Mirra Andreeva gewinnt mit 19 Jahren zum ersten Mal die French Open
Mirra Andreeva hat die French Open gewonnen und sich ihren ersten Grand-Slam-Titel gesichert.
06.06.2026 | 18:30 Uhr
Die 19 Jahre alte Russin setzte sich im Finale von Roland Garros 6:3, 6:2 gegen die polnische Qualifikantin und Turnierüberraschung Maja Chwalinska durch.
Andreeva, die vor den Augen von Filmstar Brad Pitt souverän in 1:22 Stunden zum Triumph stürmte, ist im Alter von 19 Jahren die jüngste Gewinnerin in Paris seit Monica Seles 1992. Die neunmalige Major-Gewinnerin hatte damals als 18-Jährige ihren dritten Titel an der Seine gewonnen.
"Es war ein großer Traum von mir, dieses Turnier zu gewinnen", sagte die russische Teenagerin. "Ich kann es nicht glauben, dass ich diese Trophäe gerade halte."
Als erste nach 2005 geborene Spielerin stand die Weltranglistenachte in einem Grand-Slam-Finale, bei den Männern gelang dieses Kunststück noch niemandem. Mit dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere sicherte sich Andreeva neben dem Coupe Suzanne Lenglen ein stolzes Preisgeld in Höhe von 2,4 Millionen Euro, im Ranking klettert sie am Montag auf Rang sechs.
"Ich möchte mir selbst danken", stand auf der Jacke Andreevas - und das tat sie auch. "Dass ich an mich geglaubt habe, immer 100 Prozent gegeben habe, auch wenn es schwer war", sagte die strahlende Siegerin: "Dass ich jeden Tag versucht habe, besser zu werden, als Mensch und als Spielerin, daran geglaubt habe, dass ich das schaffen kann, und gegen so viele innere Dämonen gekämpft habe."
Chwalinska ging als Nummer 114 ins Finale
Durch die Niederlage verpasste Chwalinska den zweiten Grand-Slam-Triumph einer Qualifikantin nach der Britin Emma Raducanu bei den US Open 2021. Die Teilnahme am Endspiel war dennoch ein unglaublicher Erfolg. Die Polin hatte sich zunächst mit drei Siegen erstmals überhaupt in das Hauptfeld des Sandplatz-Highlights gespielt, nach neun Erfolgen am Bois de Boulogne streicht sie nun ein üppiges Preisgeld von 1,4 Millionen Euro ein.
Trotz des verpassten Happy Ends überwog am Ende der Stolz. "Ich werde diese drei Wochen definitiv nicht vergessen", sagte die Polin - und fügte schmunzelnd in Richtung des Publikums an: "Ich wünschte, ihr hättet ein besseres Spiel gesehen, aber Mirra war zu gut für mich. Es ist ihre Schuld."
Als Nummer 114 der Welt war Chwalinska als am niedrigsten platzierte Spielerin seit der Einführung des Rankings in das Finale gegangen, sie löste somit ihre Landsfrau und die viermalige Turniersiegerin Iga Swiatek ab, die 2020 bei ihrem ersten Triumph in Paris 54. war. Im Ranking springt Chwalinska nun bis auf Platz 21.
"Ich habe das Gefühl, als wäre ich in einer Blase. Ich weiß nicht, was gerade los ist", hatte Chwalinska, die sich selbst als "Tennis-Freak" bezeichnet, vor dem Endspiel gesagt. In Paris herrschte nun die große "Maja-Mania", zahlreiche Polinnen und Polen hatten sich Tickets für das Finale gesichert und feuerten die Außenseiterin mit lauten Sprechchören immer wieder an.
Andreeva deutlich kraftvoller
Chwalinska zeigte schnell ihr ganzes Repertoire, setzte dabei immer wieder auf ihren ungewohnten Mix aus Slice-Schlägen, Stopps und Mondbällen. Bei windigen Bedingungen war es aber Andrejewa, die sich nach sieben Minuten das erste Break schnappte. Doch Chwalinska brachte das nicht aus dem Konzept, sie holte direkt das Rebreak. Der Trend setzte sich zunächst fort, im fünften Spiel brachte die Polin erstmals in diesem Finale ein Aufschlagspiel durch.
Doch plötzlich drückte Andreeva, die über deutlich mehr Kraft in ihrem Spiel verfügt als ihre nur 1,64 m große Gegnerin, dem Duell ihren Stempel auf. Die Russin fand nun die passenden Antworten, mit vier Spielen in Folge sicherte sie sich Satz eins.
Im zweiten Durchgang blieb Andreeva obenauf. Chwalinska stemmte sich gegen die drohende Niederlage, doch auch die Anfeuerungen des Publikums halfen nicht mehr.
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.