SpVgg Greuther Fürth - Holstein Kiel; 2. Bundesliga
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SpVgg Greuther Fürth - Holstein Kiel. 2. Bundesliga.
Sportpark Ronhof | Thomas Sommer.
Das Spiel ist unterbrochen. Im Kampf um den Ball hat Parduzi den Kopf ziemlich weit unten, Appelkamp dagegen sein Bein weit oben. Das kann ja gar nicht gut ausgehen. Parduzi hat sich eine kleine Wunde über der Lippe zugezogen, die versorgt werden muss.
So wirklich kommt Kapralik auf dem rechten Flügel nicht vorbei an Itter. Die halbhohe Flanke ist dann eher aus der Not geboren und wir vor dem ersten Pfosten locker entschärft.
Immerhin mal ein Eckball für das Kleeblatt - der erste in diesem Spiel. Itter serviert von rechts an das kurze Fünfereck, wo Will der Hereingabe entgegenkommt und mit dem Hinterkopf an den zweiten Pfosten verlängert. Guter Ansatz, allerdings mangelt es an einem Abnehmer.
Langer Ball in den Lauf von Harres, der rechts vom Sechzehner lang hinter den zweiten Pfosten flankt. Dort ist Dehm vor Therkelsen zur Stelle und klärt mühelos per Kopf ins Seitenaus.
In den letzten Minuten sind es die Kieler, die mehr investieren und inzwischen mit 51 Prozent auch den höheren Ballbesitzwert verzeichnen.
Und so bleibt das hier eine zähe Angelegenheit. Die xG-Werte von 0,08 zu 0,22 sprechen für sich.
Bei einem Umschaltmoment der Fürther nimmt Klaus über halbrechts Tempo auf, dringt in die Box ein und zieht aus spitzem Winkel 15 Meter vor dem Tor ab. Der Ball rutscht ihm dabei über den Spann und zieht deutlich rechts vorbei.
Da war mehr drin! Die fällige Ecke von der linken Seite serviert Parduzi bewusst in den Rückraum, wo Kapralik 20 Meter halbrechts vor dem Tor lauert und den Ball nach innen hebt. Aus halblinken acht Metern kommt Sekine viel zu frei zum Kopfball, drückt die Kugel aber deutlich drüber.
Weiner fängt eine Dehm-Flanke sicher ab und macht das Spiel mit einem langen Abschlag schnell. Über Kvilitaia und Davidsen kommt der Ball zum nachgerückten Therkelsen, der aus halblinken 18 Metern abzieht und das kurze Eck um mindestens einen Meter verfehlt. Immerhin war Dehm noch leicht dran - Eckball Kiel.
Gelbe Karte
Rechts an der Mittellinie dreht sich Klaus auf und will Tempo aufnehmen. Davidsen zieht ihn dabei von hinten an der Schulter und sieht für dieses taktische Foul die erste Gelbe Karte in diesem Spiel.
Das Ganze plätschert ein wenig vor sich hin. Noch warten wir darauf, bis das Spiel an Fahrt aufnimmt. Immerhin lassen die beiden Defensivreihen bislang kaum etwas anbrennen.
Bei einer Itter-Flanke vom linken Flügel geht Weiner auf Nummer sicher und faustet den Ball im hohen Bogen in den Rückraum. Bei seiner Volleyabnahme aus 18 Metern geht Dehm volles Risiko, bekommt jedoch nicht genügend Druck drauf. Der Flachschuss kommt zwar auf das Tor, rollt allerdings direkt in die Arme von Weiner.
Hellstern fängt eine Flanke ab und macht das Spiel mit einem langen Abschlag schnell. Auf der rechten Seite ist Sillah jedoch auf sich allein gestellt und wird vom Ball getrennt.
Kapralik sucht auf dem rechten Flügel das Eins gegen Eins, Itter bleibt aber eng dran, setzt die Grätsche im richtigen Moment und klärt ins Seitenaus.
Ansonsten erleben wir einen relativ ruhigen Beginn. An Intensität mangelt es nicht, spielerisch kommt aber noch keine der beiden Mannschaften zur Entfaltung.
Jetzt geht es mal schnell bei den Hausherren. Von der Mittellinie spielt Dehm über halbrechts steil in die Tiefe, worauf Sillah in die Box eindringt und von der rechten Grundlinie nach innen legt. Dort will der Ball in den Rückraum geklärt, wo zunächst Klaus geblockt wird und dann noch Dehm aus 18 Metern deutlich verzieht.
Einerseits also viel Ballbesitz, andererseits fehlt der Spielvereinigung noch der Zug nach vorne. Kiel steht gut, setzt den Gegner früh unter Druck und lauert auf hohe Ballgewinne.
In diesen Anfangsminuten verzeichnet das Kleeblatt 63 Prozent Ballbesitz. Und wie gesagt, Ballbesitz um jeden Preis ist bei den Störchen zurzeit ohnehin nicht mehr angesagt.
Auf der Gegenseite behauptet sich Pohlmann gut im Zentrum und verlagert an das rechte Strafraumeck, wo Dehm direkt flach in die Mitte gibt. Jedoch zu ungenau, sodass die Störche den Ball mühelos abfangen können.
Vor dem Sechzehner klärt Blank in die Füße von Kapralik, der aus halbrechten 20 Metern direkt abzieht, den Ball dabei nicht sauber trifft und deutlich verzieht.
