NFL 2026: Rekordflut an Strafen sorgt für Kritik an Schiedsrichtern
Die NFL verzeichnet nach den ersten vier Wochen der Saison 2026 so viele Strafen wie nie zuvor in einem vergleichbaren Zeitraum. Besonders in entscheidenden Spielsituationen häufen sich die Flaggen und sorgen für wachsende Kritik an den Schiedsrichtern.
09.10.2026 | 15:31 Uhr
Die Rekordzahlen betreffen vor allem Holding-Strafen, Red-Zone-Situationen und Third-Down-Plays. Zahlreiche Touchdowns wurden bereits durch Strafen aberkannt.
Die NFL kämpft in der Saison 2026 mit einer außergewöhnlichen Strafenflut!
In den ersten vier Wochen wurden 963 Strafen verhängt - so viele wie noch nie zuvor in diesem Zeitraum. Die 271 Strafen in Week 4 waren zudem die zweithöchste Anzahl, die jemals in einer Woche verzeichnet wurde.
Der Anstieg betrifft dabei fast ausschließlich die Offenses. Während Defensiv-Strafen sogar leicht rückläufig sind und Pass-Interference-Flaggen unter dem Durchschnitt liegen, werden Angriffe so häufig bestraft wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Flaggen fliegen zur Unzeit
Allein in Week 4 wurden durchschnittlich 17 Strafen pro Spiel verhängt. Das ist der höchste Wert einer NFL-Woche seit 2015. Seit 2005 gab es nach dem Monat September keine Spielwoche mit einer vergleichbaren Anzahl an Strafen.
Die Offenses kassieren aktuell 7,64 Strafen pro Spiel. Einen höheren Wert in den ersten vier Wochen einer Saison gab es zuletzt 2003. Gleichzeitig liegt die Quote bei 6,18 Offensiv-Strafen pro 100 Snaps und damit auf dem höchsten Stand einer Saisoneröffnung seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2000.
Besonders problematisch ist, wann die Flaggen von den Referees geworfen werden. Die meisten Strafen kommen in sogenannten High-Leverage-Situationen, also Momenten mit besonders großem Einfluss auf den Spielausgang. Dazu zählen Third- und Fourth-Downs in der zweiten Halbzeit sowie Spielzüge in der Red Zone.
Auf Third und Fourth Down werden Offenses aktuell bei 7,5 von 100 Snaps bestraft. Das ist einer der schlechtesten Werte seit dem Jahr 2000. Zusätzlich verzeichnet die Liga die meisten offensiven Red-Zone-Strafen seit Beginn der Datenerfassung.
Referees kassieren 17 Touchdowns ein
Die Auswirkungen sind direkt sichtbar. Bereits 17 Touchdowns wurden in den ersten vier Wochen durch Strafen zurückgenommen. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum der Saison 2025 waren es lediglich fünf, 2024 sogar nur vier. Der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag bei nur 8,3 aberkannten Touchdowns.
Deutlich wurde die Frustration auch bei den Teams. Jaguars-Head-Coach Liam Coen erklärte nach dem Week-4-Spiel seiner Mannschaft gegen die Cincinnati Bengals (22:17), er habe "so etwas noch nie in seinem Leben erlebt". Jacksonville wurde in dieser Partie 13 Mal für 125 Yards bestraft, davon gerade einmal zehn Yards in den ersten zwei Vierteln.
Druck auf die NFL steigt
Die NFL legt regelmäßig vor einer Saison Schwerpunkte bei der Regelauslegung fest. Dadurch können die Strafenzahlen zu Saisonbeginn kurzfristig ansteigen. Die aktuellen Werte liegen jedoch deutlich über den üblichen Schwankungen der vergangenen Jahre.
Kritiker bemängeln vor allem, dass viele Strafen offensiv starke Spielzüge zunichtemachen und so direkt Einfluss auf Spiele nehmen. Da die meisten Flaggen in der Red Zone oder bei entscheidenden Third Downs ausgesprochen werden, wächst die Sorge, dass Schiedsrichter stärker als gewünscht in den Ausgang von Partien eingreifen.
Sollte sich der Trend fortsetzen, dürfte der Druck auf die NFL steigen, ihre Vorgaben für die Regelauslegung anzupassen.
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