain stattfinden. Aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten und der Auswirkungen des Krieges wurde der Grand Prix jedoch wie auch das Rennen in Saudi-Arabien im Frühjahr aus dem Kalender gestrichen. Die Formel 1 suchte nach einer Ersatzlösung und fand sie zumindest für den Bahrain-GP in Malaysia.
Doch warum wird das Rennen nicht einfach als Malaysia Grand Prix ausgetragen?
Der Hauptgrund liegt im Geld. Malaysia wäre allein kaum in der Lage gewesen, die hohen Kosten einer kurzfristigen Rückkehr in die Formel 1 zu stemmen. Deshalb sprang Bahrain ein und übernimmt einen erheblichen Teil der finanziellen Last. Als Gegenleistung bleibt das Rennen offiziell unter dem Namen des Golfstaates im Kalender.
"Gulf Air Bahrain Grand Prix"
Das zeigt sich auch im offiziellen Titel. Das Rennen wird als "Gulf Air Bahrain Grand Prix" geführt. Die nationale Fluggesellschaft Bahrains bleibt damit präsent und erhält die internationale Aufmerksamkeit, die normalerweise mit einem Heimrennen verbunden ist.
Begünstigt wird diese Lösung durch die engen Beziehungen zwischen Bahrain und Malaysia. Die beiden muslimisch geprägten Staaten pflegen seit Jahren diplomatische und wirtschaftliche Kontakte, unterhalten Botschaften im jeweils anderen Land und gelten als enge Partner. Auch zwischen den Königshäusern beider Länder bestehen freundschaftliche Beziehungen.
Win-Win-Situation
Für Malaysia bietet die Vereinbarung die seltene Gelegenheit, die Formel 1 zurück nach Sepang zu holen, ohne die kompletten finanziellen Risiken eines eigenständigen Grand Prix tragen zu müssen. Für Bahrain wiederum bleibt die globale Werbewirkung eines Formel-1-Rennens erhalten, obwohl der eigentliche Austragungsort mehrere Tausend Kilometer entfernt liegt. Eine Win-Win-Situation.
Passend zur besonderen Konstellation wird erwartet, dass vor dem Rennstart sowohl Bahrain als auch Malaysia gewürdigt werden, indem man die Nationalhymnen beider Länder abspielt.
Fest steht schon jetzt: Selten passte das Sprichwort "drin ist nicht immer das, was draufsteht" besser als bei diesem Formel-1-Rennen. Denn obwohl die Autos in Malaysia ihre Runden drehen, fährt die F1-Elite offiziell um den Sieg beim Bahrain Grand Prix.
Mehr zum Autor Florian Hartmann
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