Kapralik nimmt entlang der rechten Außenbahn Tempo auf und flankt lang in den Sechzehner, wo Kvilitaia zunächst zu frei steht, nach der Ballannahme mit der Bust allerdings schnell zugestellt und dann aus halblinker Lage auf engstem Raum geblockt wird.
Therkelsen dreht sich im linken Halbfeld auf, verpasst dabei allerdings Dehm in seinem Rücken einen Wischer im Gesicht und wird zurückgepfiffen.
Bei einem langen Schlag tief aus der Kieler Hälfte spielt Hellstern gut mit und packt im Sechzehner sicher vor Kvilitaia zu. Auch den kleinen Auffahrunfall mit dem Georgier hat der junge Torhüter glücklicherweise gut weggesteckt.
Wir sind so weit, Kiel hat angestoßen.
Geleitet wird die Partie von Lars Erbst, der dabei von Manuel Bergmann und Cengiz Kabalakli an den Seitenlinien assistiert wird. Vierter Offizieller ist Assad Nouhoum, vor den Bildschirmen bilden Patrick Alt und Michael Bacher das VAR-Duo.
In der 2. Liga ist der direkte Vergleich zwischen beiden Vereinen mit je fünf Siegen und vier Remis nach 14 Duellen maximal ausgeglichen. Letzte Saison gewann Kiel im Ronhof 2:0, im Rückspiel revanchierte sich das Kleeblatt mit einem knappen 2:1-Auswärtssieg. Langweilig dürfte es heute auch nicht werden - in elf dieser 14 Aufeinandertreffen fielen mindestens drei Tore und nur einmal weniger als zwei. Die SpVgg steht im Übrigen vor einem Meilenstein und will heute den insgesamt 500. Zweitligasieg der Vereinsgeschichte eintüten.
Auf den ersten Dreier überhaupt in dieser Saison mussten die Gäste aus Kiel lange warten. Letzte Woche war es dann endlich so weit - ein 3:0 zu Hause gegen Dresden, das etwas zu hoch ausfiel. Und weil dann noch am Mittwoch der Pokalcoup gegen Hoffenheim folgte, befinden sich die Störche plötzlich im Aufwind. Der Strategiewechsel von Ballbesitz um jeden Preis hin zu einem schnellen Umschaltspiel scheint jedenfalls zu fruchten. Jetzt gilt es noch, die Auswärtsbilanz mit nur einem Punkt aus vier Spielen aufzupolieren.
Auch Heiko Vogel weiß, dass seine Mannen heute ein "völlig anderes Gesicht" zeigen müssen. Die erschreckend schwache Leistung in Osnabrück bezeichnete Fürths Trainer als "Systemausfall", auf den jetzt eine Reaktion folgen muss. Weil der Trend zuvor eigentlich aber in eine positive Richtung ging und man das letzte Heimspiel gegen Braunschweig auch verdient gewann (2:0), will Vogel nichts "dramatisieren". Dennoch braucht es mehr als nur diesen einen Sieg aus den letzten sechs Spielen (2U, 3N).
Zum Abschluss des 10. Spieltags sind in der 2. Liga am Sonntag traditionell noch drei Partien offen. Hier im Ronhof müssen wir den Blick in der Tabelle weit nach unten richten: Während Kiel nach den bisherigen Ergebnissen mit acht Punkten auf den Relegationsplatz abgerutscht ist, rangiert das Kleeblatt mit einem Zähler mehr auf Rang 14. Die Störche bringen nach dem Weiterkommen im Pokal einerseits viel Rückenwind mit, haben andererseits aber auch 120 kräftezehrende Minuten in den Beinen. Auf dem Papier eine offene Angelegenheit.
Kiel war bereits am Mittwoch im DFB-Pokal im Einsatz und löste zu Hause gegen Bundesligist Hoffenheim im Elfmeterschießen (1:1 nach Verlängerung) überraschend das Achtelfinal-Ticket. Tim Walter nimmt heute zwei Wechsel vor und fängt zwischen den Pfosten an, wo Weiner erwartungsgemäß für Pokaltorhüter Rothenhagen zurückkehrt. Außerdem setzt Walter wie schon letzte Woche auf eine Doppelspitze und vertraut wieder auf Kvilitaia anstelle von Mittelfeldspieler Ugoh (Bank).
Und hier die Aufstellung der Gäste aus dem hohen Norden: Weiner - Sekine, Madsen, Nekic, Parduzi - Meffert, Davidsen - Kapralik, Therkelsen - Kvilitaia, Harres.
Das Kleeblatt war letzte Woche an der Bremer Brücke in Osnabrück zu Gast und musste nach einer erschreckend schwachen Leistung eine hochverdiente 0:3-Niederlage einstecken. Im Vergleich dazu nimmt Heiko Vogel heute trotzdem nur eine personelle Änderung vor und setzt im Sturm auf den agileren Sillah anstelle von Jordan (Bank). Nach überstandenen muskulären Problemen steht Reich indes zumindest wieder im Kader.
Widmen wir uns zunächst dem Personal und beginnen mit der Aufstellung der Hausherren: Hellstern - Dehm, Heuer, Blank, Itter - Banse, Will - Appelkamp, Pohlmann - Klaus, Sillah.
Herzlich willkommen in der 2. Bundesliga zur Begegnung des 10. Spieltages zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Holstein Kiel.