Skeletonfahrer Heraskevych bei Olympia disqualifiziert

Der Konflikt zwischen dem ukrainischen Skeletonfahrer Vladyslav Heraskevych und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat zu dem erwarteten Ende geführt.

Wladyslaw Heraskewytsch
Image: Vladyslav Heraskevych wurde disqualifiziert.  © DPA pa

Der WM-Vierte wurde vom olympischen Wettkampf am Donnerstag und Freitag im Eiskanal von Cortina ausgeschlossen, das gaben das IOC und der Weltverband IBSF eine knappe halbe Stunde vor dem Beginn des ersten Laufs bekannt. Auch verliert er seine Akkreditierung.

Heraskevych hatte darauf beharrt, wie schon im Training auch im Wettkampf einen besonderen Helm zu tragen, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind. Das IOC sieht darin einen Verstoß gegen die Olympischen Charta, die Meinungsäußerungen unter anderem auf dem Spielfeld ("field of play") untersagt.

"Skeletonpilot Wladyslaw Heraskewytsch darf nicht an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina teilnehmen, nachdem er sich geweigert hat, die Richtlinien des IOC zur Meinungsäußerung von Athleten einzuhalten", erklärte das IOC. Ferner habe man "mit Bedauern beschlossen", ihm die Akkreditierung für die laufenden Winterspiele "zu entziehen". Der Olympia-Ausschluss wurde anschließend wieder zurückgenommen. Das IOC hat Heraskevych die Akkreditierung zurückgegeben.

Heraskevych wendet sich an CAS

"Ich bin tief enttäuscht", sagte Heraskevych in Cortina nach seinem Ausschluss gegenüber Medienvertretern: "So sollte es nicht sein. Ich habe keine Regeln verletzt. Das habe ich gestern gesagt. Ich habe auch Beispiele genannt von anderen, die etwas ausdrücken wollten."

Der 27-Jährige will seinen Ausschluss von den Olympischen Winterspielen anfechten. Wie er im Interview des ZDF ankündigte, will er vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas ziehen. "Wir werden einen Fall für das Cas vorbereiten."

Die Ukraine reagierte mit Empörung. "Das Internationale Olympische Komitee hat nicht den ukrainischen Athleten gesperrt, sondern seinen eigenen Ruf. Zukünftige Generationen werden dies als einen Moment der Schande in Erinnerung behalten", schrieb Außenminister Andrij Sybiha bei der Plattform X.

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IOC hatte Kompromiss angeboten

Am Donnerstagmorgen hatte es abermals ein Gespräch zwischen Heraskevych und IOC-Präsidentin Kirsty Coventry am Cortina Sliding Centre gegeben, das IOC sprach in seiner Kommunikation von einer "letzten Chance". Heraskewytsch hatte zuvor bereits nicht eingelenkt, durch Videos in den Sozialen Medien vielmehr seinen Konfrontationskurs verschärft.

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Das IOC sei "sehr daran interessiert" gewesen, dass Heraskevych an den Wettkämpfen teilnimmt. Aus diesem Grund habe sich das IOC mit ihm zusammengesetzt, um nach einer "möglichst respektvollen Möglichkeit zu suchen, seinem Wunsch nachzukommen, seiner im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine ums Leben gekommenen Sportlerkollegen zu gedenken". Der Kern seines Falls sei "nicht die Botschaft selbst, sondern der Ort, an dem er sie zum Ausdruck bringen wollte". Das IOC hatte ihm als Kompromiss angeboten, mit einer schwarzen Armbinde als Zeichen der Trauer zu starten.

SID

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